Wehrhafte Residenz der Äbte und Pröpste

Schloss ob Ellwangen

Bildnis der Königin Katharina von Westphalen von Johann Baptist Seele; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer
KÖNIGLICHER BADEZUSATZ

ZUFLUCHT IN ELLWANGEN

Nach dem Sturz seines Bruders Napoleon war der ehemalige König von Westphalen, Jérôme Bonaparte, mit seiner Frau, der württembergischen Prinzessin Katharina, auf der Flucht. Zunächst in Göppingen untergebracht, wohnten sie schließlich in Schloss ob Ellwangen – beinahe ein Jahr lang.

Bildnis des Königs Friedrich I. von Württemberg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Das Paar stand unter der Obhut des Königs.

KÖNIGLICHER FLÜCHTLING

Der lebenslustige Jérôme Bonaparte, hatte wegen seines häufigen Ausspruchs „demain encore lustik“, also „Morgen wieder lustig“, den Beinamen „König Lustik“ erhalten. Zusammen mit seiner Frau Katharina von Württemberg und dem einjährigen Sohn hielt er sich vom 16. September 1815 bis zum 7. August 1816 im Schloss auf. Hier bewohnten sie unter strenger Bewachung von Katharinas Vater, König Friedrich I., die ehemaligen fürstpröpstlichen Privaträume im zweiten Obergeschoss des Nord- und Ostflügels.

Bildnis Jérôme Bonapartes; Foto: Tourist-Information Ellwangen

Gewöhnliches Wasser genügte Jérôme nicht.

LUXUS PUR

Zur Entspannung badete der schöne Jérôme öfter in einer großen Wanne – aber nicht in gewöhnlichem Wasser, sondern in Milch, um seine Haut geschmeidig und rein zu halten. Dazu mussten seine Pagen zwei Mal wöchentlich auf den Markt von Ellwangen gehen, um 30 Liter frische Milch als Badezusatz herbeizuschaffen. Nach dem vergnüglichen Bad von „König Lustik“ wurde die Milch anschließend als Getränk an das Gesinde und an Bettler vor dem Schlosstor verteilt.

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