A Cistercian convent full of treasures

Heiligkreuztal Monastery

Sandsteinepitaph der Veronika von Rietheim im Kloster Heiligkreuztal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer
Standfest, entschlossen, schöngeistig

Äbtissin Veronika

von Rietheim

Veronika von Rietheim (1472–1551) stand Kloster Heiligkreuztal in der Epoche der Glaubenskriege vor und führte es durch die Wirren der Zeit. Mit Reformen und spätgotischer Kunst gestaltete sie den Alltag der Zisterzienserinnen neu – zu Recht ging sie als eine zweite Klostergründerinin in die Geschichte ein.

Familienwappen der Adelsfamilie Rietheim aus dem Scheibler'schen Wappenbuch; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Familienwappen der Adelsfamilie Rietheim.

Wer war Veronika von Rietheim?

Veronika entstammte dem bayrisch-schwäbischen Adelsgeschlecht der Rietheimer. Ihr Vater war der Reichsritter Ulrich von Rietheim, ihre Mutter hieß Veronika von Landau. Im Jahr 1521 wurde sie mit 49 Jahren zur Äbtissin von Kloster Heiligkreuztal gewählt. Ihr Antritt fiel in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Instabilität: Die Reformation und anschließende Glaubensspaltung erschütterten das Heilige Römische Reich. In Süddeutschland wütete der Bauernkrieg. Die Führung des Zisterzienserinnenklosters war gerade jetzt eine große Herausforderung.

In welcher Situation war das Kloster in der Reformationszeit?

Das Kloster stand unter der Herrschaft der mächtigen Habsburgermonarchie. Mit Kaiser Karl V. an der Spitze bildete sie in der Reformationszeit eine Bastion des alten Glaubens. Seinem Taufpaten und Namensvetter Graf Karl I. aus der schwäbischen Linie der Hohenzollern verlieh der Kaiser 1534 die Grafschaft Sigmaringen als Reichslehen. Dadurch geriet Heiligkreuztal unter den Einfluss der Hohenzollern. Im Gegensatz zum Kurfürstentum Brandenburg blieb die schwäbisch-hohenzollernsche Linie in der Katholischen Liga. Deren Grafschaften befanden sich aber gleich neben der protestantischen Hochburg Württemberg – eine prekäre Situation.

Gemälde von Kaiser Karl V.  von Tizian, wird heute Lambert Sustris zugeschrieben; Foto: Wikipedia, gemeinfrei
Wandteppich mit Allianzwappen der Hohenzollern um 1575; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Die Hohenzollern standen lange Zeit in den Diensten des Kaiserhauses Habsburg.

Gemälde mit einer Darstellung des Schmalkaldischen Krieges von Mathias Gerung aus dem Jahr 1551; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Das Heerlager Karls V. im Schmalkaldischen Krieg gegen die protestantischen Herrscher.

Welche Herausforderungen meisterte die Äbtissin?

Veronika war die 25. Äbtissin des Klosters und trat die Nachfolge von Anna Gremlichin an. Während ihrer Regierungszeit realisierte Veronika große Umbaumaßnahmen. Sie sorgte für eine Rückkehr zum strengen Ordensleben und führte die 1517 begonnene Klosterreform fort. Während des Schmalkaldischen Krieges, als Kaiser Karl V.  letztendlich siegreich gegen die protestantischen Fürsten ins Feld zog, wurde Heiligkreuztal geplündert.

Wie prägte Veronika von Rietheim ihr Kloster?

Das heutige Kloster ist von den Umbauten im Stil der Spätgotik geprägt, das unter Führung Veronikas umgesetzt wurde. Die kunstsinnige Äbtissin holte einen bedeutenden Maler in das Kloster: Vom sogenannten Meister von Meßkirch stammen zahlreiche Fresken in der Klosterkirche. Außerdem beauftragte sie die eindrucksvolle Äbtissinnengalerie im Kreuzgang. Ihre 24 Vorgängerinnen sind der Reihe nach dargestellt. Veronika ist wesentlich mehr Platz eingeräumt worden – ihre Verdienste um Heiligkreuztal als zweite Klostergründerin werden so in eindrucksvoller Weise gewürdigt.

Darstellung Veronikas von Rietheim mit ihrem Wappen auf einer Buchseite; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Markus Schwerer
Die Äbtissinnengalerie im Kreuzgang; Foto: Wikipedia, gemeinfrei, Rainer Halama
Fresko im Kreuzgang vom Meister von Meßkirch; Foto: Wikipedia, gemeinfrei, Rainer Halama

Veronika von Rietheim ist als zweite Klostergründerin in die Geschichte eingegangen.

TIPP

Im Ostflügel des Kreuzgangs sehen Sie das kunstvolle Epitaph der Veronika von Rietheim. Die Äbtissin ließ das Grabdenkmal aus Sandstein bereits zu Lebzeiten vom Uracher Steinmetz und Bildhauer Joseph Schmid anfertigen.

TIPP

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