Bypass Repeated Content

Kommen. Staunen. Geniessen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Motiv der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg; Illustration: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, JUNG:Kommunikation GmbH
Was am 24. April geschah …

Ein Leben für die Fayence

Am 24. April 1739 starb Karl-Franz Hannong im elsässischen Straßburg. Der niederländisch-französische Keramiker und Unternehmer gründete eine Fayence-Manufaktur. Die hier produzierte Keramik fand sich rasch auch in den fürstlichen Sammlungen jenseits des Rheins wieder.

Ein Teller von Karl-Franz Hannong; Foto: Wikimedia Commons, Tomtchik

Ein Teller aus der Werkstatt des Keramikers Karl-Franz Hannong.

KÜNSTLERISCHER KOSMOPOLIT

Karl-Franz Hannong zeichnete sich durch eine gewisse Internationalität aus. 1669 wurde er im niederländischen Maastricht geboren. In Köln, wo er einige Jahre lebte, heiratete er Anne Nicke, Tochter eines Pfeifenherstellers. Über die Zwischenstation Mainz ging es 1709 endgültig nach Straßburg. Zunächst war er hier in der Pfeifenherstellung tätig. 1721 gründete er dann zusammen mit dem Porzellanmaler Johann Heinrich Wachenfeld eine Fayence-Manufaktur. Zwei seiner Söhne führten sein Unternehmen nach seinem Tod fort.

Schloss Favorite Rastatt, Eberkopf, Fayence-Sammlung; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Lutz Hecker
Schloss Favorite Rastatt, Wirsing, Fayence-Sammlung; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt
Schloss Favorite Rastatt, Ente, Fayence-Sammlung; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Lutz Hecker

Die Keramiken scheinen durch ihre detailreichen Arbeiten wie echt.

ZUM REINBEISSEN

Die in Straßburg produzierte Fayence, Keramik aus Ton mit zinnoxidhaltiger Glasur, erfreute sich rasch großer Beliebtheit. Die berühmten „Schaugerichte“ im Schloss Favorite Rastatt wurden von Paul Hannong, dem Sohn von Karl-Franz, hergestellt. Die Nachbildungen sehen täuschend echt aus und haben ihren anvisierten Eindruck sicherlich nicht verfehlt – damals wie heute. Auf Befehl des französischen Königs wurde der Betrieb der Familie Hannong jedoch 1754 geschlossen. Vermutlich machte sich ein Konkurrent für die Schließung stark.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Carl Theodor; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Kurfürst Carl Theodor: Kenner und Sammler von Porzellan.

WIEDERERÖFFNUNG IN DER KURPFALZ

Denn bereits 1751 erlangte die Manufaktur das Wissen zur Herstellung von Porzellan. Der Betrieb wurde darauf eifersüchtig von Konkurrenten beobachtet. Nach der Schließung der Manufaktur in Straßburg erteilte Kurfürst Carl Theodor persönlich ein Privileg: Paul Hannong sollte fortan im kurpfälzischen Frankenthal Porzellan herstellen. Der Betrieb blühte rasch wieder auf. Der Kurfürst unterstützte ihn finanziell und gab ihm den Rang einer Hofmanufaktur. 1762 kaufte Carl Theodor die Manufaktur der Familie Hannong auf.

Schloss Favorite Rastatt, Außenansicht; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Das Schloss Favorite Rastatt beherbergt zahlreiche sehenswerte Sammlungen.

Mehr erfahren

Kunstwerke & Räume
Wissenschaft & Technik

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.