Barockes Idyll und Grablege Götz von Berlichingens

Kloster Schöntal

Götz von Berlichingen, Glasmalerei von 1547 im Museum Jagsthausen; Foto: Wikipedia, gemeinfrei
Rezeption in Frankreich

Goethe und sein „Götz“

Reichsritter Götz von Berlichingen (um 1480–1562) war das Vorbild für die Hauptfigur in einem Schauspiel, das Johann Wolfgang von Goethe 1773 veröffentlichte – und mit dem er schlagartig berühmt wurde. Sein Stück beeinflusste einige Jahre später die literarischen Strömungen in Frankreich.

Titelblatt des Stückes „Götz von Berlichingen“ von Wolfgang von Goethe, 1773; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Übrigens: Das Stück ist keine Biographie des historischen Götz.

Ein unkonventionelles Stück Literatur

Das Schauspiel „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) gilt heute als Hauptwerk des Sturm und Drang. Goethe stellte bis dahin gültige Theater-Konventionen in Frage, da er in seinem Werk die Einheit von Ort, Zeit und Handlung auflöste. Seine Geschichte rund um den Reichsritter findet an über fünfzig Handlungsorten statt. Die Handlung umfasst nicht einen Tag, sondern wird durch mehrere parallel laufende Handlungsstränge über eine Zeitspanne gedehnt.

Philipp Albert Stapfer; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Philipp Albert Stapfer übersetzte den „Götz“ ins Französische.

Einfluss in Frankreich

Viele historische Quellen belegen, dass Goethes Werk die literarischen Kreise in Frankreich beeindruckte und zum Hinterfragen von Konventionen beitrug. Als 1826 der in Paris lebende Schweizer Philipp Albert Stapfer die Dramen Goethes ins Französische übersetzte, vergrößerte sich deren Einfluss. Goethe sagte 1830 zu seinem Freund Johann Peter Eckermann: „Der Keim der historischen Stücke, die bei ihnen (den Franzosen) jetzt etwas Neues sind, findet sich schon seit einem halben Jahrhundert in meinem Götz“.

Götz von Berlichingen vor dem Heilbronner Rat; Stich von Albrecht Schultheiß, 1909; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Romantische Darstellung des Reichsritters mit der eisernen Faust.

Rezensionen in Frankreich

Ein Spiegel der Rezeption von Goethes Werk in Frankreich sind die Rezensionen in der französischen Zeitschrift „Le Globe“. Sie hatte es sich zum Ziel gesetzt, in möglichst vielen Ländern gelesen zu werden, um einen kulturellen Austausch zu fördern. Über das Schauspiel „Götz von Berlichingen“ erschienen in der Zeit von 1824 bis 1828 sechs Artikel, die sich ausführlich mit Goethe und seinem Werk auseinandersetzten.

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