Kommen. Staunen. Geniessen.
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Sonntag, 20. September 2020

Schloss Favorite Rastatt | Führungen & Sonderführungen „Unendlich schön“: Zwischen Prunk und Demut im Lustschloss

Schönheit und Ewigkeit sind im Schloss Favorite Rastatt aus zwei ganz verschiedenen Blickwinkeln zu erleben. Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden ließ in der Nähe ihres prunkvollen Lustschlosses die Eremitage als private Bußkapelle errichten – weltlicher Glanz und ein frommer Blick auf das ewige Leben standen sich hier gegenüber. Mehr über den romantischen Landschaftsgarten, der die Eremitage umschließt, können Gäste bei der Sonderführung „Barockschloss und Landschaftsgarten“ im Rahmen des Themenjahrs „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“ am Sonntag, den 27. September um 14.30 Uhr erfahren. Eine telefonische Anmeldung unter +49(0)62 21. 6 58 88-15 ist erforderlich.

BAROCKSCHLOSS UND LANDSCHAFTSGARTEN

Schloss Favorite und sein Schlossgarten – mehr Harmonie ist kaum denkbar. Dabei „passen“ das barocke Porzellanschloss und der romantische Landschaftsgarten eigentlich gar nicht zusammen, denn sie entstanden zu ganz unterschiedlichen Zeiten. In der Sonderführung „Barockschloss und Landschaftsgarten“ am Sonntag, den 27. September um 14.30 Uhr entdecken Besucherinnen und Besucher den Garten und bekommen auch einen Eindruck davon, wie einst die barocke Anlage aussah. Sibylla Augusta ließ ihr Lustschloss mit Garten als Gesamtkunstwerk anlegen, um ihrem Stand als Markgräfin Ausdruck zu verleihen.

 

ZWISCHEN PRUNK UND DEMUT

Schloss Favorite entfaltet auf engem Raum ein barockes Feuerwerk von künstlerischen Ideen und kostbaren Materialien, raffiniert komponiert und darauf angelegt, Staunen hervorzurufen. Für die Markgräfin gipfelte ihre ganz persönliche Vorstellung von Schönheit in ihrem Lustschloss. Als fürstliche Bauherrin des 18. Jahrhunderts dachte sie dabei auch an das internationale „Ranking“ ihrer Hofhaltung: Denn die vorgebliche Intimität eines privaten Refugiums wie Schloss Favorite war so angelegt, dass das Ansehen der Eigentümer im europäischen Maßstab gesteigert werden sollte. Daher gehörten Lustschloss, Eremitage und Garten ebenso zur markgräflichen Residenz wie das Rastatter Schloss mit Schlosskirche und mehreren Kapellen.

 

KOSTBAR UND EMPFINDLICH

Viele Materialien, die Markgräfin Sibylla Augusta für den Schmuck ihrer Räume auswählte, waren kostbar und empfindlich, wie beispielsweise feine Seidenstoffe und Stickereien – nichts, was für die Dauer geeignet war. Umso erstaunlicher ist es, wieviel sich davon erhalten hat. So finden sich zum Beispiel noch heute prunkvolle Stickereien aus Wolle und Seide an den Wänden des Paradeappartements von Sibylla Augusta und in dem ihres Sohnes. Die in „Petit point“ gestickten Motive – Vasen mit üppigen Blumenbouquets – haben einen Hintergrund, der mit schimmernden Glasstiften bedeckt ist. Auch ihre wertvollen Sammlungen, die sie im Schloss aufstellte, sind fast vollständig vorhanden. Dass allerdings das Glas des 18. Jahrhunderts einem geheimnisvollen Alterungsprozess unterworfen ist, der durch Korrosion die Oberflächen gefährdet – das hätte sich Sibylla Augusta nicht träumen lassen.

 

DER WELT ABGEWANDT

Nur wenige Schritte durch den Schlossgarten und Markgräfin Sibylla Augusta war in der Eremitage mit der Magdalenenkapelle, einem Bau, den sie nur für sich nutzte. Hier galt kein Gedanke der weltlichen Pracht. Der Blick richtete sich ganz auf das Unendliche. Mit einfachsten Materialien ließ sich die fromme Markgräfin die Eremitage erbauen, schlicht bis zur Rohheit. Die kleinen Räume dienten Sibylla Augusta dazu, den Blick über den kurzen weltlichen Ruhm eines Menschenlebens und den fürstlichen Glanz ihres höfischen Alltags hinaus auf die ewige Seligkeit zu richten. Es ist erstaunlich, dass sich die Eremitage bis in die Details erhalten hat. Zu ihrer Ausstattung gehören Wachsfiguren wie Magdalena als Büßerin oder ein fast lebensgroßer Totenkopf mit Knochen aus Wachs – eine Erinnerung an die Unausweichlichkeit des Todes.

 

DIE IDEE DER UNENDLICHKEIT

„Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit" – das ist der Titel des aktuellen Themenjahres der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Über alle Zeiten wollten Menschen Spuren hinterlassen, die ihr eigenes Leben überdauern sollten. Sie strebten nach einer ewigen Schönheit im Rahmen der Kunst und zum Ruhme der Familie. Schlösser, Klöster, Gärten und Burgen von der Zeit der Kelten bis in die Gegenwart sind Zeugen dieser Sehnsucht nach Schönheit und Ewigkeit und strahlen noch heute im alten Glanz. Das Themenjahr wirft mit vielen Veranstaltungen einen Blick auf die Thematik der Vergänglichkeit und macht die unendliche Schönheit der Monumente erfahr- und erlebbar.

 

 

SERVICE UND INFORMATION

Sonntag, 27.09.2020, 14:30 Uhr

Barockschloss und Landschaftsgarten

Eine Führung durch die Jahrhunderte

Sonderführung mit Dr. Birgit Maul

Dauer: 2 Stunden

 

PREIS

Erwachsene 12,00 €
Ermäßigte 6,00 €

 

HINWEIS

Max. 20 Personen

 

Eine Anmeldung ist erforderlich.

 

KARTENVERKAUF & TREFFPUNKT

Schlosskasse/Besucherzentrum

 

ÖFFNUNGSZEITEN

Do - So & Feiertag 11.00 bis 17.00 Uhr, Einlass nur mit Führung, diese von 11.00 bis 16.00 stündlich. Die Beletage ist weiterhin geschlossen.

 

INFORMATION UND ANMELDUNG

Anmeldung über das Service Center
Telefon +49(0)62 21. 6 58 88-15
service@schloss-favorite.de

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