Blütenpracht und Zitrusduft
Im Sommer entfaltet der Schlossgarten Weikersheim seine ganze Pracht. Mehr als 20.000 Pflanzen und rund 60 verschiedene Arten von Sommerblumen zieren dann die beeindruckende Gartenanlage. Im August erreicht ihr Farbenspiel seinen Höhepunkt. Zitrusgewächse und weitere Exoten machen das Bild komplett. Die dekorativen Pflanzen sind Mitte Mai ins Freie zurückgekehrt. Sie begleiten die Besucherinnen und Besucher durch die warme Jahreszeit, bevor sie im Spätherbst wieder in die Orangerie einziehen.
Wissen über den historischen Garten
Die Grundstruktur, Wege, Wasserbecken, Mauern und Skulpturen sind bis heute erhalten. Darüber hinaus existieren sogar Pflanzenlisten für manche Gartenbereiche. Aus Inventaren der Weikersheimer Orangerie aus dem 18. Jahrhundert weiß man, dass in Weikersheim auch Exoten wie Ananas, Kaffee und Ingwer gezogen wurden – ein Versuch, den die heutige Schlossgärtnerei wieder macht. Historische Pläne und Gemälde des Gartens oder archäologische Untersuchungen geben weitere Hinweise.
Blick in ein historisches Pflanzbuch
Bei der Bepflanzung einer Rabatte zählte in der Barockzeit immer die Wirkung. Symmetrie und Kontraste in Form und Farbe mussten berücksichtigt werden, fließende Farbübergänge waren gewünscht. Es haben sich alte Pflanzbücher, sogenannte Herbarien, erhalten. Sie geben Auskunft darüber, was in einem barocken Garten grünte und blühte. Viele der Pflanzen sind heute noch bekannt. Die Wunderblume, die ab Juni blüht, war in der Barockzeit sehr beliebt. Die aus Mittelamerika stammende Pflanze wird bis zu einem Meter hoch und stand meist in der Mitte einer Rabatte. Hierhin wurde auch der Rittersporn, der eine ähnliche Höhe erreicht, in vielen Farben gepflanzt. Dagegen standen die Löwenmäulchen, ebenso wie die Gartennelken und Levkojen, eher am Rand, da sie deutlich niedriger sind.
Die Fuchsien-Schau: eine Modepflanze neu entdecken
Im Kastellangarten können Gäste Fuchsien in ihrer ganzen Farbvielfalt genießen. Mit ihrer ausgefallenen Blütenform und Farbenvielfalt wirken die Nachtkerzengewächse wie tänzelnde Ballerinas. Bei Pflanzenfreundinnen und -freunden sind sie daher besonders beliebt. Die exotischen Kübelpflanzen haben auf Schloss Weikersheim lange Tradition – die erste schriftliche Erwähnung liegt für das Jahr 1858 vor. Fürst Karl zu Hohenlohe-Langenburg erwarb damals 36 Fuchsien. Die Schau im Schlossgarten Weikersheim besteht heute aus circa 100 verschiedenen Sorten, die größtenteils zwischen 1830 und 1910 gezüchtet wurden.
Entdeckungen mit der die App-Tour im Schlossgarten
Wer den Schlossgarten und seine Höhepunkte entdecken will, lädt sich die App „Monument BW“ aus den bekannten App-Stores herunter. Darin gibt es eine Tour durch den Schlossgarten: Sie führt vom Innenhof zum Gartenparterre und vom Herkulesbrunnen über die Orangerie zum Teehaus. Von dort geht es über den Obstgarten wieder zurück zur Schlossterrasse. Zwei Hofdamen aus der Barockzeit erzählen über Gartenfeste, die höfische Gesellschaft und das Lustwandeln im Garten, während zwei Gärtner über die harte Arbeit in den Rabatten und in der Orangerie berichten. Diese Dialoge werden abgerundet durch unterstützende Bilder und Videos zur Geschichte, Erforschung und Restaurierung des Schlossgartens.
Service und Information
Schloss und Schlossgarten Weikersheim
Öffnungszeiten
bis 31. Oktober
Di – So, Feiertag 9.00 – 18.00 Uhr
Preis
bis 31. Oktober
Erwachsene 5,00 €
Ermäßigte 2,50 €
Familien 12,50 €
Kontakt
Schloss und Schlossgarten Weikersheim
Marktplatz 11
97990 Weikersheim
Telefon +49 (0) 79 34.9 92 95-0
info@schloss-weikersheim.de