EIN KÖNIGLICHER TRAUM VOM ORIENT Schloss und Schlossgarten Wilhelma

König Wilhelm I. von Württemberg erbaute Schloss und Schlossgarten Wilhelma als seine persönliche Zufluchtsstätte: Hier stillte er seine Sehnsucht nach dem Orient. Mit ihren orientalisierenden Formen wirkten die Gebäude exotisch. Heute sind die historischen Gebäude ein zentraler Teil der Wilhelma, dem Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart.

Wilhelma, König Wilhelm I. vor dem Maurischen Landhaus, unbekannter Künstler, Lithographie um 1846

König Wilhelm I. beim Spaziergang vor seinem Maurischen Landhaus.

EIN KÖNIGLICHER HERZENSWUNSCH

König Wilhelm I. träumte vom Orient. Mit dem Bau von Schloss und Schlossgarten Wilhelma erfüllte er sich seinen Wunsch. Die Anlage war sein Rückzugsort, hier konnte er für sich sein. Allein die königliche Familie und ausgewählte Gäste erhielten Zutritt zur Anlage. Das Vorbild für die Anlage lag im spanischen Granada. Beim Bau orientierte man sich bis in die Details an der berühmten Alhambra, einem maurischen Palast des Mittelalters. Der in Zentraleuropa unbekannte Stil wirkte geheimnisvoll und faszinierend.

Wilhelma, Blick vom Maurischen Landhaus auf den Garten und den Festsaal mit Wandelgang um 1900

Blick vom Maurischen Landhaus auf den Maurischen Garten um 1900.

DIE GESAMTANLAGE

Den Wunsch nach einer orientalischen Sommerresidenz erfüllte Architekt Karl Ludwig von Zanth ab 1837: Er entwarf die Pläne für den privaten Rückzugsort des Königs. Die Anlage umfasste das Maurische Landhaus als Wohnhaus, den Maurischen Festsaal, einen Garten- und einen Aussichtspavillon, Gewächshäuser und den Maurischen Garten. Das Maurische Landhaus bestand aus einem eingeschossigen Wohnhaus und zwei anschließenden Gewächshäusern. Die Damaszenerhalle wurde 1864 nach dem Tod von Zanths erbaut.

Wilhelma, Entwurf des Festsaals, Lithographie von Ludwig von Zanth, 1856

Der Entwurf zeigt den prächtigen Maurischen Festsaal, wie er bis 1944 bestand.

DER ZAUBER DES ORIENTS

Orientalische Farbenpracht, exotische Architektur und aufwändiger Luxus prägten die königlichen Häuser der Wilhelma: Malereien mit Arabesken zierten Decken und Wände, Möbel und Böden waren mit exotischen Stoffen und Teppichen geschmückt. Goldene Kronleuchter erhellten die Räume. Die exklusive Ausstattung der Wilhelma beeindruckte bei den Hoffesten. Das wohl imposanteste Fest fand 1857 statt, als sich Napoleon III., Kaiser von Frankreich, und Alexander II., Zar von Russland, in Stuttgart aufhielten.

Wilhelma, Historisches Gewächshaus

Die Magnolienblüte im Maurischen Garten fasziniert jedes Jahr die Besucher.

DER MAURISCHE GARTEN

Das Herzstück der Anlage ist bis heute der Maurische Garten. Er verbindet italienische und arabische Gartenkunst. Über den doppelarmigen, mit Fliesensternen verzierten Wandelgang des Gartens waren das Landhaus und der nicht mehr erhaltene Maurische Festsaal einst verbunden. König Wilhelm I. ließ hier rund 70 Magnolienbäume pflanzen. Ihre Blüte ist in jedem Frühjahr ein Höhepunkt des Wilhelma-Kalenders! Im Seerosenteich in der Mitte der Anlage wachsen 35 Arten und Sorten aus aller Welt.

Wilhelma, Damaszenerhalle

Die Damaszenerhalle ist original erhalten aus der Zeit der historischen Wilhelma.

DIE ÖFFNUNG DER Schlossanlage

Nach dem Tod König Wilhelms I. wurde die königliche Schlossanlage Wilhelma allmählich geöffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das beeindruckende Ensemble schwer beschädigt. Beim Wiederaufbau behielt man den exotischen Grundgedanken bei. 1952 zogen mit der Ausstellung „Indische Dschungeltiere“ Elefanten und Tiger auf das Gelände am Neckar. In den Folgejahren wurde die Anlage zur Wilhelma, dem zoologisch-botanischen Garten, ausgebaut. Das Herz der Anlage ist bis heute der Maurische Garten.


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