Staatliche Schlösser und Gärten Baden‑Württemberg
State Palaces and Gardens of Baden-Wuerttemberg

Wednesday, 3 June 2026

Heidelberg Castle | Other Jubiläen, Gartenkunst und Fachkolloquium: Vergangenheit und Zukunft des Schlossgartens

2026 gibt es im Schloss Heidelberg gleich mehrere Jubiläen zu feiern: Der 450. Geburtstag und der 400. Todestag des Architekten und Ingenieurs Salomon de Caus, Schöpfer des legendären „Hortus Palatinus“, sowie der 200. Jahrestag der Umgestaltung des Landschaftsgartens am Heidelberger Schloss werden mit dem wissenschaftlichen Kolloquium „Formal – landschaftlich – klimaangepasst“ am Dienstag, 30. Juni, gewürdigt. Auch der 325. Todestag von Philippe d’Orléans fällt in dieses Jahr. Seine Verbindung mit Liselotte von der Pfalz führte indirekt zur Zerstörung von Schloss Heidelberg.

Vier Jubiläen in einem Jahr

Schloss Heidelberg ist ein Sehnsuchtsort, der seit Jahrhunderten Besucherinnen und Besucher aus aller Welt fasziniert. Der herrschaftliche Glanz der einstigen Residenz der Kurfürsten von der Pfalz ist bis heute in der romantischen Ruine zu spüren, die von der bewegten Geschichte des Monuments zeugt. 2026 ist für Schloss Heidelberg ein jubiläumsreiches Jahr: Vor genau 450 Jahren wurde der Architekt und Ingenieur Salomon de Caus geboren, der mit 50 Jahren am 6. Juni 1626 verstarb. Mit dem Hortus Palatinus schuf er ein von seinen Zeitgenossen bewundertes Werk. Wenige Tage später, am Dienstag, 9. Juni, ist zudem der 325. Todestag von Philippe d'Orléans. Der jüngere Bruder des Sonnenkönigs Ludwig XIV. war mit Elisabeth Charlotte von der Pfalz, besser bekannt als Liselotte von der Pfalz, verheiratet. Die Ehe sollte den Frieden zwischen Frankreich und der Kurpfalz sichern, mündete jedoch in der Zerstörung von Schloss Heidelberg im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Und schließlich stellte der Universitätsgärtner Johann Metzger vor genau 200 Jahren seinen Plan für die Umgestaltung aller Gartenteile des Schlosses fertig. 

Fachtagung zu Gartenkunst und Zukunftskonzept

Mit dem wissenschaftlichen Kolloquium „Formal – landschaftlich – klimaangepasst“ am Dienstag, 30. Juni, widmen sich die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg den Gartenjubiläen. Die eintägige Veranstaltung findet im Ottheinrichsbau statt. Sie ist der erste Meilenstein eines schlüssigen Pflegekonzepts, das den Schlossgarten angesichts der Herausforderungen des Klimawandels erhalten will. Die Fachtagung würdigt das Konzept und die Anlage Salomon de Caus‘ genauso wie die Umgestaltung Johann Metzgers. Auch die Rolle des Schlossgartens für die Stadt am Neckar und als kulturelles Erbe werden beleuchtet. Das Tagungsbüro öffnet um 8.30 Uhr, die Veranstaltung endet mit einer Diskussion um 15.55 Uhr. Eine Anmeldung bis Donnerstag, 18. Juni, per E-Mail an gaerten@ssg.bwl.de ist notwendig. Für die Anmeldung ist die Angabe des Vor- und Nachnamens sowie gegebenenfalls der Institution notwendig. Die Tagungspauschale ist an der Kasse im Besucherzentrum zu entrichten. Sie enthält den Eintritt in den Schlosshof, die Vorträge, die im Programm angegebene Verpflegung und die Gartenführung. Weitere Informationen zum Kolloquium und eine Übersicht zum Tagungsprogramm sind online unter www.schloss-heidelberg.de zu finden.

