Kommen. Staunen. Geniessen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Basilikum; Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg
Vom Garten auf den Teller

Kostbarkeiten

Historische Quellen belegen, dass der kulinarische Geschmack der Herrscher und Mönche die europäische Gartenkultur entscheidend beeinflusste.

SPARGEL SCHON IM 15. JAHRHUNDERT IN URACH

Die Markgrafentochter Barbara Gonzaga aus Mantua heiratete 1474 Eberhard im Bart, einen aufstrebenden Grafen in Württemberg. Die elegante Italienerin vertrug aber die süddeutsche Küche nicht gut und ließ nun Waren aus ihrer Heimat holen. In einem Brief aus dem April 1475 schrieb sie: „Es gibt keinen Spargel in Urach, man möge doch Spargelsamen aus Mantua schicken; aber sie brauche auch Basilikum, Nelken und Rosmarin.“ Was man heute einfach im Geschäft kaufen kann, musste damals aufwendig über die Alpen geschafft werden.

Nelken; Foto: pixabay, gemeinfrei

Nelken sind ein Blickfang in jedem Garten.

Nutz- und Lustgarten

Die Pflanzen dienten verschiedenen Zwecken: Spargel war natürlich vor allem eine Nutzpflanze. Das Basilikum, anspruchsvoll und wärmeliebend, wurde vermutlich wie andere exotische Gewächse in Töpfen und Vasen gezogen. Es wird aufgrund der Temperaturen erst später auf der BUGA zu sehen sein. Seit der Antike als Arznei- und Gewürzpflanze genutzt, war das Basilikum  im Mittelalter aber auch als Zierpflanze und wegen seines Geruchs beliebt. Die Nelke war wegen ihrer attraktiven Form und  ihres Dufts vor allem in Italien sehr beliebt und so selten wie kostbar. Im Barock durch Züchtungen zur bekannten Modepflanze aufgestiegen, findet sie sich im 18. Jahrhundert in den Inventaren der Orangerie von Weikersheim.

Kommen. Staunen. Geniessen.

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