Wilhelma, Ansicht von 1855, Karl Ludwig von Zanth

EIN KÖNIGLICHER TRAUM VOM ORIENTSchloss und Schlossgarten Wilhelma

Für König Wilhelm I. von Württemberg war die Schlossanlage „Wilhelma“ ein persönlicher Rückzugsort. In der Gestaltung folgte er der Orient-Mode seiner Zeit. Heute sind die historischen Gebäude ein zentraler Teil des Stuttgarter zoologisch-botanischen Gartens.

Wilhelma, König Wilhelm I. vor dem Maurischen Landhaus, unbekannter Künstler, Lithographie um 1846

König Wilhelm I. beim Spaziergang vor seinem Maurischen Landhaus.

EIN KÖNIGLICHER HERZENSWUNSCH

König Wilhelm I. träumte wie viele seiner Zeitgenossen vom Orient. Mit dem Bau der Wilhelma im maurischen Stil erfüllte er sich einen Wunsch. Das Maurische Landhaus war sein Rückzugsort, hier konnte er sich als Privatmann fühlen. Allein die königliche Familie und ausgewählte Gäste erhielten Zutritt zur Anlage. Das Vorbild für die Wilhelma lag im spanischen Granada. An dem dortigen maurischen Palast des Mittelalters, der berühmten Alhambra, orientierte man sich beim Bau bis in die Details. Die Ähnlichkeit brachte der Anlage die Bezeichnung „Alhambra am Neckar“ ein.

Wilhelma, Blick vom Maurischen Landhaus auf den Garten und den Festsaal mit Wandelgang um 1900

Blick vom Maurischen Landhaus auf den maurischen Garten um 1900.

DIE GESAMTANLAGE IN DER WILHELMA

Der Architekt Karl Ludwig von Zanth erhielt vom König den Auftrag zum Bau der Sommerresidenz. Wie das Vorbild in Granada, bestand die Anlage aus einzelnen Pavillons, Gartenhöfen und kunstvollen Gartenanlagen mit Wasserspielen. Das Refugium Wilhelms I. ist dabei keine Kopie arabischer Baukunst, sondern eine Neuschöpfung: Sie verbindet die europäische Tradition mit der Orientbegeisterung. Die Damaszenerhalle, errichtet von Professor Wilhelm Bäumer, dem Nachfolger von Zanths, rundete die Anlage ab.

Wilhelma, Entwurf des Festsaals, Lithographie von Ludwig von Zanth, 1856

Der Entwurf zeigt den prächtigen Maurischen Festsaal, wie er bis 1944 bestand.

DER ZAUBER DES ORIENTS

Orientalische Farbenpracht, exotische Architektur und aufwändiger Luxus prägten die königlichen Häuser der Wilhelma. Der in Zentraleuropa unbekannte Stil wirkte geheimnisvoll und faszinierend: Malereien mit Arabesken zierten Decken und Wände, Möbel und Böden waren mit exotischen Stoffen und Teppichen geschmückt. Goldene Kronleuchter erleuchteten die Räume. Die exklusive Ausstattung der Wilhelma beeindruckte bei den Hoffesten. Das wohl imposanteste Fest fand 1857 statt, als sich Napoleon III., Kaiser von Frankreich, und Alexander II., Zar von Russland, in Stuttgart aufhielten. 

DIE ÖFFNUNG DER WILHELMA

Nach dem Tod König Wilhelms I. wurde die königliche Schlossanlage Wilhelma allmählich geöffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das beeindruckende Ensemble schwer beschädigt. Beim Wiederaufbau behielt man den exotischen Grundgedanken bei. 1952 zogen mit der Ausstellung „Indische Dschungeltiere“ Elefanten und Tiger auf das Gelände am Neckar. In den Folgejahren wurde die Wilhelma zu dem zoologisch-botanischen Garten ausgebaut, der sie heute ist. Das Herz der Anlage bildet noch immer die prächtige Schlossanlage des Königs.

Wilhelma, Historisches Gewächshaus
Wilhelma, Seerosenreich und Maurisches Landhaus

Im Herzen der Wilhelma lohnt die historische Schlossanlage des Königs einen Besuch.


Weitere Informationen zum zoologisch-botanischen Garten Stuttgart

Logo: Wilhelma - Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart

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