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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Historische Ansicht des Gartenplans von Hofgärtner Johann Ludwig Petri, 1753;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Meister auf ihrem Gebiet

Gartenarchitekten

Welche klugen Köpfe verbergen sich hinter den barocken Gartenanlagen, die durch Prunk und Symmetrie faszinieren? Wer steckt hinter den verwunschenen Schleichwegen, die sich zwischen blühenden Sträuchern entlang winden?

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Kreisparterre;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Das Schwetzinger Kreisparterre.

Johann Ludwig Petri (1714–1794)

Johann Ludwig Petri war zunächst als Gartenbaudirektor in Zweibrücken tätig. 1753 reichte er am Hof in Schwetzingen einen völlig einzigartigen Entwurf ein. Kurzerhand stieg er dort zum Hofgärtner auf. Dieses Glück war allerdings nicht von langer Dauer. Aus Mangel an Geldern bat Petri bereits wenige Jahre später um seine Entlassung und kehrte nach Zweibrücken zurück. Sein einmaliges Werk in Schwetzingen jedoch ist bis heute erhalten und begeistert immer wieder.

Schlossgarten Schwetzingen, Vogelbrunnen;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Brunnen von Nicolas de Pigage.

Nicolas de Pigage (1723–1796)

Als Nicolas de Pigage 1749 an den Schwetzinger Hof berufen wurde, war dies ein großer Gewinn für die Schwetzinger Gartenkultur. Der lothringische Gartenarchitekt war zu seiner Zeit weit bekannt. Er eiferte seinem Vater nach, der vom einfachen Steinmetz zum Architekten aufgestiegen war. Auf internationalen Architekturschulen sammelte er einen beträchtlichen Schatz an Inspirationen. Für seine Werke in Schwetzingen und im süddeutschen Raum wurde er mit einer Erhebung in den Reichsadelsstand gewürdigt.

Schlossgarten Schwetzingen, Landschaft von Sckell;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Das „Arborium Theodoricum“ in Schwetzingen, gestaltet von Sckell.

Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823)

Friedrich Ludwig von Sckell wuchs als Sohn des Hofgärtners im Schlossgarten Carl Theodors auf, wo auch Pigage beschäftigt war. Dieses Umfeld verlieh ihm ein besonderes Gespür für die Gestaltung von Gärten. Als der Kurfürst das Talent des jungen Mannes erkannte, finanzierte er Sckell Bildungsreisen nach Frankreich und England. Dort inspirierten ihn besonders die Landschaftsgärten im englischen Stil, denen er später als Gartenbaudirektor im süddeutschen Raum zum Durchbruch verhalf.

Botanischer Garten Karlsruhe, Denkmal Heinrich Hübsch; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Porträtbüste von Heinrich Hübsch.

Heinrich Hübsch (1795–1863)

Ein jeder Garten gewinnt seine besondere Ausstrahlung auch durch die umliegenden Gebäude. Heinrich Hübsch, Leiter der Karlsruher Bauschule und badischer Hofbaudirektor, war sich dieser Tatsache bewusst und setzte sich für die Gestaltung der Gebäude rund um den Botanischen Garten ein. Hierbei verwirklichte er seinen Rundbogenstil, der sich an der mittelalterlichen Romanik orientierte. Diese Bauweise verteidigte er in seiner Schrift „In welchem Style sollen wir bauen?“

Rastatt Favorite, Schlossgarten;   Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Gartenpartie gestaltet von J. M. Schweyckert.

Johann Michael Schweyckert (1754–1806)

„Es gibt viele Gärtner, Garten-Inspectoren und Directoren, aber für Baden und ganz Deutschland nur einen Schweyckert!“ In derart hohen Tönen lobten zeitgenössische Experten die Arbeit des Karlsruher Hofgärtners. Schweyckert war unter anderem 1788 für die Umgestaltung des barocken Schlossgartens von Schloss Favorite Rastatt zum Landschaftsgarten verantwortlich. Sein Wissen hat er auf Reisen nach Frankreich und England erworben – zweifellos damals die wichtigsten Nationen für Inspirationen zur Gartengestaltung.

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