Bedeutende Klosteranlage vor eindrucksvoller Kulisse

Kloster Hirsau

Magerrasen; Foto: Projekt Blühende Naturparke, Herr Kraft
Festmahl für Bienen

Naturschönheit Blumenwiese

Durch den Rückgang von blühenden Wiesen in unserer modernen Kulturlandschaft nimmt das Nahrungsangebot für Insekten stetig ab. Um dem entgegenzuwirken, nimmt das Kloster Hirsau an dem Projekt „Blühende Naturparke“ teil.

Bienen in Schussenried; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Joachim Moll

Bienenwaben dienen zur Lagerung von Honig und Pollen.

Projekt „Blühende Naturparke“

Aufgrund der zunehmenden Bewirtschaftung von Flächen gehen wilde Wiesen verloren und der Rückzugsraum für Insekten schrumpft. Das gilt auch für Bienen, die für den Erhalt der biologischen Vielfalt und für eine gute Ernte essenziell sind. Diese Insekten benötigen das ganze Jahr ein vielfältiges Angebot an Blüten als Rückzugsort und Futterquelle. Im Rahmen des Projektes „Blühende Naturparke“ werden Wiesen, die in einem der insgesamt sieben Naturparke Baden-Württembergs liegen, mit einem speziellen Saatgut wieder ökologisch und optisch aufgewertet, um den Bienen einen neuen Lebensraum zu geben.

Biene auf Blüte; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Christina Ebel

Auch Klee ist eine beliebte Bienen-Futterpflanze.

Magerrasen in Hirsau

Die Flächen im Kloster Hirsau sind dafür geeignet, einen Magerrasen anzulegen und damit zum Artenschutz und dem Erhalt der Kulturlandschaft beizutragen. Magerwiesen zählen zu den artenreichsten Pflanzenbeständen mit heimischen Pflanzen. Sie wachsen auf schnell abtrocknenden Böden. Der Boden von Kloster Hirsau wurde durch Einfräsen von Sand abgemagert, um diesen Anforderungen zu entsprechen.

Magerrasen; Foto: Rieger-Hoffmann GmbH, Urheber unbekannt

Hier kommen zahlreiche Pflanzenarten zur Blüte.

Charakter und Pflege der Wiese

Die Pflanzen der Magerwiese sind überwiegend niederwüchsige, konkurrenzschwache Arten, die Trockenheit vertragen. Blüten und Gräser können dabei eine Höhe von bis zu 100 cm erreichen und bieten vielen Insekten ein geschütztes Quartier. Die Wiese wird nur 1 bis 2 Mal im Jahr gemäht und dies im Zeitraum von Juli bis September. Bis zur Blütenreife aller Pflanzen der Mischung kann es einige Jahre dauern.

Ostflügel mit Treppenturm; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Das im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord gelegene Klostergelände Hirsau bietet viele Grünflächen zur Aussaat des Magerrasens.

Kräuter der Magerwiese:

Achillea millefolium, Gewöhnliche Schafgarbe
Agrimonia eupatoria, Kleiner Odermennig
Betonica officinalis, Heilziest
Campanula rapunculoides, Acker-Glockenblume
Campanula rotundifolia, rundblättrige Glockenblume
Centaurea cyanus, Kornblume
Centaurea jacea, Wiesen-Flockenblume
Centaurea scabiosa, Skabiosen-Flockenblume
Clinopodium vulgare, Gewöhnlicher Wirbeldost
Daucus carota, Wilde Möhre
Dianthus carthusianorum, Kartäusernelke
Echium vulgare, Gewöhnlicher Natternkopf
Euphorbia cyparissias, Zypressen-Wolfsmilch
Galium album, Weißes Labkraut
Galium verum, Echtes Labkraut
Hieracium pilosella, Kleines Habichtskraut
Hypericum perforatum, Echtes Johanniskraut
Hypochaeris radicata, Gewöhnliches Ferkelkraut
Inula conyzae, Dürrwurz-Alant
Knautia arvensis, Acker-Witwenblume
Leontodon hispidus, Rauer Löwenzahn
Leucanthemum ircutianum/vulgare, Wiesen-Margerite
Linaria vulgaris, Gewöhnliches Leinkraut
Lotus corniculatus, Hornschotenklee
Malva alcea, Spitzblatt-Malve
Malva moschata, Moschus-Malve
Medicago lupulina, Gelbklee
Origanum vulgare, Gewöhnlicher Dost
Papaver rhoeas, Klatschmohn
Pastinaca sativa, Gewöhnlicher Pastinak
Picris hieracioides, Gewöhnliches Bitterkraut
Pimpinella saxifraga, Kleine Bibernelle
Plantago lanceolata, Spitzwegerich
Plantago media, Mittlerer Wegerich
Potentilla erecta, Blutwurz
Potentilla verna, Frühlings-Fingerkraut
Primula veris, Echte Schlüsselblume
Prunella grandiflora, Großblütige Braunelle
Prunella vulgaris, Gewöhnliche Braunelle
Ranunculus bulbosus, Knolliger Hahnenfuß
Reseda lutea, Gelbe Resede
Rhinanthus minor, Kleiner Klappertopf
Salvia pratensis, Wiesen-Salbei
Sanguisorba minor, Kleiner Wiesenknopf
Saponaria officinalis, Echtes Seifenkraut
Scabiosa columbaria, Tauben-Skabiose
Sedum acre, Scharfer Mauerpfeffer
Silene latifolia ssp. Alba, Weiße Lichtnelke
Silene nutans, Nickendes Leimkraut
Silene vulgaris, Gewöhnliches Leimkraut
Thymus pulegioides, Gewöhnlicher Thymian
Trifolium campestre, Feldklee
Verbascum nigrum, Schwarze Königskerze
Veronica chamaedrys, Gamander-Ehrenpreis
Viola arvensis, Acker-Veilchen

Gräser der Magerwiese:

Agrostis capillaris, Rotes Straußgras
Anthoxanthum odoratum, Gewöhnliches Ruchgras
Briza media, Gewöhnliches Zittergras
Bromus erectus, Aufrechte Trespe
Carex flacca, Blaugrüne Segge
Festuca guestfalica (ovina), Schafschwingel
Festuca rubra, Rotschwingel
Helictotrichon pratense, Echter Wiesenhafer
Koeleria pyramidata, Großes Schillergras
Luzula campestris, Gewöhnliche Hainsimse
Poa angustifolia, Schmalblättriges Rispengras
Poa compressa, Platthalm-Rispengras

TIPP

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