Kommen. Staunen. Geniessen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Aquarellblatt aus dem Karlsruher Tulpenbuch; Foto: Badische Landesbibliothek
Mit großer Leidenschaft

Pflanzensammler

Das Sammeln von Kostbarkeiten galt als standesgemäße Beschäftigung. In der Barockzeit legten viele Adelige ihre eigenen Sammlungen von Bildern, Porzellan, Büchern oder Pflanzen an – alles, was kostbar, exotisch und ungewöhnlich war. Hinzu kam im 18. Jahrhundert wissenschaftliches Interesse.

Markgraf Karl Wilhelm; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Markgraf Karl Wilhelm

Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679–1738)

Der Markgraf, selbst ein passionierter Gärtner, ließ durch seinen Hofgärtner exotische Pflanzen an den Hof bringen. Bei der Planung seiner neuen Residenzstadt begründete Karl Wilhelm die Gartenkultur in Karlsruhe. Seine große Liebe aber waren die Tulpen. Er legte eine umfassende Sammlung an und gab das berühmte Tulpenbuch in Auftrag. In die Niederlande, das Land der Tulpen, reiste der Markgraf höchstpersönlich, bei der Rückkehr nach Karlsruhe waren seine Koffer prall gefüllt mit neuen Blumenzwiebeln.

Bildnis Prinzessin Caroline Luise an der Staffelei, Pastell von Jean-Etienne Liotard, 1745; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Karoline Luise an der Staffelei.

Karoline Luise von Baden (1723–1783)

Besonders wissbegierig war Markgräfin Karoline Luise von Baden, die Frau Karl Friedrichs. Sie malte, sammelte und legte eine umfassende wissenschaftliche Bibliothek zu den verschiedensten Themen an. Ihr besonderes Interesse galt der Botanik. Die unzähligen neuen Pflanzenarten, die sie an den Hof bringen ließ, ordnete sie nach dem wissenschaftlichen System des schwedischen Botanikers Carl von Linné. Bis heute bildet ihr Naturalienkabinett die Grundlage für den Bestand des Naturkundemuseums.

Bildnis Großherzog Karl Friedrich von Baden um 1790; Foto:  Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Karl Friedrich von Baden.

Karl Friedrich von Baden (1728–1811)

Karl Friedrich, der Enkel von Karl Wilhelm von Baden-Durlach, förderte zunächst vor allem Landwirtschaft und Obstanbau. Angeregt durch seine Ehefrau Karoline Luise beschäftigte sich der Markgraf zunehmend mit botanischen Fragen und kümmerte sich ebenfalls um den Aufbau der wissenschaftlichen Pflanzensammlung. 1808 ließ Karl Friedrich den Botanischen Garten in Karlsruhe neu anlegen: Hier fanden die verschiedensten einheimischen und exotischen Pflanzen eine Heimat.

Carl Theodor von der Pfalz, Johann Wilhelm Hoffnas nach Pompeo G. Badoni, 1792;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Carl Theodor von der Pfalz.

Carl Theodor von der Pfalz (1724–1799)

Wie Karoline Luise von Baden galt auch Carl Theodor von der Pfalz als aufgeklärter und wissbegieriger Herrscher. Der Kurfürst gründete in Schloss Mannheim die Kurpfälzische Akademie der Wissenschaften. Hier waren auch seine Sammlungen an Gemälden, Kupferstichen und Büchern zu sehen. Darüber hinaus sammelte er Mineralien, Münzen, Medaillen und Abgüsse antiker Skulpturen. In Schwetzingen ließ der Kurfürst das „Arborium Theodoricum“ anlegen mit einer wissenschaftlichen Sammlung von Gehölzen aus der ganzen Welt.

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