Wehrhafte Residenz der Äbte und Pröpste

Schloss ob Ellwangen

Bildnis Friedrichs I., wie er Württemberg zum Königreich ausruft; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt
VERSTAATLICHUNG KIRCHLICHEN BESITZES

DOSSIER: DIE

SÄKULARISATION

Die Säkularisation war einer der wichtigsten Wendepunkte in der Geschichte Ellwangens. Sie führte zur Auflösung der Fürstpropstei und zur Integration in das Herzogtum Württemberg, das 1806 von Napoleon zum Königreich ernannt wurde.

Napoleon I. Bonaparte um 1804; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Napoleon I. ordnete das Reich neu.

NAPOLEONS ORDNUNG

Mit dem Ende des Zweiten Koalitionskrieges 1801 erzwang Napoleon eine Neuordnung der politischen Territorien im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Er überführte kirchliche Gebiete und religiöse Einrichtungen mitsamt ihrem Eigentum in weltliche Hände: Mit ihm verbündete Fürsten erhielten so einen Ausgleich für an Frankreich abgetretene Gebiete zugesprochen.

Karte des Herzogtums Württemberg 1795 – 1810; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Karte des Herzogtums Württemberg 1795 – 1810; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Aus dem Herzogtum wurde ein Königreich.

AUFSTIEG WÜRTTEMBERGS

Herzog Friedrich von Württemberg stieg 1803 zunächst zum Kurfürsten, dann 1806 zum König auf. Dabei konnte er große Zugewinne an Land verzeichnen. So wurden dem Fürsten neben Ellwangen auch die katholischen Stifte und Klöster Comburg, Schöntal, Zwiefalten, Heiligkreuztal, das evangelische Damenstift Oberstenfeld sowie einige ehemalige freie Reichsstädte wie Ulm, Heilbronn und Esslingen zugeschlagen. Friedrich errichtete kurzfristig den Staat Neuwürttemberg, der bis 1806 alle neugewonnenen Territorien vereinte.

Bildnis Fürstpropst Clemens Wenzeslaus von Sachsen; Foto: Tourist-Information Ellwangen

Er war der letzte Fürstpropst von Ellwangen.

EIN NEUER HERR

Ein Mann schneller Entschlüsse: Herzog Friedrich von Württemberg ließ Ellwangen bereits im Herbst 1802 durch Truppen besetzen. In einem Brief teilte er dem Stiftskapitel und den Einwohnern der Stadt seinen Rechtsanspruch auf die Fürstpropstei mit und forderte die Anerkennung seiner Landeshoheit. Gleichzeitig sicherte Friedrich allen Schutz und die freie Ausübung des römisch-katholischen Glaubens im mehrheitlich protestantisch geprägten Württemberg zu.

Bildnis Fürstpropst Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg; Foto: Tourist-Information Ellwangen
Bildnis Fürstpropst Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden; Foto: Tourist-Information Ellwangen
Bildnis Fürstpropst Johann Christoph I. von Westerstetten; Foto: Tourist-Information Ellwangen

Bis zur Machtübernahme durch Herzog Fredrich von Württemberg 1802 unterstand Ellwangen der Herrschaft der Fürstpröpste.

Thronsaal in Schloss ob Ellwangen; Foto: Tourist-Information Ellwangen

Thron König Friedrichs I. von Württemberg.

DAS ENDE DER FÜRSTPROPSTEI

Obwohl Fürstpropst Clemens Wenzeslaus gegen das Vorgehen von Herzog Friedrich protestierte, konnte er nichts dagegen ausrichten. Im Sommer 1803 übernahm Friedrich als neuer Landesherr die Macht in Ellwangen. Damit war die über 1000-jährige geistliche Herrschaft über die Stadt beendet. Ellwangen erhielt den Status einer Hauptstadt von „Neu-Württemberg“ und wurde zum Regierungs- und Verwaltungssitz erhoben. Der Speisesaal des ehemaligen fürstpröpstlichen Schlosses wurde zum Thronsaal des neuen Herrschers.

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