Konzert & Theater
Termin: Sonntag, 10.05.2026, 19:30
In Mozarts Don Giovanni wird ein Mensch zu Stein. In Jean-Philippe Rameaus Pygmalion wird ein Stein zum Menschen. Ein Künstler verliebt sich in die Statue, die er selbst geschaffen hat, und als Lohn für seine Liebe und für sein Schaffen haucht Venus dem Kunstwerk Leben ein: Davon handelt die griechische Sage von Pygmalion, die Rameau zu einem Operneinakter machte. Was sehe ich? Wo bin ich? Und was ist es, das ich denke? Das sind die Fragen, mit denen bei ihm die Kunst vom Sockel steigt. Das Stück enthält einige der schönsten Musiken des Komponisten. In den Tonwiederholungen der Ouvertüre hören wir den Meißel des Bildhauers, die Vermenschlichung der Statue begleiten himmlische Akkorde, wir erleben die tänzerische Sozialisation der Verwandelten, und beim übermütigen Fest am Ende setzt Pygmalion seiner verzweifelten Arie vom Beginn des Stücks eine virtuose Nummer zum Lob der Liebe entgegen. Bei unserer Aufführung ergänzen sich der jugendliche Elan des European Union Baroque Orchestra und die große Erfahrung des französischen Cembalisten und Dirigenten Christophe Rousset. „Herrsche, Amor“, wird der Tenor Abel Zamora als Pygmalion am Ende singen, „schieße deine Pfeile in unsere Seelen – leere deinen Köcher!“
Programm
Jean-Philippe Rameau
Suite aus „Castor et Pollux”. Oper in einem Prolog und fünf Akten
„Pygmalion“. Acte de ballet in einem Akt
(konzertant)
Mitwirkende
Abel Zamora Tenor / Pygmalion
Neima Fischer Sopran / L’amour
Michèle Bréant Sopran / La Statue
Léontine Maridat-Zimmerlin Mezzosopran / Céphise
Vocalensemble Rastatt
Holger Speck Einstudierung
EUROPEAN UNION BAROQUE ORECHESTRA (EUBO)
Christophe Rousset Leitung