Kommen. Staunen. Geniessen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Pomeranze im Schlossgarten Weikersheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert
Ein fürstliches Vergnügen

Pflanzen sammeln

In den Gärten der Barockzeit spielten wertvolle Pflanzensammlungen eine große Rolle. Bis heute geben Inventarlisten Auskunft darüber, welche Pflanzen die Fürsten sammelten. Echtes Interesse an exotischen Blumen, Früchten, Bäumen und Mineralien verband sich mit dem Wunsch nach Repräsentation mit Hilfe dieser Luxusgüter.

Tropenhaus in Karlsruhe;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Tropenhaus in Karlsruhe.

Sammlungen von exotischen Blumen

Der botanische Garten Karlsruhe zeigt die Sammelleidenschaft einiger Herrscher des 17. und 18. Jahrhunderts sehr anschaulich: Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach listete in seinem berühmten Tulpenbuch 5.300 Bilder – davon sind heute noch 72 erhalten und in der badischen Landesbibliothek ausgestellt. Bereits 1733 zählte sein Garten 2.000 verschiedene Pflanzenarten, von denen sein Hofgärtner Christian Thran einige selbst von Reisen nach Afrika mitbrachte.

Orangerie in Weikersheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sonja Wünsch

Kübelpflanzen in der Orangerie.

Das Sammeln von Zitrusfrüchten

Pflanzen aus dem Süden gehörten zur Grundausstattung der fürstlichen Gärten. Gesammelt wurden vor allem Zitrusbäumchen: Allein im Schlossgarten Weikersheim gab es 400 Zitruspflanzen in Kübeln und Töpfen. Dazu kamen noch Lorbeer, Granatäpfel, Feigen, Zypressen, Dattelpalmen und Aloen. Die Kübelpflanzen waren in der Orangerie untergebracht, denn diese war beheizbar und ließ gleichzeitig genug Licht für die empfindlichen Exoten hinein. Die Weikersheimer Orangerie bot zugleich eine eindrucksvolle Architekturkulisse.

Orangerie im Schlossgarten Weikersheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Im Sommer vor der Orangerie aufgestellte Kübelpflanzen.

Eingangstor zum „Arborium Theodoricum“ in Schwetzingen; Foto: Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Eingangstor zum „Arborium Theodoricum“ in Schwetzingen.

Gehölzsammlungen

Im „Arborium Theodoricum“ von Schwetzingen sammelte Kurfürst Carl Theodor mit wissenschaftlichem Anspruch Gehölze aus der ganzen Welt. Hofgärter Friedrich Ludwig von Sckell legte den Garten für diese Sammlung 1777 im englischen Landschaftsstil an, die malerische Wirkung stand zunächst im Vordergrund. Sein Nachfolger Johann Michael Zeyher sammelte und dokumentierte 9.500 verschiedene Gehölze. Das „lebende Lexikon der Gartenbäume und -büsche“ mit seinen heute 180 unterschiedlichen Gehölzen ist jederzeit einen Besuch wert.

Naturalienkabinett in Meersburg;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Naturalienkabinett in Meersburg.

Ein Kabinett „natürlicher Seltenheiten“

Viele Fürsten besaßen ein sogenanntes Naturalienkabinett: Hier wurden Muscheln, Schnecken, Mineralien und Fossilien gesammelt und ausgestellt. Naturwissenschaftliches Interesse in der Zeit der großen Entdeckungsreisen verband sich mit dem Wunsch, seltene „Naturalien“ zu besitzen – so trug eine kostbare Sammlung zum Glanz des fürstlichen Hofes bei. Ein weithin bekanntes Naturalienkabinett besaßen die Fürstbischöfe von Konstanz: Von weither kamen die Menschen nach Meersburg, um die Sammlung zu bestaunen.

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