Staatliche Schlösser und Gärten Baden‑Württemberg
State Palaces and Gardens of Baden-Wuerttemberg

Tuesday, 28 April 2026

Mergentheim Residential Palace | Exhibitions Auch in Baden-Württemberg zuhause: Zitterpappel ist Baum des Jahres 2026

Die Zitterpappel – auch Espe genannt – ist der „Baum des Jahres“ 2026: Seit 1989 würdigt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung jedes Jahr einen anderen Baum. Die hochgewachsene Zitterpappel ist seit der letzten Eiszeit eine prägende Art in den deutschen Wäldern. Bei einem Spaziergang durch den Kurpark am Residenzschloss Mergentheim können die Besucherinnen und Besucher die Espe entdecken. Mit der Zitterpappel verwandte Arten finden sich in den Monumenten der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.

Wegbereiterin neuer Wälder und Lebensräume

Jedes Jahr aufs Neue kürt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung den „Baum des Jahres“. 2026 fiel ihre Wahl auf die Zitterpappel, auch Espe oder Aspe genannt. Der bis zu 30 Meter hohe Baum verdankt den Namen seinen Blättern, die sich bereits bei leichtem Wind bewegen und scheinbar zittern. Die Zitterpappel ist eine wahre Pionierin: Sie gehört zu den ersten Baumarten, die sich nach einem Sturm, Waldbrand oder anderen Schadensereignissen wieder ansiedeln. Die freien Flächen braucht die Espe auch – denn nur so kann die Lichtholzart wachsen. Sie benötigt sowohl beim Keimen als auch im Wachstum viel Sonne. Im Gegenzug stellt sie nur geringe Ansprüche an die Bodenqualität. Neben Birken und Kiefern spielte der Baum daher auch eine zentrale Rolle bei der Wiederbewaldung nach der letzten Eiszeit. Auch der Fauna kommt der Baum zugute. Ihre Blätter sind wertvolles Futter für Wildtiere und Insekten wie Pappelschwärmer, Großer Fuchs und Kleiner Schillerfalter. Ihren Larven bietet die Baumart ideale Bedingungen. Überdies wird Produkten aus der Zitterpappel eine gesundheitsfördernde Eigenschaft für den Menschen nachgesagt. 

Zitterpappel im Kurpark Mergentheim entdecken

Den „Baum des Jahres“ finden Besucherinnen und Besucher unter anderem im Kurpark in der Nähe des Residenzschlosses Mergentheim. Dort gehört die Espe zu den markantesten Baumarten und ist typisch für die Auen- und Parklandschaften der Region. Sie ziert neben Silber-Ahorn und anderen Laubbäumen den Weg zur Karls- und Wilhelmsquelle im Kurpark. Im Baumführer finden Interessierte den genauen Standort und erfahren zudem, welche anderen Bäume der Schloss- und auch der Kurpark beheimatet. Die Broschüre ist ein Gemeinschaftsprojekt der Staatlichen Schlösser und Gärten und der Kurverwaltung Mergentheim und ist kostenfrei an der Schlosskasse erhältlich oder kann online auf der Webseite des Residenzschlosses Mergentheim heruntergeladen werden. Ab Anfang April steht die Zitterpappel in voller Blüte – an den sogenannten Kätzchen lässt sich das Geschlecht des Baumes bestimmen. An männlichen Exemplaren sind diese circa zehn Zentimeter lang, graubraun und geben bei trockener Witterung einen gelben Blütenstaub ab. Die weiblichen Kätzchen sind mit circa vier Zentimetern deutlich kürzer und eher grünlich, ihr graues Fell ist mit roten Tragblättern versetzt. Mittlerweile kann man schon die ersten Früchte am Baum sehen.

Pappeln in weiteren Monumenten

Im Kur- und Schlosspark Badenweiler lässt sich eine Espe mit besonderer Form finden: eine Säulen-Zitterpappel. Spaziert man durch den westlichen Teil der Anlage, kann man sie oberhalb des Hildegard-von-Bingen-Gartens sehen. Die Säulen-Espe ist ein spezifische Kultursorte der Zitterpappel. Sie ist etwas kleiner, schmaler und bildet weniger Wurzelausläufer im Vergleich zur übergeordneten Baumart. Im Schlosspark von Residenzschloss Mergentheim sind zudem weitere Pappelsorten, wie die Grau-Pappel, heimisch. Besonders eindrucksvoll ist die Pappelallee. Sie geht auf den Hofgärtner Franz Joseph Hüller zurück, der sie 1805 anlegen ließ. 400 italienische Pappeln ließ er damals an zwei Wegachsen pflanzen. Durch Umbauarbeiten und Neugestaltungen ist heute nur noch die östliche Pappelallee erhalten. Doch nicht nur in Bad Mergentheim zieren Pappeln die historischen Gartenlandschaften. Im Schlossgarten Schwetzingen treffen die Gäste in der Nähe des Merkurtempels ebenfalls auf italienische Pappeln, die dort nach dem Plan des Gartenkünstlers Friedrich Ludwig von Sckell gepflanzt wurden. 

Schlossgärten als Biotope erleben

Die Vielfalt der verschiedenen Baumarten unterstreicht die Bedeutung der historischen Gärten als Biotope. In den Schloss- und Klostergärten haben sich über Jahrhunderte einzigartige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Diese zu schützen, in ihrer Form zu bewahren und – in Hinblick auf die Veränderungen des Klimawandels – für die Zukunft standfest zu machen, ist eine zentrale Aufgabe. Welchen Herausforderungen sich die Gärtnereien der Staatlichen Schlösser und Gärten stellen, zeigt eine Ausstellung im Schlossgarten Schwetzingen. Bis Sonntag, 1. November, können die Besucherinnen und Besucher bei „Klimawandel in historischen Gärten“ mehr über die Folgen erfahren und sehen, welche Maßnahmen bereits getroffen werden. Ein Begleitprogramm aus Führungen und ein Musikprojekt des Landesjugendorchesters Baden-Württemberg runden die Ausstellung ab. 

 

Kontakt

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
Schlossraum 22a
76646 Bruchsal
+49(0)72 51.74-27 70 

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