Châteaux et jardins publics du Bade-Wurtemberg
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

dimanche, 9. août 2020

Château résidentiel de Ludwigsbourg | Généralités 15. August 1769: Geburtstag von Napoleon Bonaparte

Der 15. August 1769 ist der Geburtstag von Napoleon Bonaparte. Der Mann, der Europa verändern und auch der Landkarte in Südwestdeutschland seinen Stempel aufdrücken sollte, wurde vor 251 Jahren in Ajaccio auf Korsika geboren. Zweimal besuchte Napoleon das Residenzschloss in Ludwigsburg: Bei diesen Besuchen verhandelte er mit Kurfürst Friedrich von Württemberg, dem späteren König von seinen Gnaden, über eine Allianz mit Frankreich.

DIE KINDHEIT UND JUGEND DES ZUKÜNFTIGEN KAISERS

Napoleon Bonaparte wurde am 15. August 1769 als zweiter Sohn von Carlo Buonaparte und Letizia Ramolino in Ajaccio auf Korsika geboren. Dort wuchs er gemeinsam mit seinen zahlreichen Geschwistern auf. Mit neun Jahren schickten ihn seine Eltern nach Frankreich, um ihm mit der dortigen Ausbildung eine militärische Laufbahn ermöglichen zu können. Er besuchte zusammen mit seinem älteren Bruder Joseph, der Priester werden sollte, zunächst eine Schule in Autun und dann die Militärschule von Brienne-le-Château. Im Oktober 1784 wechselte Napoleon auf die École Militaire in Paris. Während seiner Zeit an der Militärschule verstarb im Februar 1785 sein Vater und ließ die Familie mit finanziellen Schwierigkeiten zurück. Im September 1785, bestand Napoleon die Abschlussprüfung an der École Militaire und verließ mit gerade einmal 16 Jahren Paris, um seinen Militärdienst als Unterleutnant in Südfrankreich zu beginnen.

 

NAPOLEONS KARRIERE IN DER FOLGE DER REVOLUTION

Während der Französischen Revolution stieg er vom Offizier zum General und schließlich zum Ersten Konsul der Französischen Republik auf. Vor allem bei seinen Feldzügen in Italien und Ägypten bewies er sein militärisches Talent. 1804 krönte er sich selbst zum Kaiser der Franzosen und herrschte in einem diktatorischen Regime bis 1815. Nachdem Napoleon die Schlacht in Waterloo verloren hatte, wurde er verbannt: Er verbrachte die letzten Jahre auf der winzigen Insel St. Helena mitten im Südatlantik. Dort starb er am 5. Mai 1821.

 

EIN UNANGEKÜNDIGTER BESUCH IN LUDWIGSBURG 

1805 stand der französische Kaiser fast unangekündigt vor den Toren der Ludwigsburger Residenz. Bei seinem Besuch wollte er Friedrich von Württemberg, seit 1803 Kurfürst, von einer Allianz mit Frankreich überzeugen. Im Hofdiarium von Ludwigsburg wird die Ankunft des Kaisers am Mittwoch, den 2. Oktober 1805, beschrieben: „Nacht nach 10 Uhr kamen Seine Majestät der Kaiser der Franzosen (…) unter dem Donner der Kanonen und Läutung aller Glocken der Stadt hier an. Höchstdieselben stiegen im Garten am Marmor-Sall aus, wo Höchst Sie von Seiner Churfürstlichen Durchlaucht, den Prinzen von Haus und dem ganzen Hof empfangen und von Seiner Churfürstlichen Durchlaucht in dem Marmor-Sall (…), geführt wurde“. Nach dem Empfang zog er sich zurück; der württembergische Herrscher beherbergte den kaiserlichen Gast, wie das üblich war, im Residenzschloss in einem standesgemäßen Appartement. Der kommende Tag war von politischen Gesprächen bestimmt: Napoleon suchte Verbündete.

 

AUF DER SUCHE NACH VERBÜNDETEN GEGEN ÖSTERREICH

Das Ziel Napoleons war es, die Vormachtstellung Habsburgs im Süden des Alten Reiches zu zerstören – hierfür suchte der Kaiser der Franzosen die Unterstützung Badens, Bayerns und Württembergs. Vielleicht bewog auch der imposante Auftritt Napoleons in Ludwigsburg Friedrich dazu, seine Neutralität aufzugeben und als letzter süddeutscher Fürst dem Rheinbund beizutreten. Einer in Württemberg populären Anekdote nach soll beim Treffen im Ludwigsburger Residenzschloss Napoleon zum 2,11 Meter großen und ca. 200 kg schweren Friedrich aufgeblickt und gesagt haben: „Ich wusste gar nicht, dass sich die Haut überhaupt so weit ausdehnen kann!“ Darauf soll Friedrich entgegnet haben: „Und ich bin erstaunt, dass in einem so kleinen Kopf so viel Gift stecken kann!“

 

WÜRTTEMBERG WIRD KÖNIGREICH

Mit Unterzeichnung der Rheinbundakte trat Württemberg aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation aus und in den Rheinbund ein. Kurfürst Friedrich wurde zugleich von Kaiser Napoleon Bonaparte zum König ernannt. Am 1. Januar 1806 feierte Friedrich mit einem großen Festakt die Annahme der Königswürde. Ab diesem Zeitpunkt nannte er sich König Friedrich I. Die drei liegenden Hirschstangen des württembergischen Wappens ergänzte Friedrich um drei Löwen und erinnerte so an die Staufer als bedeutende Herrscherdynastie im Südwesten.

 

 

Service und Information

ÖFFNUNGSZEITEN Residenzschloss Ludwigsburg
Geöffnet: Mo - So & Feiertag 11.00 bis 16.00 Uhr, letzter Einlass 15.30 Uhr

 

Besondere Hinweise:

freier Rundgang durch ausgewählte Räume möglich, Führungsangebote an den Wochenenden;

Appartement Carl Eugen und Keramikmuseum geöffnet;

Kinderreich, Modemuseum, Barockgalerie, Theatermuseum und Lapidarium geschlossen

Ausstellung „HUNDERTWASSER – Friedensvertrag mit der Natur“ bis 16. August Mo - So & Feiertag 11.00 – 16.00 Uhr, ab 19. August Mi - So & Feiertag 11.00 bis 16.00 Uhr

 

PREISE

Schloss

Erwachsene 8,00 €, ermäßigt 4,00 €, Familien 20 €

Inkl. Führung „Herzog“, „Herzogin“ oder Familienführung

 

Ergänzungsticket Museum

Erwachsene 3,00 €, ermäßigt 1,50 €, Familien 7,50 €

 

 

Weitere Informationen

Residenzschloss Ludwigsburg

71634 Ludwigsburg

Telefon +49 (0) 71 41 . 18 64 00

info@schloss-ludwigsburg.de

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