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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Motiv der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg; Illustration: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, JUNG:Kommunikation GmbH
Was am 1. Mai geschah …

Kein Stein wird auf dem anderen bleiben

Am 1. Mai 1800 kapitulierte die Besatzung der Festung Hohentwiel kampflos. Die wenigen Württemberger wollten sich nicht auf einen Kampf mit den überlegenen Truppen des französischen Generals Vandamme einlassen. Die Festung wurde im darauffolgenden Jahr zerstört.

General Dominique Joseph Vandamme; Foto: Wikimedia Commons, Urheber unbekannt

Dominique Joseph Vandamme – treuer und furchtloser General an Napoleons Seite.

FRANZÖSISCHER MARSCHBEFEHL

Frankreich, das sich zur Vorherrschaft in Europa anschickte, kämpfte über mehrere Jahre in zahlreichen Konflikten gegen diverse Mächte. 1799 wurden die Armeen wieder in Bewegung gesetzt. Den großen Gegnern Frankreichs – Russland, Österreich und Großbritannien – schloss sich auch das Herzogtum Württemberg an. Nach Kriegseintritt stieß der französische General Dominique Joseph Vandamme mit seinen Truppen in Richtung der österreichischen Gebiete vor. So kam die große europäische Auseinandersetzung an die Grenzen Württembergs.

Hohentwiel, Aquarell, um 1730; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Die Festung Hohentwiel um 1730 …

UNZUREICHEND GERÜSTET

Die Oberamtsbeschreibung Tuttlingens entstand fast 80 Jahre nach den Ereignissen, sie schildert diese jedoch anschaulich. In dem Mammutprojekt wurden alle Oberämter Württembergs – Vorläufer der späteren Kreise – und deren Geschichte beschrieben. Auf dem Hohentwiel waren „106 Mann, großentheils Invaliden, die Geschütze waren 27 St., wovon aber nur 2 ganz brauchbar gewesen sein sollen“. Trotz der Übermacht von 10.655 französischen Soldaten blieb man standhaft und stellte „im Fall eines Angriffs energische Gegenwehr in Aussicht“.

Hohentwiel, Aquarell, nach 1801; Foto: Wikimedia Commons, Urheber unbekannt

… und nach der Schleifung 1801.

AM VERHANDLUNGSTISCH

Ein in der Festung abgehaltener Kriegsrat sah jedoch, dass „auf den größten Theil der Mannschaft kein Verlaß, der Widerstand unmöglich und eine ehrenvolle Kapitulation das Beste sei.“ Um ihnen diese zu erleichtern, gab Vandamme den Württembergern ein Versprechen. Er persönlich – so die Oberamtsbeschreibung – „verbürgt sich dafür mit seiner Ehre“, dass die Festung nach Kriegsende unversehrt wieder an Württemberg fiele. Nach dem Abzug der Besatzung übernahmen die Franzosen den Hohentwiel – und schliffen die Festung bald darauf.

Festungsruine Hohentwiel, Luftansicht; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Die Ruinen vermitteln noch einen Eindruck von der einstigen Stärke der Festung.

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