Staatliche Schlösser und Gärten Baden‑Württemberg
State Palaces and Gardens of Baden-Wuerttemberg

Wednesday, 20 May 2026

Wiblingen Monastery | Exhibitions Werner von Ellerbach: Der erste Abt des Klosters Wiblingen starb vor 900 Jahren

900 Jahre nach seinem Tod ist Werner von Ellerbach, der erste Abt von Kloster Wiblingen, bis heute präsent: Das ehemalige Benediktinerkloster erinnert mit barocker Pracht, wertvollen Fresken und einer lebendigen Tradition an seinen ersten Abt – und an eine Geschichte, die 1093 mit bescheidenen Anfängen begann. Der Gedenktag Werners als Patron der Kranken ist der 4. Juni. Zu seinem Jubiläum wird er mit einem Blumenteppich geehrt.

Die Gründung des Klosters Wiblingen

Das imposante Ensemble der ehemaligen Benediktinerabtei Wiblingen ist schon von Weitem zu sehen. Der heute monumentale Gebäudekomplex entwickelte sich aus bescheidenen Anfängen. Die Grafen Hartmann und Otto von Kirchberg stifteten 1093 das Kloster, in dem für über 700 Jahre Benediktinermönche lebten. Die ersten Brüder kamen jedoch nicht aus der nahen Reichsstadt Ulm oder aus Oberschwaben, sondern aus St. Blasien. Die Abtei im südlichen Schwarzwald zählt – genauso wie das Kloster Hirsau bei Calw – zu den Reformklöstern, die die Ordensregel des Heiligen Benedikt streng auslegten. Als ersten Abt von Kloster Wiblingen wählten die Mönche einen ihrer Brüder, Werner von Ellerbach. Im Jahr 1126, vor genau 900 Jahren, verstarb er in Wiblingen. Heute gilt der Selige als Patron der Kranken, dessen Gedenktag jährlich am 4. Juni begangen wird. 

Grundsteine des Erfolgs

Die Stiftungen der Grafen von Kirchberg legten das Fundament für den raschen Aufstieg des Klosters im 12. Jahrhundert. Sie sicherten die ökonomische Existenz der Mönche, politische und rechtliche Freiheiten garantierten ihre Selbständigkeit. Von größter Bedeutung war auch die Reliquie, die die Stifter einbrachten: Der Splitter vom Kreuz Christi, den sie für ihre Teilnahme am Ersten Kreuzzug erhielten, machte Kloster Wiblingen zur Pilgerstätte. Noch immer wird der Kreuzpartikel dort aufbewahrt.

Barocke Fresken und gelebte Tradition

Die erste Klosteranlage ist durch Brände, Kriegskatastrophen und den Zahn der Zeit heute nicht mehr zu sehen. Doch die Erinnerung an den ersten Abt ist über Jahrhunderte lebendig gehalten worden. Davon zeugt unter anderem ein Fresko in der monumentalen Klosterkirche, die im 18. Jahrhundert gebaut wurde. Der Maler Januarius Zick, der 1778 zugleich die Bauleitung übernahm, verewigte den Abt und die Stifter. Alle abgebildeten Personen sind dabei nicht mittelalterlich, sondern im damals vorherrschenden Kleidungsstil zu sehen – typisch barock. Die Deckenbilder Januarius Zicks zählen zu den bedeutendsten Fresken in Süddeutschland aus dieser Zeit. Im Jahre 1782 wurden zudem die Gebeine Werner von Ellerbachs ausgegraben und in einem Vierungspfeiler der jetzigen barocken Abteikirche eingemauert. Die Deckplatte vom Grab des Abts ist in der nördlichen Seitenkapelle der Basilika zu finden. Sie stammt aus dem Spätmittelalter, aus der Zeit um 1492. Auf ihr ist das Modell der heute nicht mehr erhaltenen mittelalterlichen Klosterkirche gut zu erkennen. Schließlich gibt es auch einen besonderen Brauch, die an den ersten Abt des Klosters erinnert: Bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges in der Ulmer Gegend, also bis 1629, wurden jedes Jahr am 4. Juni gesegnete Brote in Wiblingen verteilt. Die Tradition wird bis heute zu besonderen Gelegenheiten gepflegt. Eine besondere Ehre kommt dem ersten Abt von Wiblingen an Fronleichnam, am Donnerstag, 4. Juni, zu: Seine Grabplatte wird zum Jubiläum als Blumenteppich gestaltet und in die Prozession einbezogen.

 

Service und Information 
Kloster Wiblingen

Öffnungszeiten
Bibliothekssaal und Museum im Konventbau
6. April bis 31. Juli
Di – Fr, So, Feiertag 10.30 – 16.00 Uhr 
Sa 13.00 – 16.00 Uhr

1. August bis 7. September
Di – So, Feiertag 10.30 – 16.00 Uhr

8. September bis 31. Oktober 
Di – Fr, So, Feiertag 10.30 – 16.00 Uhr
Sa 13.00 – 16.00 Uhr

1. November bis 31. Dezember
Sa, So, Feiertag 12.00 – 16.00 Uhr

1. Januar bis 14. März
Sa, So, Feiertag 12.00 – 16.00 Uhr

15. März bis 5. April
Di – So, Feiertag 10.30 – 16.00 Uhr

Preis
Bibliothekssaal mit Museum im Konventbau
Erwachsene 6,00 €
Ermäßigte 3,00 €
Familien 15,00 €

 

Kontakt

Kloster Wiblingen
Schlossstraße 38
89079 Ulm-Wiblingen
Telefon +49(0)7 31.2 70 13 500
info@kloster-wiblingen.de

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Stifterbild in der Vorhalle der Basilika

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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

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Klosterkirche St. Martin

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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

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