Wilhelma Stuttgart, Außenansicht Maurisches Landhaus

Ein exotischer Sommersitz für einen KönigDas Maurische Landhaus

Das Maurische Landhaus ist heute das Herzstück des Zoologisch-Botanischen Gartens Wilhelma. Als Sommerresidenz erbaut, war das Wohnhaus mit Gewächshäusern der private Rückzugsort von König Wilhelm I. von Württemberg – und ein Ort, an dem er seine Sehnsucht nach der Ferne stillte.

Wilhelma, König Wilhelm I. vor dem Maurischen Landhaus, unbekannter Künstler, Lithographie um 1846

König Wilhelm I. beim Spaziergang vor seinem Maurischen Landhaus.

EXOTISCHE ARCHITEKTURFANTASIEN

Fremd und geheimnisvoll: Im 19. Jahrhundert faszinierte der Orient das christlich geprägte Europa. Um 1834 erwachte in König Wilhelm I. von Württemberg der Wunsch, ein exotisches Landhaus zu errichten ‒ mit „...Arkaden im gotischen oder lieber maurischen Stil“. Um mehr über die Architektur des Vorderen Orients zu erfahren, schickte er eine Expedition auf Reisen. Doch die Zeichnungen, die er anschließend sah, waren Wilhelm I. nicht exotisch genug: Er entwickelte seinen eigenen „maurischen Stil“.

Wilhelma, Blick vom Maurischen Landhaus auf den Garten und den Festsaal mit Wandelgang um 1900

Blick vom Maurischen Landhaus auf den maurischen Garten um 1900.

DIE GESAMTANLAGE IN DER WILHELMA

Den Wunsch nach einer orientalischen Sommerresidenz erfüllte Architekt Karl Ludwig von Zanth ab 1837: Er entwarf die Pläne für den privaten Rückzugsort des Königs. Die Anlage umfasste das Maurische Landhaus als Wohnhaus, den Maurischen Festsaal, einen Garten- und einen Aussichtspavillon, weitere Gewächshäuser und den Maurischen Garten. Das Maurische Landhaus bestand aus einem eingeschossigen Wohnhaus und zwei anschließenden Gewächshäusern. Die Damaszenerhalle wurde 1864 nach dem Tod von Zanths erbaut.

EXOTISCHE INNENRÄUME

Die Innenräume der Maurischen Gebäude waren luxuriös und von orientalischer Farbenpracht: Malereien mit Arabesken zierten die Decken und Wände, exotische Stoffe und Teppiche schmückten die Möbel und Böden, goldene Kronleuchter erstrahlten in den Räumen. Für noch mehr Exotik ließ König Wilhelm I. japanische Imari-Vasen aus seinem Ludwigsburger Schloss holen. Die außergewöhnliche Inneneinrichtung beeindruckte Gäste aus nah und fern bei feierlichen Anlässen wie den königlichen Hoffesten.

Wilhelma Stuttgart, Entwurf Maurisches Landhaus
Wilhelma Stuttgart, Entwurf Eingangshalle Maurisches Landhaus
Wilhelma Stuttgart, Entwurf Festsaal Maurisches Landhaus

Entwürfe für die Innenausstattung der Wilhelma-Gebäude von Architekt Ludwig von Zanth.

Wilhelma Stuttgart, Maurisches Landhaus um 1900

Ansichtskarte von der Wilhelma um 1900.

EXOTIK FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT

Nach dem Tod König Wilhelms I. öffnete die königliche Familie die Wilhelma schrittweise für die Stuttgarter Bevölkerung und Touristen. Den Grundgedanken des Exotischen behielt man bei, auch als die Anlage nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde. 1952 kamen mit der Ausstellung „Indische Dschungeltiere“ Elefanten und Tiger in die Wilhelma – und blieben. In den Folgejahren wurde aus der Wilhelma ein Zoologisch-Botanischer Garten, der deutschlandweit einmalig ist.

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