Grablege der Staufer mit viel Programm

Kloster Lorch

Netzgewölbe im kreuzgang von Kloster Lorch; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff
Zeugen des einstigen Reichtums

Kreuzgang

und Prälatur

Kreuzgang und Klausur bestanden schon von Beginn an als Teil des romanischen Klosters. In der Blüte des Spätmittelalters wurden sie prächtig umgebaut. Sie spiegeln das Auf und Ab der Klostergeschichte. Heute sind nur noch der nördliche Kreuzgangflügel und die sogenannte Prälatur erhalten.

Kreuzgang von Kloster Lorch mit Netzgewölbe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Spätgotische Baukunst im Kreuzgang.

Der Kreuzgang und sein Schicksal

Wie alle mittelalterlichen Benediktinerklöster war Lorch nach dem traditionellen Schema aufgebaut, das dem Leben der Mönche entsprach. Die Kirche war das wichtigste Gebäude. Direkt an die Kirche schloss der Kreuzgang an: ein Innenhof mit Arkadengängen, an dessen vier Seiten alle Räume lagen, die die Mönche zum Wohnen brauchten. In Lorch fiel der spätgotische Kreuzgang dem Bauernkrieg im 16. Jahrhundert zum Opfer. Ost- und Südflügel wurden nicht wieder aufgebaut.

Chorgebäude von Kloster Lorch vom Innenhof aus mit Kreuzgangflügel; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff

Der Kreuzgang führt unterm Chor hindurch.

Eine ungewöhnliche Lösung

Im 15. Jahrhundert wurde der neue Chor viel größer geplant und passte nicht mehr in den alten Grundriss der Klausur. Damit der Kreuzgang benutzbar blieb, hoben die Baumeister den Chor einfach an und führten ihn über den Westflügel hinweg. Im Inneren der Kirche steigt der spätgotische Chor daher in steilen Stufen an. Eine Lösung, die der Baumeister der Klosteranlage der Großcomburg schon in der Romanik gefunden hatte! Heute wirkt der Rest dieses Kreuzgangflügels wie ein Durchgang unter dem Chor der Klosterkirche.

Die Prälatur mit Schlafsaal

Der vollständig erhaltene Nordflügel ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen: Die offenen Bögen des gotischen Arkadengangs bilden das Erdgeschoss eines Gebäudes. Dieser mächtige, langgezogene Bau wird seit dem 18. Jahrhundert Prälatur genannt. Im Obergeschoss lag das Dormitorium, der gemeinsame Schlafsaal der Mönche. Im Spätmittelalter durfte der Raum in einzelne Schlafzellen unterteilt werden. Am westlichen Ende des Dormitoriums hat sich die Prälatenstube mit barock bemalter Wandvertäfelung erhalten.

Luftaufnahme von Kloster Lorch; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Die Prälatur schließt direkt an die Kirche an.

Refektorium von Kloster Lorch mit verzierten Säulen; Foto: Ulrich Rund

Hier speisten die Mönche gemeinsam.

Speisesaal und Versammlungsraum

Im Erdgeschoss der Prälatur, direkt am Kreuzgang, befand sich das Refektorium. Hier aßen die Mönche gemeinsam. An den Wänden des großen Raumes haben sich Wandmalereien aus der Zeit um 1530 erhalten, unter anderem 15 Szenen der Passion Christi. Im benachbarten Kapitelsaal versammelten sich täglich der Abt und die Mönche: Hier wurden die Ordensregeln vorgelesen und alles verhandelt, was innerhalb des Klosters vorfiel.

TIPP

Verpassen Sie nicht das figurenreiche „Staufer-Rundbild“ im Kapitelsaal: Der Lorcher Maler Hans Kloss hat hier eine bunte Übersicht über die Geschichte der Staufer geschaffen, dargestellt als Panorama mit vielen Geschichten.

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