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BEDEUTENDSTE KELTISCHE AKROPOLIS EUROPAS

Heuneburg – Stadt Pyrene

Heuneburg, Blick auf die Heuneburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl
Ein keltisches Handelszentrum

Die Stadt

Die Höhensiedlung ist die älteste Stadt nördlich der Alpen. In ihrer Blütezeit war sie ein bedeutendes keltisches Handelszentrum an der Donau. Aus heutiger Perspektive ist die Heuneburg eine der am besten erforschten archäologischen Fundstätten der gesamten europäischen Eisenzeit.

Eine grosse Stadt wie Athen

An der Donau, 14 Kilometer von Sigmaringen entfernt, erhebt sich auf einem drei Hektar großen Bergsporn die Heuneburg. Vor 2500 Jahren hat Herodot, ein griechischer Historiker und Geograf, diese keltische Stadt wohl als „Polis Pyrene“ bezeichnet. Der Stadtbegriff „Polis“ stand ansonsten für griechische Zentren wie Athen und Sparta – das zeigt, welche Bedeutung der Heuneburg einst zukam. Die Rekonstruktion der heute von weitem sichtbaren weißen Lehmziegelmauer lässt den Eindruck, den der Ort auf damalige Reisende gemacht haben muss, erahnen.

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Der Blick von der Heuneburg zur Donau.

Aufnahme von einer Infotafel auf der Heuneburg: zu sehen eine Nachbildung der Heuneburg in der ersten Hälfte des 6. Jh. v. Chr; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH & Co. KG, Anja Stangl

Nachbildung der Hauptburg, Vorburg und Außensiedlung.

Imposantes Handelszentrum

Dank ihrer idealen Lage entwickelte sich die Heuneburg zu einem bedeutenden Siedlungs-, Wirtschafts- und Machtzentrum. Die gesamte Anlage umfasste in ihrer Blütezeit in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. den Burgberg, die Vorburg und die Außensiedlung. Zusammen lebten dort ca. 5.000 Einwohner, eine für diese Zeit spektakuläre Zahl. Die Bewohner der Heuneburg besaßen weitreichende Kontakte, unter anderem bis in den süditalischen Raum und bis nach Marseille, beispielsweise für den Import von Wein.

Heuneburg – Stadt Pyrene, Mauerwerk der Doppeltoranlage mit rekonstruiertem Torumriss; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

Am Eingang zur Vorburg stand die große Doppeltoranlage.

Repräsentative Bauten und sensationelle Funde

Macht und Reichtum der Stadt zeigen sich in repräsentativen Bauten, wie der massiven Doppeltoranlage am Eingang zur Vorburg oder der damals in der Region einmaligen Siedlungsmauer, die nach Vorbildern im mediterranen Raum entstand. Die große Bedeutung der Heuneburg wird auch deutlich durch die prächtigen Beigaben aus Bernstein oder Gold, die in den Grabhügeln der Umgebung gefunden wurden. Hier sind die Funde aus dem Grab der Keltenfürstin aus dem Jahr 583 v. Chr. besonders hervorzuheben.

Heuneburg – Stadt Pyrene, rekonstruierte Wohnbauten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

Die Häuser wurden im 6. Jahrhundert v. Chr. errichtet: hier als Rekonstruktion zu sehen.

Forschungen ermöglichen Besuchserlebnis

Die ausgedehnte Anlage der Heuneburg und ihrer Umgebung ist seit über 90 Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Ausgrabungen. Aktuelle Forschungen bilden die Grundlage beispielsweise für die Rekonstruktion eines mächtigen Herrenhauses sowie verschiedener Häuser mit Handwerksbetrieben. Dazu kommen die Ausstellung wertvoller Grabfunde und der acht Kilometer lange Archäologielehrpfad, mit dem man die keltischen Grabhügel in der Umgebung der Heuneburg erwandern kann.