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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Mittwoch, 4. März 2020

Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe | Führungen & Sonderführungen

Zum Internationalen Frauentag: Luise von Baden, Großherzogin an einer Zeitenwende

Großherzogin Luise von Baden (1838–1923), geborene Prinzessin von Preußen, lebte an einer Zeitenwende: Sie war die Tochter des deutschen Kaisers Wilhelm I. und wuchs in einer monarchisch geprägten Welt auf. Als sie starb, war Baden eine Republik. Sie lebte ein Leben, orientiert an traditionsreichen „fürstlichen Tugenden“ – und zugleich zeigt sie Facetten einer modernen Frau. Zum Internationalen Tag der Frauen am 8. März erinnern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg an eine starke Fürstin, die sich durch ihr soziales Engagement die Verehrung der badischen Bevölkerung erwarb.

Kindheit in Berlin und Koblenz

Prinzessin Luise wuchs am Hof in Berlin auf: Sie war die Tochter von Prinz Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm I. (1797–1888), und seiner Frau Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890). Luise von Preußen wurde privat unterrichtet: ihre Mutter wählte Lehrer und Fächer aus. Geisteswissenschaften und „fürstliche Tugenden“ standen auf dem Lehrplan. So machte sie schon als Mädchen Besuche in Waisen- und Krankenhäusern. Mit 18 Jahren, am 20. September 1856, heiratete sie Prinzregent Friedrich von Baden (1826–1907), wenige Tage nach seiner Proklamation zum Großherzog von Baden. Drei Kinder gingen aus dieser langen und wohl glücklichen Ehe hervor.

 

Soziales engagement der jungen Landesmutter
Bereits als junge Großherzogin engagierte sich Luise in sozialen Projekten. Im Jahr 1859 gründete sie in Karlsruhe den ersten Badischen Frauenverein, Vorläufer der Rotkreuz-Schwesternschaft. Der Frauenverein war federführend bei Kursen und Schulungen in der Hauswirtschaft. 1886 wurde in Pforzheim eine erste „Haushaltungsschule“ eingerichtet. Ihr Engagement war fernab der Politik – auch wenn sie privat wohl eine klare politische Ausrichtung hatte. Aber mit ihren öffentlichen Aktivitäten beschränkte sie sich auf karitative Bereiche und auf Themen wie Kochunterricht und ähnliche Bereiche. Es war die Zeit der industriellen Revolution, die Wirtschaft wuchs auch in Baden, große Fabriken entstanden. Für eine Landesherrin lag das fürsorgliche Engagement in Fragen der sozialen Not nahe – und verschaffte ihr Respekt, ja Verehrung in der Bevölkerung. Bis heute erinnern Kränze und Blumen in der Karlsruher Grabkapelle an diese Verehrung: Die Nachfolgeorganisationen der von ihr begründeten Initiativen wie das Rote Kreuz widmen sie der Großherzogin zu Gedenktagen. 1917 verlieh ihr die Technische Hochschule Karlsruhe die Ehrendoktorwürde.

 

PErsönliches Leid, Tod und Trauer

1888 erlitt das Fürstenpaar schwere persönliche Verluste: Innerhalb kurzer Zeit starben Luises Vater, Kaiser Wilhelm I., und ihr Bruder, Kaiser Friedrich III. Am gravierendsten war aber sicher der unerwartete Tod ihres jüngsten Sohnes Ludwig Wilhelm. Das großherzogliche Paar nahm für ein Fürstenpaar eine bemerkenswert private Haltung ein und suchte Raum für die persönliche Trauer in Form einer eigenen Grabkapelle außerhalb der öffentlichen Aufmerksamkeit. Luise, in Berlin aufgewachsen, kannte das Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg, das 1810 nach dem Tod der preußischen Königin Luise errichtet worden war. Christian Daniel Rauch hatte dafür das ganz lebendig wirkende Grabmal der jungen Königin geschaffen. Daran orientierte sich der badische Bildhauer Hermann Volz bei seinen Grabmälern in der neu errichteten Großherzoglichen Grabkapelle im Karlsruher Hardtwald.

 

die letzten Jahre der Grossherzogin in der Republik

Das Ende des Ersten Weltkriegs brachte auch das Ende der Monarchien. Ihr ältester Sohn, Großherzog Friedrich II. dankte ab und die seit elf Jahren verwitwete Großherzogin floh im November 1918 auf die Burg Zwingenberg am Neckar. Aufenthalte auf Burg Langenstein und der Bodensee-Insel Mainau folgten. 1919 bezog sie schließlich ihren letzten Wohnsitz, Schloss Baden-Baden. Dort starb sie 1923, 84 Jahre alt. Ihr Leichnam wurde neben ihrem 1907 verstorbenen Gemahl, Friedrich I. in der Gruft der Grabkapelle im Hardtwald beigesetzt.

 

Grabmal in der Karlsruher Grabkapelle

An das Stifterehepaar Friedrich und Luise erinnern heute in der Kapelle die beeindruckenden Marmordenkmale mit den Liegeskulpturen. Der Bildhauer Hermann Volz zeigt das Paar schlafend – so, wie es das Vorbild in Charlottenburg vorgegebenen hatte. Besuchen kann man ihr Grab wieder ab April: Am 1. April öffnet die Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe nach der Winterpause wieder ihre Tore.

 

SERVICE

Kirche

Geöffnet vom 1. April bis 31. Oktober

Do 11:00 - 14:00 Uhr

Fr 14:00 - 17:00 Uhr

Sa, So, Feiertag 13:00 - 17:00 Uhr

 

GRUFT

Die Besichtigung ist nur im Rahmen einer Sonderführung möglich.

 

Sonntag, 19.07.2020, 14.30 Uhr

Samstag, 19.09.2020, 14.30 Uhr

Baden und Preußen

Luise, der badische Frauenverein und das Rote Kreuz

Sonderführung mit Paul-Ludwig Schnorr

 

INFORMATIONEN UND ANMELDUNG

Service Center Botanischer Garten und Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe
Telefon +49(0)62 21.65 88 815
service@schloss-bruchsal.de

 

Großherzogliche Grabkapelle Karlsruhe

Klosterweg 11

76131 Karlsruhe
Telefon +49(0)72 51.74-26 61

info@grabkapelle-karlsruhe.de

 

TREFFPUNKT UND KARTENVERKAUF

Kasse im Besuchszentrum

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