Festakt zur Übergabe des Hochmeisterporträts an die Öffentlichkeit
Beim Festakt am Mittwoch, 6. Mai, wurde die Rückkehr des Porträts in den Kapitelsaal gefeiert. Nach einer Begrüßung durch Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, würdigte Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium, die Bedeutung des Gemäldes und die herausragende Arbeit der Restauratorinnen. Diese gaben bei der Veranstaltung Einblicke in ihre Arbeit. Nach den Grußworten von Udo Glatthaar, Oberbürgermeister der Stadt Bad Mergentheim, wurde der Kapitelsaal geöffnet und das Gemälde an seinem ursprünglichen Ort betrachtet.
Finanzstaatssekretärin Gisela Splett: „Der Kapitelsaal gehört zu den Höhepunkten im Residenzschloss Mergentheim – die Hochmeistergemälde sind ein wichtiger Teil des Ensembles und ich freue mich über die gelungene Restaurierung und die Rückkehr des ersten Gemäldes.“
Notwendige Arbeiten dank Unterstützung möglich
Die Restaurierungsarbeiten wurden aus nicht abgeholten Gewinnen der Lotterie GlücksSpirale von Lotto Baden-Württemberg finanziert. Patricia Alberth dankte Christoph Grüber, Regionaldirektor der Toto-Lotto Regionaldirektion Nord-Ost GmbH, in Vertretung für Lotto-BW-Geschäftsführer Paul Nemeth für die Unterstützung: „Die Arbeiten an den Gemälden waren dringend notwendig. Ohne die Gelder von Toto-Lotto wäre es nicht möglich gewesen, den kulturellen Schatz zu erhalten. Daher gebührt Ihnen unser größter Dank.“ Auch Staatssekretärin Gisela Splett drückte ihren Dank im Namen des Landes Baden-Württemberg aus.
„Lotto Baden-Württemberg setzt sich seit vielen Jahrzehnten für die Förderung von Kunst und Kultur im Land ein. Wie wichtig diese Unterstützung ist, wird auch im Residenzschloss Mergentheim sichtbar. Hier wurde es durch großes gemeinsames Engagement möglich gemacht, dass noch viele weitere Generationen diese historischen Gemälde bewundern werden“, machte Paul Nemeth, Geschäftsführer von Lotto Baden-Württemberg, im Vorfeld deutlich.
Die Gemälde wurden über die Jahrhunderte in Mitleidenschaft gezogen. Die Arbeiten waren aufwendig: Risse und Löcher im Bildträger mussten repariert, die über der originalen Malschicht liegenden unebenen Altkittungen und nachgedunkelten Altretuschen ausgebessert werden. Zudem waren Verunreinigungen festzustellen, die entfernt wurden. Beim Festakt gaben Hanna Gräbeldinger, Diplomrestauratorin für Gemälde und gefasste Objekte der Staatlichen Schlösser und Gärten und Leiterin der Restaurierungsmaßnahmen, sowie die externen Restauratorinnen Gudrun Bischoff und Caroline Walter Einblicke, wie sie das Porträt wieder in den alten Glanz zurückversetzten. Hanna Gräbeldinger übernahm das Projekt von ihrem Vorgänger Felix Muhle, der 2023 die Voruntersuchungen geleitet hatte.
„Dass das Projekt überhaupt ins Rollen kam und zu einem Erfolg wurde, verdanken wir der vorausschauenden Arbeit unserer Konservatorin Maike Trentin-Meyer“, erklärt Patricia Alberth. Die Konservatorin der Staatlichen Schlösser und Gärten für die Region Hohenlohe initiierte die Restaurierungsmaßnahmen und übernahm die Leitung des Projekts.
Kulturelles Erbe gesichert
Karl Alexander von Lothringen war von 1761 bis 1780 der 52. Hochmeister des Deutschen Ordens. Er war der jüngere Bruder von Kaiser Franz I. Stephan, der mit Maria Theresia verheiratet war. „Die Staatlichen Schlösser und Gärten kümmern sich um das Residenzschloss des Deutschen Ordens und bewahren dessen kulturelle Schätze“, ergänzte Oberbürgermeister Udo Glatthaar beim Pressetermin: „Ich danke allen Beteiligten.“ Im Anschluss wechselte die Gesellschaft vom Roten Saal in den Kapitelsaal: Dort ist das Hochmeisterporträt wieder an seinem ursprünglichen Platz zu finden.
Das zweite Gemälde – das Hochmeisterporträt des Habsburgers Maximilian Franz von Österreich – wird nun auch einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Es wurde bereits abgeholt und für die Restaurierungsarbeiten vorbereitet. 2027 soll es ins Schloss zurückkehren.
Bilder mit Bedeutung
Beide Gemälde wurden 1776 vom Brüsseler Hofmaler Jean Pierre de Sauvage speziell für den damals neu gestalteten Kapitelsaal des Residenzschlosses angefertigt. Der Saal diente den Hochmeistern des Deutschen Ordens als herrschaftlicher Audienzsaal und Versammlungsraum. Seine Ausstattung repräsentiert den Machtanspruch und das Selbstverständnis des Ordens: In den Wandfeldern symbolisieren vier Allegorien die Weltteile und dienen als Sinnbild für die Verbreitung des katholischen Glaubens. Zusammen mit dem Hochmeister- und Deutschordenskreuz sowie den kriegerischen Elementen demonstrieren sie die Aufgabe des Deutschen Ordens, den Glauben zu verteidigen.
Ein Schloss, viele Geschichten
Seit dem Mittelalter prägt das Residenzschloss das Bild von Bad Mergentheim. Für Jahrhunderte war dort der Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Das Schloss wurde immer wieder erweitert und nach den neuesten Vorstellungen der jeweiligen Zeit gestaltet. Heute befinden sich im Schloss verschiedene Sammlungen, die ihre Gäste dazu einladen, in unterschiedliche Themen einzutauchen. Denn nicht nur das Leben und Wirken der Ordensmitglieder kann hier entdeckt werden. Von Zeugnissen aus der Jungsteinzeit über eine vielfältige Puppenstubensammlung bis hin zu wechselnden Sonderausstellungen – die Besucherinnen und Besucher des Residenzschlosses Mergentheim erhalten facettenreiche Einblicke in unterschiedliche Themen und Epochen.
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