Kommen. Staunen. Geniessen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Ausschnitt aus einer Kartusche im Bibliothekskabinett im Barockschloss Mannheim;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele
Die Natur nach innen geholt

Blumen als Ornament

Rosen, Tulpen, Nelken – was im Freien welkte, überdauerte als Ornament in der Inneneinrichtung von Klöstern und Schlössern. Blumen wurden nicht nur in wissenschaftlichen Büchern abgebildet. Sie galten als Inspiration für die Gestaltung von Wänden, Porzellan, Stoffen und anderen Einrichtungsgegenständen.

Akelei im Gewölbe des Parlatoriums von Kloster Maulbronn; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Akelei im Gewölbe des Maulbronner Parlatoriums.

Malereien im Gewölbe

Beim Besuch von Kloster Maulbronn lohnt es sich, den Blick aufs Detail zu richten: Viele kleine Blüten und Blätter, Äste und Zweige, Ranken und Dornen verzieren die romanische und gotische Architektur. Das Mittelalter war pflanzenverliebt wie fast keine andere Epoche. Das neue Interesse an der Natur hatte eine Entsprechung in der naturkundlichen und medizinischen Abteilung der Maulbronner Klosterbibliothek.

Karlsruher Tulpenbuch, Blatt 36; Foto: Badische Landesbibliothek

Prachtvolle Blüten aus dem Karlsruher Tulpenbuch.

Wissenschaftliche Pflanzenbilder

In der Nachfolge der illustrierten Naturbücher des Mittelalters steht die botanische Malerei. In Pflanzenbüchern hielten Künstler die verschiedenen Stadien der Blüte, Blattwerk, Wurzel und andere besondere Eigenschaften detailreich und naturgetreu fest. Diese Bücher spiegeln den Aufstieg der Botanik als Wissenschaft und stehen für das Sammlerinteresse der Zeit: Neben Gemälde- und Büchersammlungen fanden in Naturalienkammern seltene und exotische Gewächse aus aller Welt Eingang.

Prunkvase, Ludwigsburger Porzellan, Gottlieb Friedrich Riedel, um 1760-65; Foto: Landesmuseum Württemberg

Prunkvase aus Ludwigsburg.

Blumen und Früchte auf Porzellan

Ob einzelne Blüte, locker gebundener Strauß oder zu Girlanden gefasste Blumen und Früchte: Nichts wurde häufiger auf Porzellan gemalt als Pflanzen. Die feine Bemalung konnte für Liebe, Eifersucht oder Glück stehen. Gesammelt und verschenkt wurde das weiße Gold besonders seit dem 18. Jahrhundert, als in Europa Manufakturen entstanden. Eindrucksvolle Porzellansammlungen sind im Residenzschloss Ludwigsburg und im „Porzellanschloss“ Favorite Rastatt in Förch zu bestaunen.

Einlegearbeit auf einem Tisch in Schloss Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Wandbespannung mit Stickerei in Schloss Favorite, Ausschnitt;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Blumenbuketts auf einem Tisch in Schloss Weikersheim und einer Wandbespannung in Schloss Favorite Rastatt.

Blumendarstellungen beliebt beim Adel

Florale Ornamentik war an den europäischen Höfen seit der Barockzeit beliebt. Dabei griff man auf chinesische Vorbilder zurück: Seidentapeten waren bevölkert von blühenden Bäumen und Sträuchern. Große Wandteppiche und Kleidung aus edlen Stoffen glichen blühenden Gärten. Mit dem Rokoko erhielten Architektur und Mobiliar noch verspieltere Dekorationen: Zwischen Rocaillen wuchsen kleine Stuckblüten an Wänden und Decken. Feine Einlegearbeiten aus Holz, etwa in Weikersheim, zeigen ganze Blütensträuße.

Kronleuchter in Bad Urach; Foto:  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Tom Philippi

Der Leuchter, verziert mit Wiesenblumen und Blätterranken, spendete Licht für die festliche Tafel von Herzog Carl Eugen und seinen illustren Gästen in Urach.

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