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Staatliche Schlösser und Gärten Baden‑Württemberg
Châteaux et jardins publics du Bade-Wurtemberg

mercredi, 25. février 2026

Jardin botanique de Karlsruhe | Généralités Ein Stadtplaner und Architekt, der Baden prägte: 200. Todestag von Friedrich Weinbrenner

Vor 200 Jahren starb Johann Jakob Friedrich Weinbrenner am 1. März 1826 – die Stadt Karlsruhe trägt bis heute seine Handschrift. Als führender Klassizist Badens prägte er mit Rathaus, Stadtkirche und Pyramide das Bild der einstigen Residenz. Nach Studienjahren in Italien entwickelte er seine eigene Formensprache. Auch der Botanische Garten Karlsruhe und das Belvedere im Kur- und Schlosspark Badenweiler gehen auf ihn zurück.

Karlsruhe trägt seine Handschrift

Johann Jakob Friedrich Weinbrenner zählte zu den produktivsten Architekten und Stadtplanern Badens. Zahlreiche repräsentative Gebäude in Karlsruhe, darunter die Pyramide auf dem Marktplatz, das Rathaus, die evangelische Stadtkirche und das Markgräfliche Palais, stammen von ihm. Als Leiter des „Staatlichen Badischen Bauwesens” plante er zahlreiche öffentliche Bauten und Anlagen, darunter den Botanischen Garten Karlsruhe und das Belvedere im Kur- und Schlosspark Badenweiler. 2026 jährt sich sein Todestag zum 200. Mal: Am 1. März 1826 starb der bedeutende Architekt. 

Von Karlsruhe nach Italien und zurück 

Friedrich Weinbrenner wurde 1766 in Karlsruhe als Sohn eines Zimmermanns geboren. Zunächst schlug er die gleiche Karriere wie sein Vater ein. Doch allmählich entwickelte er ein großes Interesse für die Baukunst. 1788 verließ er Baden und wurde zunächst Bauführer in der Schweiz. Zwei Jahre später begann er ein Architekturstudium an den Akademien in Wien und Dresden. Auch in Berlin verbrachte er mehrere Monate. Für die Entwicklung seines späteren Baustils war jedoch sein Aufenthalt in Italien maßgeblich. Von 1792 bis 1797 beschäftigte er sich dort intensiv mit antiken Bauwerken. Mächtige Säulen, vorgelagerte Giebel und ein eher sparsamer bis strenger Einsatz von Dekorationselementen prägten seine Kreationen. Das zeigen auch zwei Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Botanischer Garten Karlsruhe

Der Botanische Garten Karlsruhe in der Nähe des Schlosses und des Bundesverfassungsgerichts ist ein idyllischer Ort inmitten des Trubels einer Großstadt. Er wurde ab 1806 nach Entwürfen von Friedrich Weinbrenner an seinem heutigen Platz angelegt. Weinbrenner ließ Anzuchthäuser und eine Orangerie als Holzkonstruktionen errichten. Im Sinne dieser Ideen arbeitete auch der Baudirektor Heinrich Hübsch, als er den Botanischen Garten Karlsruhe in den 1850er-Jahren umgestaltete, denn die Gewächshäuser waren über die Jahrzehnte baufällig geworden und der Pflanzenbestand ging zurück. Ab 1863, dem Todesjahr Hübschs, ersetzte man die hölzernen Konstruktionen der Gewächshäuser durch Gusseisen, wie es seit Mitte des 19. Jahrhunderts in England für Glashäuser benutzt wurde. Das Material für den Wintergarten war modern, Aufbau und Schmuck waren jedoch vom Stil eines antiken griechischen Tempels inspiriert.

Kur- und Schlosspark Badenweiler 

Als Klassizist war Friedrich Weinbrenner fasziniert von den römischen Ruinen in der badischen Markgrafschaft – das galt auch für die Römische Badruine Badenweiler, die zu den bedeutendsten römischen Denkmälern in Baden-Württemberg zählt. Um 1820 zeichnete der Baudirektor eine Ansicht, wie er sich das antike Badenweiler vorstellte: als elegante Stadt mit Tempeln und Häusern am Hang des Schwarzwaldes. Die Zeichnung, weitgehend ein Produkt der Fantasie des Architekten, vermittelt dennoch ein Gefühl, wie die antike Stadt ausgesehen haben mag. Im Kur- und Schlosspark hat Friedrich Weinbrenner dennoch seine Spuren hinterlassen: Das Belvedere, ein klassizistisches Parkgebäude mit Säulenvorhalle, das zwischen 1811 und 1813 gebaut wurde, wurde von ihm erdacht.

 

Kontakt

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
Schlossraum 22a
76646 Bruchsal
Telefon +49(0)72 51.74-27 70

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