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Staatliche Schlösser und Gärten Baden‑Württemberg
Châteaux et jardins publics du Bade-Wurtemberg

mercredi, 25. février 2026

Château résidentiel de Ludwigsbourg | Généralités Eine Legende geht in Rente: Anne Raquet verlässt das Residenzschloss

Über zwei Jahrzehnte lang war sie Herz, Stimme und Seele des Residenzschlosses Ludwigsburg. Als „Kammerzofe Christine“ verzauberte Anne Raquet Generationen von Besucherinnen und Besuchern, berührte mit ihrer Wärme und machte Geschichte lebendig wie kaum eine andere. Am Samstag, 28. Februar, verabschiedet sie sich in den Ruhestand. Doch ganz loslassen wird sie nicht: Für ausgewählte Kinderführungen bleibt sie dem Schloss erhalten und macht Geschichte auch weiterhin auf unverwechselbare Weise erlebbar.

Abschied nach vielen Jahren

Am Samstag, 28. Februar, heißt es im Residenzschloss Ludwigsburg Abschied nehmen: Anne Raquet verabschiedet sich in den Ruhestand. Über viele Jahre war sie eine prägende Stimme und ein vertrautes Gesicht in der barocken Residenz – zuerst als Kammerzofe, später in der Schlossverwaltung, wo sie Vermittlungsformate speziell für Kinder entwickelte. Stephan Hurst, Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg, würdigt ihren besonderen und langjährigen Einsatz: „Es gibt Menschen, die einen allein durch ihre Art für sich einnehmen. Anne Raquet ist so jemand – mit Elan, Freude und dieser besonderen Gabe, Menschen mitzunehmen und Geschichte auf ihre ganz eigene Art und Weise lebendig werden zu lassen.“ Und weiter: „Anne Raquet hat dieses Schloss nicht nur mitgestaltet – sie hat ihm Persönlichkeit gegeben.“ Manuel Liehr, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, ergänzt: „Anne Raquet hat die Besuchervermittlung in Ludwigsburg nachhaltig bereichert. Wir bedanken uns für die langjährige Mitarbeit und wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.“ Mit Kreativität, unermüdlichem Engagement und einem außergewöhnlichen Gespür für ihr Publikum – vor allem für Kinder – habe sie Maßstäbe gesetzt. Zahlreiche ihrer Ideen wurden zu Publikumslieblingen und dienten anderen Schlossverwaltungen als Inspiration.

Dem Schloss weiterhin verbunden

Die Zusammenarbeit im Team bezeichnet Anne Raquet als einen der schönsten Aspekte ihrer Arbeit: „Ich bin dankbar für die vielen Jahre und vor allem für die Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich arbeiten durfte. Gemeinsam haben wir so viel möglich gemacht – genau dieses Miteinander werde ich sehr vermissen.“ Den Besucherinnen und Besuchern begegnete sie stets mit Humor und Servicegedanken: „Wir machen alles möglich – außer übernachten … das habe ich oft zu unseren Kunden gesagt“, erinnert sich Anne Raquet. Nicht nur bei Gästen war sie geschätzt – auch im Kollegium genoss sie höchste Wertschätzung. „Sie hatte stets ein offenes Ohr und stand einem mit Rat und Tat zur Seite. Ihr Abschied hinterlässt eine spürbare Lücke – fachlich wie menschlich“, sagt Stephan Hurst. Dreimal sprang sie zudem als stellvertretende Leiterin der Schlossverwaltung ein und übernahm Verantwortung mit Selbstverständlichkeit. Völlig verabschieden möchte sie sich dennoch nicht: „Ganz ohne Schloss möchte ich dann doch nicht sein. Daher freue ich mich, weiterhin ausgewählte Kinderführungen begleiten zu dürfen.“

Eine Kammerzofe, die Geschichte schrieb

Im Februar 1999 trat Anne Raquet erstmals als Kammerzofe vor ihr Publikum – der Beginn eines Erfolgsformats. Mit der Idee, als „allein im Schloss“ verbliebene Dienerin die Gäste in eine längst vergangene Welt zu entführen, betrat sie konzeptionelles Neuland. Rund 4.000 Führungen und 80.000 Besucherinnen und Besucher später war klar: Die Kammerzofe war nicht nur eine Rolle – sie war ein Erlebnis. „Anne Raquet verstand es meisterhaft, historische Fakten mit lebendiger Erzählkunst, Humor und feinem Gespür für ihr Publikum zu verbinden. Jede Führung war individuell, jede Begegnung persönlich“, so Stephan Hurst.

Vermittlung mit Persönlichkeit

2015 wechselte sie in die Schlossverwaltung – doch auch dort blieb sie Ideenschmiede und Antreiberin. Mit ihrer Kreativität entwickelte sie neue Formate, darunter „Nachts im Schloss“, „Treppauf, treppab“ sowie „Meine erste Schlossführung“ für Drei- und Vierjährige. Gerade im Umgang mit Kindern zeigte sich ihre besondere Begabung. Sie begegnete ihnen auf Augenhöhe, mit Wärme, Geduld und echter Zuwendung. Für viele kleine Besucherinnen und Besucher war sie die erste Begegnung mit Geschichte – und eine, die in Erinnerung blieb. Kuscheltiere durften mit auf Entdeckungstour gehen, jede Frage war willkommen. Mit der von ihr initiierten „Soiree Royale“ setzte sie zudem ein weiteres kreatives Ausrufezeichen im Veranstaltungskalender des Residenzschlosses – auch dieses Format entwickelte sich rasch zu einem Publikumserfolg und unterstrich ihren Anspruch, Geschichte nicht nur zu vermitteln, sondern erlebbar zu machen.

 

Service und Information

Öffnungszeiten
Residenzschloss Ludwigsburg
bis 28. Februar 
Mo – Fr 11.00 – 16.00 Uhr, Führungen stündlich
Sa – So 11.00 – 16.00 Uhr, Führungen halbstündlich

Faschingsferien, 15. bis 22. Februar
täglich 10.00 – 17.00 Uhr, Führungen halbstündlich

 

Kontakt
Residenzschloss Ludwigsburg
Schlossstraße 30
71634 Ludwigsburg
Telefon +49 (0) 71 41.18 64 00
info@schloss-ludwigsburg.de 

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Crédit photo

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

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