Motiv der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zum Themenjahr 2022

Panorama der Leidenschaft

Favorit Rastatt, Schwarzlackporzellan (um 1710/1713)

Leidenschaft für Kostbarkeiten

Die Wunderkammern und Naturalienkabinette gewähren Einblick in die höfische Sammeltätigkeit und die privaten Vorlieben von Fürst und Fürstin. Man ließ sich diese Leidenschaft etwas kosten – denn auch darin maß man sich mit anderen Höfen und Fürsten.

Schloss Versailles als Vorbild für Luxus

Neues sehen und kaufen

Wer es sich leisten konnte, bezog Luxusgüter wie Stoffe, Porzellan und Möbel aus Paris. Sein Interesse an Einkäufen führten Herzog Carl Eugen fünfmal nach Paris.

Schloss Favorite Rastatt, Gläser auf dem Kaminsims des kleinen Speisezimmers im Appartement der Markgräfin, Böhmen 1. Drittel des 18. Jahrhunderts

Fragil, prunkvoll und kostspielig

Ob als Gläser auf der Tafel, als Fensterglas oder als Spiegel – das Material war in der Barockzeit sehr begehrt und sehr teuer! Die Markgräfin Sibylla Augusta besaß viel davon.

Botanischer Garten Karlsruhe, Außenansicht

AUS LIEBE ZU DEN PFLANZEN

Die Markgrafen von Baden waren leidenschaftliche Pflanzensammler. Sie bezogen außergewöhnliche Bäume, Sträucher und Blumen aus der ganzen Welt.


Venezianische Maske

Maskerade, Jagdfieber und Spielsucht

Während sich die einen an Verkleidung und Spiel erfreuten, gaben sich andere exzessiv dem Jagdfieber hin. Die großen höfischen Treib- und Schaujagden kosteten unzähligen Tieren das Leben und verschlangen dazu immense Ressourcen.

Wildschweinjagd bei Bebenhausen, Federzeichnung laviert, 1576

Vererbte Leidenschaft

Die Jagdleidenschaft vererbte sich durch viele Generationen württembergischer Herrscher. Im Schönbuch veranstalteten sie fürstliche Jagdgesellschaften.

Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Ausstellungsstücke in der Alchemie-Ausstellung

Leidenschaft für die Alchemie

Graf Wolfgang und seine Frau waren leidenschaftliche Anhänger der Alchemie. Sie hatten großes Vergnügen an Versuchen, die zur Herstellung von Gold führen sollten.

Spass an der Verkleidung

Im Barock liebte man es, sich zu verkleiden – davon zeugen Bilder, die die Markgräfin Sibylla Augusta und ihre Familie in verschiedenen Verkleidungen präsentieren.

Residenzschloss Ludwigsburg, Spieltisch Rokoko

HÖFISCHES VERGNÜGEN

Kartenspiele eroberten im 18. Jahrhundert die höfische Welt. Dafür wurden eigens Möbel mit Vorlagen gefertigt: kunstvoll verzierte Spieltische.

Fürstenhäusle Meersburg, Scherenschnitt im Schwalbennest von Droste-Hülshoff

Mit Fingerspitzengefühl und Geduld

Annette von Droste-Hülshoff war nicht nur eine erfolgreiche Dichterin: Mit großer Hingabe gestaltete sie detailgetreue Scherenschnitte.


Residenzschloss Mergentheim, Almosenspende der Elisabeth von Thüringen, Gemälde von Maler Giovanni Battista Pittoni im rechten Seitenaltar der Schlosskirche

Leben in Hingabe

Ob tiefer Glaube oder karitatives Wirken: Mit Leidenschaft widmeten sich Ordensmänner und Ordensfrauen in den Klöstern wie weltliche Regentinnen und Regenten an den Höfen einem Thema oder einer Sache. Manchmal gaben sie alles dafür: ihr ganzes Leben.

Kloster Heiligkreuztal, Abtissinnengalerie

Ein Leben voller Hingabe zum Herrn

Als Bräute Christi widmeten die Nonnen des Zisterzienserordens in Heiligkreuztal ihr Leben der Anbetung Gottes. Jeden Tag beteten sie voller Hingabe zum Herrn.

Grabkapelle auf dem Württemberg, Büsten Katharinas und Wilhelms I.

Helfend aus Leidenschaft

Das württembergische Königspaar sah es als seine Pflicht an, das Volk mit Lebens- und Geldmitteln zu unterstützen ‒ und wurde zum Retter in der Not.

Karl Egon II. zu Fürstenberg, Denkmal in Heiligenberg

Begeisterter Förderer der Archäologie

Karl Egon II. Fürst zu Fürstenberg interessierte sich für Kunst und Geschichte. Er ließ die Therme des römischen Ortes „Brigobanne“ ausgraben ‒ und schützen.

Residenzschloss Mergentheim, Carl Joseph von Adelsheim

Sammeln als Lebensinhalt

Freiherr Carl Joseph von Adelsheim widmete sich dem Sammeln von Kunstwerken und Altertümern. Nach seinem Tod vermachte er die Sammlung der Stadt Mergentheim.