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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Mittwoch, 9. Mai 2018

Schloss Heidelberg | Allgemeines

400 JAHRE PRAGER FENSTERSTURZ

Am 23. Mai jährt sich zum 400. Mal der berühmte „Prager Fenstersturz“, der Beginn des Dreißigjährigen Kriegs. Vielen ist nicht bewusst, wie eng und direkt das Schicksal von Schloss Heidelberg mit diesem weltgeschichtlichen Ereignis verknüpft ist. 1618 standen die Macht der Kurfürsten und der Glanz von Schloss Heidelberg auf dem höchsten Gipfel – und das Schicksal wendete sich. Kurfürst Friedrich V. wurde zum glücklosen König von Böhmen. Der Jahrestag des Prager Fenstersturzes ist für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg Anlass, in der Sonderführung „Prag und Heidelberg im Dreißigjährigen Krieg“ auf die vielfältigen historischen Verbindungen zwischen der Kurpfalz und Böhmen zu blicken und auf das damit verbundene Schicksal der prunkvollen Residenz.

Vor 400 Jahren: Der Prager Fenstersturz und das Schicksal der kurfürstlichen Residenz

Am 23. Mai jährt sich zum 400. Mal der berühmte „Prager Fenstersturz“, der Beginn des Dreißigjährigen Kriegs. Vielen ist nicht bewusst, wie eng und direkt das Schicksal von Schloss Heidelberg mit diesem weltgeschichtlichen Ereignis verknüpft ist. 1618 standen die Macht der Kurfürsten und der Glanz von Schloss Heidelberg auf dem höchsten Gipfel – und das Schicksal wendete sich. Kurfürst Friedrich V. wurde zum glücklosen König von Böhmen. Der Jahrestag des Prager Fenstersturzes ist für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg Anlass, in der Sonderführung „Prag und Heidelberg im Dreißigjährigen Krieg“ auf die vielfältigen historischen Verbindungen zwischen der Kurpfalz und Böhmen zu blicken und auf das damit verbundene Schicksal der prunkvollen Residenz.

HÖHEPUNKT DER SCHLOSSARCHITEKTUR
Die Kurfürsten von der Pfalz hatten den Höhepunkt ihrer Macht erreicht: Ihre Residenz, eine der prächtigsten Schlossanlagen Europas, kündet von der Bedeutung ihrer Bewohner – Kurfürst Friedrich V. und seine Frau Elisabeth Stuart, Tochter des englischen Königs. Die Zeit des größten Glanzes leitete gleichzeitig den Wendepunkt ein: 1618 beginnt der Niedergang des kurpfälzischen Herrscherhauses. Zugleich endet die Geschichte des Schlossbaus in Heidelberg. Im Jahr 1618 aber präsentierte sich die kurpfälzische Residenz als mächtiger Baukomplex, so prachtvoll und herrschaftlich wie kaum eine andere in Europa. Die Kurfürsten hatten die besten Architekten ihrer Zeit versammelt und Generation um Generation waren Palastbauten von europäischem Rang entstanden.

SCHLOSS HEIDELBERG ALS VORBILD IN EUROPA
1618 hatte die Schlossarchitektur mit dem noch unvollendeten Schlossgarten, dem Hortus Palatinus, ihren höchsten Glanz erreicht. Den letzten Palast im Schlossensemble, den Englischen Bau, errichtete Kurfürst Friedrich V. in den Jahren 1612 bis 1615: Die klaren Formen orientieren sich am Vorbild des italienischen Architekten Andrea Palladio. Seine Prunkfassade, der Stadt zugewandt, wird Vorbild für eine Reihe prominenter Palastbauten in Böhmen. Hier knüpft die besondere Führung der Staatlichen Schlösser und Gärten an: Der Rundgang „Prag und Heidelberg im Dreißigjährigen Krieg. Heidelberg und die Goldene Stadt“ am 400-jährigen Jahrestag des „Prager Fenstersturzes“, am 23. Mai um 17 Uhr, macht die vielfältigen historischen Verbindungen zwischen der Kurpfalz und Böhmen sichtbar.

