An impressive stronghold in the far southwest

Rötteln Castle

Farbig glasierte Ofenkacheln und Irdenware aus dem Keramikfund rund um die Burg Rötteln; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Zeugen hoher Wohnkultur

Ofenkacheln

Zugig und kalt war es in einer mittelalterlichen Burg. Nur offene Kamine sorgten hinter den dicken Mauern für ein wenig Behaglichkeit. Auf Burg Rötteln begann sich dies bereits im 15. Jahrhundert zu ändern. Ein Burgherr brachte moderne Wohnkultur aus Burgund nach Rötteln.

Farbig glasierte Ofenkacheln und Irdenware aus dem Keramikfund rund um die Burg Rötteln; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Ein Beispiel für Rötteler Ofenkacheln.

Verbesserte Technik

Die Technik der Ofenherstellung hatte sich seit dem 14. Jahrhundert ständig weiterentwickelt. Es wurden Kacheln mit möglichst großer Oberfläche hergestellt. Sie konnten die Wärme gut speichern und über längere Zeit an die Umgebung abgeben. Damit war es möglich geworden, viel mehr Räume und diese auch gleichmäßiger zu heizen als je zuvor.

Viele Kachelöfen machen warm

Ofenkacheln und gusseiserne Ofenplatten von mindestens zehn bis fünfzehn Öfen sind auf Rötteln gefunden worden: Wo heute der Wind durch die Ruine der mittelalterlichen Burg pfeift, war es um 1500 gemütlich warm. Doch die Öfen verschönerten auch die Räume. Die Kacheln und Gusseisenplatten waren nicht selten mit Reliefs verziert. Sie zeigen Ornamente und Szenen aus der Bibel.

Eingangsbereich der Oberburg Rötteln mit Wappen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Hier startete der Siegeszug der Ofenkacheln.

Wohnkultur aus Burgund

Die Öfen von Rötteln waren für ihre Zeit sehr modern. Dafür sorgten die Burgherren, die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg. Sie hatten Verbindungen an den Hof von Burgund, einem der glänzendsten Fürstensitze des ausgehenden Mittelalters. Markgraf Rudolf IV. (1426/27–1487) heiratete eine burgundische Adlige und residierte im schweizerischen Neuenburg. Dennoch baute er Rötteln weiter aus, wie sein Wappen über dem Südportal von 1468 bezeugt. Von Rötteln aus verbreitete sich die Ofenbaukunst im Südwesten Deutschlands.

Ölporträt Ludwigs XIV. von Frankreich, der Zerstörer von Burg Rötteln; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Er macht dem Burgleben ein Ende.

Bei Grabungen gefunden

Spätestens mit der Zerstörung der Burg durch den König Ludwig XIV. von Frankreich war es mit dem Wohnkomfort auf Rötteln vorbei. Allerdings sind Reste der Ausstattung bei archäologischen Grabungen gefunden worden. Zu den prächtigsten Gegenständen gehören die Ofenkacheln und gusseisernen Ofenplatten, die sich heute im Burgmuseum Rötteln und im Museum von Lörrach befinden – besonders prachtvoll ist eine eiserne Ofenplatte von 1591 mit den Szenen des Sündenfalls und der Kreuzigung Christi.

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