Motiv der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zum Themenjahr 2022

THEMENJAHR 2022Liebe – Lust – Leidenschaft

Sinnlichkeit und Leidenschaft haben in den Schlössern, Klöstern und Burgen weitreichende Wirkungen entfaltet. Die Bilder an ihren Decken und Wänden erzählen von Hingabe, großer Sehnsucht, aber auch von unglücklicher und vergeblicher Liebe. In der „privaten Öffentlichkeit“ der höfischen Welt, funktionierte Liebe nach ganz eigenen Spielregeln. Das Themenjahr 2022 zeigt den Facettenreichtum von Liebe, Lust und Leidenschaft.

Motiv der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zum Themenjahr 2022

Leben in den Schlössern, Klöstern und Burgen.

LIEBE, LUST UND LEIDENSCHAFT IM WANDEL DER ZEIT

Das Themenjahr 2022 führt auf eine Zeitreise voller Schönheit und manchmal auch Frivolität. Es geht um Liebe in und jenseits der Ehe, aber auch um intime Religiosität und leidenschaftliche Gottesliebe. Liebe, Lust und Leidenschaft spiegeln sich in der Sammelleidenschaft, die Wunderkammern und Naturalienkabinette füllte, und finden sich in der Freude am Theater und in der Verehrung der Schauspieler, Musiker und Künstler dieser Tage.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Kallirhoe im Schlossgarten

Kallirhoe, eine Figur der griechischen Mythologie, im Schwetzinger Schlossgarten.

Sinnlichkeit allüberall

Leichtbekleidete Götter und Göttinnen sind gerade in barocken Bauwerken allgegenwärtig. Maler und Bildhauer ließen ihre vielbesungene Schönheit sinnlich erfahrbar werden. Die Frivolität mag überraschen. Wer würde Ähnliches in den Machtzentralen der Gegenwart erwarten? In den Bildwelten der Schlösser durchdringen sich wie selbstverständlich die privaten Vorlieben der fürstlichen Bewohner und die öffentliche Staatsikonographie der höfischen Welt.

Schloss Kirchheim, Porträt der Mätresse Franziska von Hohenheim

Die Mätresse Franziska von Hohenheim, ein Porträt in Schloss Kirchheim.

Liebe jenseits der Ehe

Aufgrund der Staatsraison waren Liebesheiraten Ausnahmen. Eine Ehe diente politischen Zwecken und der Zeugung legitimer männlicher Nachkommen. Dennoch wusste der Hof den Liebesbedürfnissen seiner Mitglieder Freiräume zu bieten. So tolerierte man manche Eskapade und Geliebte waren zahlreich. Die Haupt- oder Titularmätresse  – oftmals die Frau, die der Fürst wirklich liebte – verfügte über großen Einfluss und eigene Zimmer in der Residenz.

Eremitage bei Schloss Favorite Rastatt

Die Eremitage steht am Rande des Gartens von Schloss Favorit Rastatt.

Liebe zu Gott und der christlichen Religion

Klöster, Kirchen und Kapellen zeugen vom Wandel der christlichen Religion durch die Jahrhunderte und waren gleichzeitig als weltliche Machtdemonstrationen von Adel und Geistlichkeit zu verstehen. Dagegen bezeugen Kruzifixe und Madonnenfiguren eine intimere Religiosität. Leidenschaftliche Gottesliebe konnte bisweilen exaltierte Formen annehmen. Zur Abkehr von der Welt und ganz persönlichem Zwiegespräch mit Gott erbaute sich Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden eine eigene Eremitage.

Residenzschloss Mergentheim, Sandstein-Madonna
Kloster Heiligkreuztal, Johannesminne

In intimer Verbundenheit: eine Madonna mit Kind aus dem Residenzschloss Mergentheim und eine Johannesminne aus Kloster Heiligkreuztal.

Schloss Favorite Rastatt, Gläsersammlung

Schloss Favorite birgt eine außerordentliche Sammlung kostbarer historischer Gläser.

Sammellust und -leidenschaft

Die Wunderkammern und Naturalienkabinette gewähren Einblick in die höfische Sammellust und die privaten Vorlieben von Fürst und Fürstin. Einige verfielen dem Porzellan, andere den Naturalien und Mineralien, manche auch den Manuskripten und gedruckten Büchern. Die Sammlungen boten ein Kaleidoskop der großen weiten Welt im Kleinen. Und man ließ sich die Leidenschaft etwas kosten – denn auch hierin maß man sich mit anderen Höfen und Fürsten.

Kloster und Schloss Bebenhausen, Jagdtrophäe

Ein Jagdtrophäe in Schloss Bebenhausen.

Gartenlust und Jagdfieber

Während man einerseits weder Kosten und Mühen scheute, die so wertvollen Pflanzenexoten zu umhegen, ihnen eigene Überwinterungsgebäude, die Orangerien, erbaute, gab man sich andererseits exzessiv dem Jagdfieber hin. Die großen höfischen Treib- und Schaujagden kosteten unzähligen Tieren das Leben und verschlangen ebenfalls immense Ressourcen. Bis heute zählt das Jagen wie auch das Gärtnern zu den großen Passionen der adeligen Welt.

Residenzschloss Ludwigsburg, Schlosstheater

Theaterfreuden im Residenzschloss Ludwigsburg.

Liebe zum Theatralischen

Keine anspruchsvolle Hofhaltung konnte auf Orchester, Theater und Oper verzichten. Die häufig aus dem Süden stammenden Schauspieler, Sänger und Tänzer waren Stars bei Hofe. Auch für die Errichtung der Theater – eindrucksvolle Beispiel gibt es in Ludwigsburg und Schwetzingen – nahm man große Summen in die Hand. Viele Fürsten und Fürstinnen waren zudem selbst leidenschaftliche Musiker. Mit großer Hingabe versucht sich der Adel an Cello, Geige oder etwa Querflöte.

Service

INFORMATIONEN IM ÜBERBLICK

Veranstaltungen zum Themenjahr

Entdecken Sie die Themenwelt „Liebe, Lust, Leidenschaft. Leben in Schlössern und Klöstern“. Kommen Sie mit auf eine Zeitreise voller Schönheit und manchmal auch Frivolität.

Liebe – Lust – Leidenschaft

Film zum Themenjahr

Startbildschirm des Filmes " Liebe, Lust, Leidenschaft. Leben in Schlössern und Klöstern"

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