Das Meisterwerk von Salomon de Caus 

Der Hortus Palatinus von Schloss Heidelberg galt den Zeitgenossen als „achtes Weltwunder“. Der 1576 geborene Franzose Salomon de Caus war sein Schöpfer. Nach Reisen durch Italien und Aufträgen in Belgien trat er 1610 in die Dienste des englischen Herrscherhauses. Der kunstsinnige Prince of Wales, Henry Stuart, beauftragte ihn unter anderem mit der Ausgestaltung von Grotten in seinem Garten. Doch der Prinz starb bereits 1612. Durch die Ehe von Henrys Schwester Elisabeth mit dem pfälzischen Kurfürst Friedrich V. fand de Caus einen neuen Auftraggeber. 1614 vertraute ihm der Herrscher die Anlage eines kunstvollen Gartens an. In Heidelberg sollte er ein wahres Wunderwerk an dem steilen Hang östlich des Schlosses schaffen. Dazu entwarf er ein System von ineinander geschachtelten Terrassen in unterschiedlicher Höhe. Der Hortus Palatinus war als Gesamtkunstwerk geplant. Begeistert widmete sich Salomon de Caus der Konstruktion von hydraulischen Maschinen. Figuren in Grotten, die sich wie von Geisterhand bewegten, eine durch Wasser angetriebene Orgel, wurden von ihm konstruiert. Solche überraschenden Effekte sollten die höfische Gesellschaft immer wieder aufs Neue unterhalten. Es verwundert nicht, dass Salomon de Caus‘ Gartenkunstwerk unter den Zeitgenossen gerühmt wurde. Doch die Geschichte war seinem Werk nicht gnädig: Nachdem Friedrich V. 1618 in Böhmen König wurde und die Kurpfalz verließ, wurden die Arbeiten am Hortus Palatinus eingestellt. 

Von Heidelberg nach Versailles

Philippe d'Orléans wurde nach dem Tod von Salomon de Caus geboren. Er kam am 21. September 1640 als Sohn des französischen Königs Ludwig XIII. und Anna von Österreich zur Welt. Die politischen Ambitionen seines älteren Bruders – des berühmten absolutistischen Königs Ludwig XIV. – führten 1661 zur Hochzeit Philippes mit Henrietta Anne Stuart, der Schwester des englischen Königs Charles II. Die Ehe, die gegen Philippes Willen geschlossen worden war, endete bereits neun Jahre später mit dem Tod Henriettas. Im darauffolgenden Jahr heiratete er erneut aus politischen Gründen: Die 19-jährige Elisabeth Charlotte von der Pfalz, die Tochter des pfälzischen Kurfürsten Karl Ludwig, wurde im November 1671 seine Frau. Die Ehe war persönlich und politisch unglücklich – dennoch bekamen sie drei gemeinsame Kinder. Von Versailles aus musste Liselotte die Zerstörung ihrer Heimat miterleben. Nachdem ihr Bruder 1685 kinderlos verstorben war, beanspruchte König Ludwig XIV. als Liselottes Schwager Teile der Kurpfalz für sich. Der Pfälzische Erbfolgekrieg tobte von 1688 bis 1697: Das Heidelberger Schloss wurde ebenso zerstört wie Mannheim, Speyer und Worms. Das „Werk“ der französischen Pioniere lässt sich noch heute sehen. Ein Stück der äußeren Schale des „Gesprengten Turms“ brach aus der Wand und rutschte in den Burggraben – dort liegt es noch immer und trotzt Sonne, Regen und Schnee.

 

Service und Information 

Kolloquium
Formal – landschaftlich – klimaangepasst
Die Jubiläen des Heidelberger Schlossgartens
Dienstag, 30. Juni, 8.30 bis circa 16.00 Uhr

Preis
45,00 € pro Person

Veranstaltungsort
Schloss Heidelberg
Schlosshof 1
Ottheinrichsbau
69117 Heidelberg

Information und Anmeldung
Eine Anmeldung bis Donnerstag, 18. Juni, an gaerten@ssg.bwl.de ist notwendig.

Hinweis
Für die Anmeldung ist die Angabe des Vor- und Nachnamens sowie gegebenenfalls der Institution notwendig. 
Die Tagungspauschale ist an der Kasse im Besucherzentrum zu entrichten. Sie enthält den Eintritt in den Schlosshof, die Vorträge, die im Programm angegebene Verpflegung und die Gartenführung.

Schloss Heidelberg
Öffnungszeiten
Schlosshof, Altan und Fasskeller
Mo – So, Feiertag 9.00 – 18.00 Uhr 
Letzter Einlass um 17.30 Uhr

Schlossinnenräume
Die Innenräume sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. 
28. März bis 1. November
Mo – Fr 11.00 –16.00 Uhr stündlich
Sa, So, Feiertag 10.00 – 16.00 Uhr stündlich

3. November bis 27. März
Mo – Fr 11.00, 12.00, 14.00 und 15.00 Uhr
Sa, So, Feiertag 11.00 – 15.00 Uhr stündlich

Preise
Schlossticket
Erwachsene 11,00 €
Ermäßigte 5,50 €

Hinweis
Das Schlossticket beinhaltet die Hin- und Rückfahrt mit der Bergbahn zum Schloss, den Schlosshofeintritt, die Besichtigung des Großen Fasses sowie den Eintritt in das Deutsche Apotheken-Museum.

 

Kontakt

Schlossverwaltung Heidelberg
Schlosshof 1
69117 Heidelberg
+49(0)62 21.53 84-0
info@schloss-heidelberg.de

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Fassade des Ottheinrichsbaus

photo credit

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

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