Barockes Idyll und Grablege Götz von Berlichingens

Kloster Schöntal

Der Kreuzgang von Kloster Schöntal; Foto: Foto Besserer
Grablege der von Berlichingens

Der Kreuzgang

Im Kreuzgang des Klosters Schöntal erinnern knapp 40 Grabmäler mit dem Familienwappen an das bekannte Adelsgeschlecht der von Berlichingen. Sie hatten den Zisterziensern das Klostergelände im 12. Jahrhundert zur Verfügung gestellt und erhielten dafür das Recht der Grablege.

Der Kreuzgang im Kloster Schöntal; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Anja Stangl

Das älteste Grabmal ist von 1377.

Der Kreuzgang erinnert an Götz und seine Ahnen

Der Ostflügel des Kreuzgangs diente der Adelsfamilie der von Berlichingen wohl seit dem 13. Jahrhundert als Grablege. Das älteste erhaltene Grabmal stammt aus dem Jahr 1377, das jüngste ist von 1567. Der berühmteste Vertreter dieser Familie, Reichsritter Götz von Berlichingen, starb 1562 auf Burg Hornberg in Neckarzimmern. Er war eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die auf der Seite der Bauern im Bauernkrieg wirkten. Die Grabplatte des „Ritters mit der eisernen Hand“ befindet sich ebenfalls hier.

Das Grabmal von Ritter Götz von Berlichingen im Kloster Schöntal; Foto: Foto Besserer

Der Ritter wird kniend und betend gezeigt.

Das Grabmal von Ritter Götz

Einige der Vorfahren Götz von Berlichingen sind auf ihren Grabmälern als stolze Ritter abgebildet, die auf einem Löwen stehen – Symbol für ihre Herrschaft. Das steinerne Grabmal von Ritter Götz zeigt ihn kniend in voller Rüstung vor einem Kruzifix und mit zwei gesunden Händen betend. Laut Grabinschrift ist er im Alter von „über etlich und achtzig Jahr“ gestorben. Ganz unten steht: „Und er warthet allhie einer fröhlichen Auferstehung.

Luftansicht von Kloster Schöntal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Der Kreuzgang verband die Räume.

Der Mittelpunkt des Klosters

Der quadratisch angelegte Kreuzgang funktionierte als überdachter Verbindungsgang zwischen den Räumen, beispielsweise den Schlaf- und Speisesälen. Außerdem konnten die Mönche von hier aus zum Chorgebet in die Kirche gelangen, die an der Nordseite des Kreuzgangs liegt. Baumeister Johann Leonhard Dientzenhofer erbaute den Kreuzgang 1706 in barocker Form neu. Dennoch fanden die Grabmäler der Adelsfamilie der von Berlichingen und der Äbte aus dem 14. bis 18. Jahrhundert wieder Platz an den Wänden des Kreuzgangs.

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