Was am 15. Juli geschah … Die Leitfigur des Rokokos

Am 15. Juli 1735 starb Robert de Cotte in Passy bei Paris. Er gilt als einer der bedeutendsten Architekten des frühen Rokokos, der an zahlreichen Bauprojekten beteiligt war. Doch seine Bedeutung reicht weiter: Viele seiner europäischen Berufskollegen waren an seinem Rat interessiert.

Porträt Robert de Cottes, Joseph Vivien, um 1701

Robert de Cotte war zu seiner Zeit einer der führenden Architekten Frankreichs.

ERSTER ARCHITEKT DES KÖNIGS

Robert de Cotte wurde 1656 in Paris geboren. Seit 1672 stand er in den Diensten Ludwigs XIV., des Königs von Frankreich, 1689 wurde er zum Hofbaumeister befördert. 13 Jahre später erhob ihn der König in den Adelsstand – eine ungemeine Auszeichnung für seine Verdienste. 1708 schließlich brachte es de Cotte nach ganz oben: Fortan war er der Erste Architekt des Königs sowie Direktor der Königlichen Bauakademie. In diesem Amt trug er für die Mehrzahl aller Schloss- und großen Kirchenbauten Frankreichs Verantwortung.

Die Große Galerie im Neuen Schloss Schlessheim

Die Große Galerie im Neuen Schloss Schleissheim beruht auf Entwürfen de Cottes.

PIONIER DES ROKOKOS

Obwohl Robert de Cotte Paris selten den Rücken kehrte, war er doch in ganz Europa bekannt und geschätzt. Heutzutage gilt er als der bedeutendste französische Baumeister des frühen Rokokos. Charakteristisch für diesen Stil waren Anmut, Leichtigkeit und Eleganz. Verspielte Motive zählen zu seinen Erkennungsmerkmalen. Seinerzeit würdigte bereits de Cottes eigener Berufsstand sein Wissen und seine Erfahrungen: Zahlreiche Architekten waren für ihre eigenen Bauprojekte auf seinen Rat erpicht und schrieben nach Paris.

Porträt Balthasar Neumanns, Marcus Friedrich Kleinert, 1727

Die Bauten Balthasar Neumanns zieren Süddeutschland noch immer.

EIN SÜDDEUTSCHER ARCHITEKT

Auch Johann Balthasar Neumann stand in Austausch mit Robert de Cotte. Neumann gilt als einer der bedeutendsten Architekten des Barocks und Rokokos in Süddeutschland. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten lassen sich mit seinem Namen verbinden. Hierzu zählen das beeindruckende Treppenhaus in Schloss Bruchsal, die glanzvolle Würzburger Residenz, die ansehnliche Abteikirche des Klosters Schöntal und das eindrucksvolle Treppenhaus im Neuen Schloss Meersburg. All diese prächtigen Werke rühren aus französischen Einflüssen.

Das Neue Schloss Meersburg war einst die Residenz des Fürstbischofs von Konstanz – sie musste entsprechend prächtig sein.

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