Châteaux et jardins publics du Bade-Wurtemberg
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

mardi, 21. avril 2020

Monastère de Hirsau | Généralités 26. April 1787: Geburtstag Ludwig Uhlands, der die Ulme von Hirsau bedichtete

Der 26. April 1787 ist der Geburtstag Ludwig Uhlands. Mit seinem Gedicht über „Die Ulme zu Hirsau“ setzte der schwäbische Dichter dem Kloster Hirsau eine bleibende Erinnerung. Der Baum, der Uhland zum Gedicht inspiriert hat, musste vor über 30 Jahren wegen einer Krankheit gefällt werden. Und das dichterische Werk von Uhland wird heute nicht mehr so oft gelesen wie vor 50 Jahren. Geblieben aber ist die poetische Atmosphäre der Ruinen von Kloster Hirsau, die den Dichter faszinierten.

LUDWIG UHLAND

Am 26. April 1787 wurde Johann Ludwig „Louis“ Uhland in Tübingen geboren. Durch sein Gedicht „Die Ulme zu Hirsau“ setzte der Lyriker dem Ulmenbaum im Kloster Hirsau ein bleibendes Denkmal. Seine Popularität – zahlreiche Schulen sind nach ihm benannt – errang Uhland als romantischer Dichter mit volkstümlichem Ton. Aber er war noch viel mehr. Uhland war Jurist und Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Tübinger Universität und trug Wesentliches zur Erforschung der mittelalterlichen deutschen Literatur bei. Und er war Politiker in demokratischer Tradition: 1848 wurde er Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, des ersten gesamtdeutschen Parlaments.

 

INSPIRATION AUS EINER RUINE

Inspiration für eines seiner bekanntesten Gedichte fand Uhland beim Besuch von Kloster Hirsau. Ein gutes Jahrhundert vor Uhlands Geburt waren Kloster und Jagdschloss zu Ruinen zerfallen. Aus den Trümmern des ehemaligen herzoglichen Schlosses wuchs jedoch eine Ulme, die über die Generationen eine mächtige Größe erreicht hatte. Uhland dichtete über den Baum, der seine Wurzeln im Kloster hatte, aber seine Zweige in den Himmel streckte. Wie viele seiner Gedichte mit ihrer bildhaften und singbaren Sprache wurde auch die Uhlands Ulmenbaum später vertont: 1899 komponierte Richard Strauss auf den Text sein Lied für Gesang und Klavier op. 43 Nr. 3. Als die alte Ulme in den Ruinen 1989 gefällt werden musste, weil sie von der verbreiteten Ulmenkrankheit befallen war, löste das bei vielen Menschen Trauer aus.

 

DAS KLOSTER HIRSAU

Die Anfänge von Kloster Hirsau gehen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Heute eher ein stiller Vorort von Calw in einem grünen Schwarzwaldtal, war es einst ein kultureller und politischer Mittelpunkt, der weit über Südwestdeutschand hinaus strahlte. Von hier ging im Hochmittelalter die Hirsauer Reform aus, der sich über 120 Klöster anschlossen. Nach der Einführung der Reformation in Württemberg 1534 wurde auch Kloster Hirsau aufgelöst: Statt katholischerMönchen wohnten hier nun evangelische Klosterschüler, die zum Pfarrdienst bestimmt waren. 1589 bis 1593 ließ Herzog Ludwig von Württemberg ein mächtiges Jagdschloss im Kloster errichten. Ein Jahrhundert später wurde das Kloster im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört, das Schloss brannte aus. Die Bewohner der umliegenden Ortschaften nutzen das Kloster eine Zeitlang als Steinbruch – bis das Bewusstsein für die Bedeutung der Ruinen erwachte. Mit ihrer Schönheit und der besonderen Stimmung in den uralten Mauern, umgeben von den waldigen Hängen des Schwarzwaldes, zieht Hirsau auch heute noch viele Menschen in seinen Bann.

 

DIE ULME ZU HIRSAU

Zu Hirsau in den Trümmern,

Da wiegt ein Ulmenbaum

Frischgrünend seine Krone

Hoch überm Giebelsaum.

 

Er wurzelt tief im Grunde

Vom alten Klosterbau,

Er wölbt sich statt des Daches

Hinaus in Himmelsblau.

 

Weil des Gemäuers Enge

Ihm Luft und Sonne nahm,

So trieb's ihn hoch und höher,

Bis er zum Lichte kam.

 

Es ragen die vier Wände,

Als ob sie nur bestimmt,

Den kühnen Wuchs zu schirmen,

Der zu den Wolken klimmt.

 

Wenn dort im grünen Tale

Ich einsam mich erging,

Die Ulme war's, die hehre,

Woran mein Sinnen hing

 

Wenn in dem dumpfen, stummen

Getrümmer ich gelauscht,

Da hat ihr reger Wipfel

Im Windesflug gerauscht.

 

Ich sah ihn oft erglühen

Im ersten Morgenstrahl;

Ich sah ihn noch erleuchtet,

Wann schattig rings das Thal.

 

Zu Wittenberg im Kloster

Wuchs auch ein solcher Strauß

Und brach mit Riesenästen

Zum Klausendach hinaus.

 

O Strahl des Lichts, du dringest

Hinab in jede Gruft!

O Geist der Welt, du ringest

Hinauf in Licht und Luft!

 

Information

Aktuell ist Kloster Hirsau wie alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ebenso wie alle Kultureinrichtungen geschlossen.

Download et Photos