FENSTERSTURZ IN BÖHMEN – KRIEG IN EUROPA
Der Prager Fenstersturz gilt als Auslöser einer der verheerendsten Kriege, die Europa erlebte. Anlass war ein Streit um die Religionsfreiheit. Die überwiegend protestantischen böhmischen Stände warfen ihrem katholischen Landesherrn, Kaiser Matthias, und dem 1617 zum Nachfolger gewählten böhmischen König Ferdinand von Habsburg vor, die von Kaiser Rudolf II. im Majestätsbrief von 1609 zugestandene Religionsfreiheit der Protestanten zu verletzen. Nach Auflösung der Ständeversammlung zogen am 23. Mai 1618 knapp 200 Vertreter der protestantischen Stände zur Prager Burg. Sie hielten dort eine Art Gerichtsverhandlung ab, an deren Ende sie die beiden königlich-habsburgischen Statthalter sowie einen ebenfalls anwesenden Sekretär aus dem Fenster der Kanzlei etwa 17 Meter tief in den Burggraben warfen – wobei alle drei überlebten. Dieser Sturz markiert den Beginn des Aufstands der böhmischen Protestanten gegen die katholischen Habsburger und gilt als Auslöser des Krieges, der dreißig Jahre lang Europa verheerte.

DER WINTERKÖNIG AUS HEIDELBERG
König Ferdinand wurde von den protestantischen böhmischen Ständen für abgesetzt erklärt. Die Krone bot man dem Heidelberger Kurfürsten Friedrich V. an. Die Rebellen erhofften sich von dessen mächtigen Verbündeten im protestantischen Lager Unterstützung. Trotz der Warnungen seiner Räte nahm Friedrich im Oktober 1619 die Wahl an. Bereits wenige Monate später stellte der inzwischen zum Kaiser gekrönte Ferdinand II. ihm seine Heere entgegen. Sein Feldherr Tilly besiegte den jungen König in der Schlacht am Weißen Berg am 8. November 1620 bei Prag vernichtend. Dass Friedrichs Herrschaft in Böhmen nur ein Jahr gedauert hatte, verschaffte ihm den Spottnamen „Winterkönig“. 1621 verhängte der Kaiser über ihn die Reichsacht, enthob ihn seiner Würden – und vor allem seiner Besitzungen. Von dieser Niederlage erholte sich die Kurpfalz als eine der vormals großen Mächte im Reich nicht mehr. Friedrich V. floh ins holländische Exil nach Den Haag. 1632 starb er nach wiederholten Rückkehrversuchen in Mainz.

DAS SCHICKSAL DES SCHLOSSES
Für das Heidelberger Schloss begann eine Zeit der Vernachlässigung und der Zerstörungen. Am Ende des 17. Jahrhunderts war die großartige Palastanlage eine Ruine, zerstört von Truppen des französischen Königs Ludwig XIV., verlassen und vergessen. Erst einhundert Jahre später entdeckten Reisende, Maler und Poeten die malerisch über dem Neckar gelegenen Überreste der altehrwürdigen ehemaligen Residenz als Inbegriff einer romantischen Ruine. In Gedichten, Liedern und Bildern verewigten sie das stimmungsvolle Denkmal – und langsam entwickelte sich auch das Bewusstsein, die geschichtsträchtige Schlossruine zu erhalten.

SERVICE
SONDERFÜHRUNG
Prag und Heidelberg im Dreißigjährigen Krieg.
Heidelberg und die Goldene Stadt

Referent: Heiner Grombein oder Susanne Späinghaus-Monschau

TERMIN
Mittwoch, 23. Mai 2018, 17.00 Uhr

PREIS
Erwachsene: € 6,00 zzgl. € 7,00 Schlossticket
Ermäßigte: € 3,00 zzgl. € 4,00 Schlossticket

DAUER: Eine Sonderführung dauert in der Regel 1,5 bis 2 Stunden
Eine Anmeldung ist erforderlich.

INFORMATIONEN UND ANMELDUNG
Service Center der kurpfälzischen Schlösser Heidelberg, Mannheim und Schwetzingen
Telefon +49 (0) 62 21 . 6 58 88-0
Telefax +49 (0) 62 21 . 6 58 88-18
service@schloss-heidelberg.com

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Elisabethentor

Bildnachweis

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Uwe Wetzel

Technische Daten

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