Staatliche Schlösser und Gärten Baden‑Württemberg
State Palaces and Gardens of Baden-Wuerttemberg

Thursday, 16 April 2026

Schwetzingen Palace and Gardens | General Ausstellung „Baustelle Artenvielfalt“ eröffnet: Klimawandel im Schlossgarten Schwetzingen im Fokus

Mit einem Festakt eröffneten Finanzstaatssekretärin Gisela Splett, Oberbürgermeister Matthias Steffan und Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, am Mittwoch, 15. April, die Ausstellung „Klimawandel in historischen Gärten – Baustelle Artenvielfalt“. Am Abend machte das Konzert „Vivaldis [uncertain] Four Seasons“ des Landesjugendorchesters Baden-Württemberg die Auswirkungen des Klimawandels auch musikalisch erfahrbar.

Ausstellung zu Folgen des Klimawandels

Die Auswirkungen des Klimawandels sind im Schlossgarten Schwetzingen deutlich sichtbar. Rund 80 Prozent der Pflanzen im rund 72 Hektar großen Schlossgarten leiden unter Hitze- und Trockenstress. Diese Veränderungen werden in der Ausstellung „Klimawandel in historischen Gärten – Baustelle Artenvielfalt“ sichtbar gemacht.

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett: „Die Ausstellung ist weit mehr als eine Bestandsaufnahme. Sie zeigt konkret, wie historische Gärten widerstandsfähiger werden können. Artenvielfalt spielt hierbei eine wichtige Rolle.“

Ein Garten im Wandel

Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten: „Der Schlossgarten ist ein lebendiges Denkmal. Seine Pflege verlangt Antworten, die sowohl dem historischen Anspruch als auch den ökologischen Herausforderungen gerecht werden.“ Matthias Steffan, Oberbürgermeister der Stadt Schwetzingen, verwies auf den Schlossgarten als lebendigen Mittelpunkt der Stadt, den auch kommende Generationen noch nutzen möchten. Impulse lieferte auch Prof. Dr. Christoph Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Die Ausstellung im Park Sanssouci in Potsdam „Re:Generation Klimawandel im grünen Welterbe“ diente als Ideengeber für Schwetzingen.

Ausstellung nimmt Klimafolgen in den Blick

An 16 Stationen zeigt die Ausstellung, wie Biodiversität zur Klimaanpassung beitragen kann. Themen sind unter anderem das Baumsterben, neue Pflanzkonzepte, die eigene Anzucht klimaresilienter Gehölze sowie ein angepasstes Pflegemanagement. Auch Maßnahmen zum Schutz von Tieren sowie neu entdeckte Pilzarten werden vorgestellt. Die Ausstellung selbst setzt auf Nachhaltigkeit mit geliehenen Baustellenelementen und recycelten Bannern. Führungen wie „Wenn das Gleichgewicht kippt“ oder Rundgänge zur historischen Gartenpflege begleiten das Programm. Weitere Angebote wie „Gartenbaden“ verbinden Naturerlebnis mit Entspannung. Die Ausstellung ist täglich vom 15. April bis 1. November im Schlossgarten Schwetzingen geöffnet.

Den Klimawandel hörbar gemacht

Höhepunkt der Ausstellungseröffnung war das abendliche Konzert „The [uncertain] Four Seasons“ gespielt vom Landesjugendorchester Baden-Württemberg. Neben Antonio Vivaldis Originalkomposition von 1725 erklang auch eine KI-generierte Fassung, die auf Klimadaten der Stadt Schwetzingen für das Jahr 2050 basiert. Das Projekt machte hörbar, wie sich der Klimawandel auf die Jahreszeiten auswirken könnte – mit veränderten Klangbildern, abrupten Übergängen und musikalisch interpretierten Extremwetterereignissen. Das Konzert ist Teil einer internationalen Initiative zur Stärkung des Bewusstseins für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Dokumentation des Projekts ist während der gesamten Ausstellungsdauer im südlichen Zirkelbau des Schlossgartens zu sehen.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen

Der Schlossgarten Schwetzingen ist ein Meisterwerk der Gartenkunst von europäischem Rang. Den Grundstein für die eindrucksvolle Anlage legte der pfälzische Kurfürst Carl Philipp. Carl Theodor, sein Nachfolger, erweiterte die Anlage im Stil des französischen Barocks: Zirkelbauten, Laubengänge und das kreisrunde Parterre sind nach klaren mathematischen Mustern gestaltet. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden landschaftliche Partien nach englischem Vorbild ergänzt. Zahlreiche Bauwerke und über 100 Skulpturen prägen die Anlage bis heute.

 

Kontakt

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen
Schloss Mittelbau
68723 Schwetzingen
Besucherzentrum Schlosskasse
Telefon +49(0)62 02.12 88 28
info@schloss-schwetzingen.de 

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Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Jürgen Franke

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