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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Motiv der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg; Illustration: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, JUNG:Kommunikation GmbH
Was am 22. November geschah …

Eine Chance für die Demokratie

Am 22. November 1946 trat die Beratende Landesversammlung des Landes Württemberg-Hohenzollern zusammen. Die Besatzungsmacht Frankreich bemühte sich um die Demokratisierung ihrer Besatzungszonen. Die in Bebenhausen versammelten Abgeordneten zeigten einen beträchtlichen Weitblick.

Kloster und Schloss Bebenhausen, Parlamentarier im Plenarsaal des Winterrefektoriums im Kloster Bebenhausen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Stephan Kohls

Das Kloster Bebenhausen wurde zum Ort demokratischer Selbstbestimmung.

FRIEDEN UND DEMOKRATIE

Das Jahr 1945 beendete die Herrschaft der Nationalsozialisten. Wie sollte es jedoch mit dem Land in der Mitte des Kontinents weitergehen, von dem der vergangene Weltkrieg ausgegangen war? Deutschland wurde von den Alliierten besetzt, die Demokratisierung hatte Priorität. Das heutige Baden-Württemberg wurde in drei Zonen aufgeteilt: das amerikanische Württemberg-Baden sowie die französischen Gebiete Baden und Württemberg-Hohenzollern. Die Beratende Landesversammlung für Württemberg-Hohenzollern trat bereits am 22. November 1946 zusammen.

Plenarsaal des Württemberg-Hohenzollerischen Landtags um 1950 im Winterrefektorium von Kloster und Schloss Bebenhausen; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Im Winterrefektorium von Kloster Bebenhausen traf sich die Landesversammlung.

DEMOKRATISCHER NEUBEGINN

Die Abgeordneten trafen sich hierfür im Winterrefektorium des Klosters Bebenhausen. Dies war der einzige beheizbare Raum der Klosteranlage, der groß genug für alle war. Die Aufgabe der Repräsentaten bestand darin, eine Landesverfassung auszuarbeiten. Die Wichtigkeit ihrer Zusammenkunft war allen klar. Der älteste anwesende Parlamentarier, der Alterspräsident Emil Niethammer, eröffnete die erste Sitzung: „Die Stunde, in der wir stehen, ist so bedeutsam, und das Werk, das wir anfassen, ist so wichtig (…). Diese Versammlung ist eine echte Volksvertretung.“

Vereidigung der Regierung Württemberg-Hohenzollerns im Kloster und Schloss Bebenhausen, 1947, Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Bald darauf wurde die erste Regierung Württemberg-Hohenzollerns vereidigt.

EIN BLICK FÜRS GROSSE UND KLEINE

Der noch am selben Tag gewählte Parlamentspräsident Carl Gengler lenkte den Blick der Versammlung über die Grenzen Württemberg-Hohenzollerns hinaus. Gemeinsam gedachten sie „besonderes unserer (schwäbischen) Landsleute, die durch die Zonengrenzen von uns getrennt wurden“. In seiner Rede betonte Gengler „ausdrücklich die Notwendigkeit und Nützlichkeit eines wirtschaftlichen Zusammenarbeitens und eine ehrliche Verständigung mit Frankreich“ in alter Tradition. Das weitere Ziel war gefunden: die „Gemeinsamkeit der Arbeit zwischen Frankreich und Deutschland.“

Kloster und Schloss Bebenhausen, Luftansicht; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Das Kloster Bebenhausen – ein Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde.

Auch interessant:

Dossier / Der Landtag von Württemberg-Hohenzollern​​​​​​​

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