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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Schaugarten der Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg auf der Bundesgartenschau 2019; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Nathalie Ott
Antike Mythologie als Bildergeschichte

Die Vasen im Schaugarten

Im Schaugarten sind zwei Vasen positioniert, die mythologische Jagdmotive zeigen. Sie sind Kopien von Vasen, die im Schwetzinger Schlossgarten zu sehen sind. Die Jagdmotive spiegeln die Begeisterung der Schwetzinger Landesherren für die Jagd wider.

Schaugarten der Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg auf der Bundesgartenschau 2019; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Nathalie Ott

Kopien der Vasen aus dem Schwetzinger Schlossgarten.

Zwei Vasen aus dem Schlossgarten Schwetzingen

Die zwei monumentalen Vasen im Schaugarten stammen von Konrad Linck und sind aus dem Schlossgarten Schwetzingen. Aus seiner Entstehungszeit ist bis heute fast der gesamte Figurenschmuck mit rund 300 Ausstattungsstücken erhalten. Die beiden Vasen vor Ort sind Kopien. Der Aufstellungsort ist so gewählt, dass er ihrem Originalstandort in Schwetzingen ähnelt. Beide Vasen laden dazu ein, sie einmal zu umrunden, um die dargestellte Geschichte nachverfolgen zu können.

Ovids Erzählung von Aktaion und Diana

Das erste Exemplar stellt Ovids Erzählung von Aktaion und Diana dar. Auf der Vase ist Aktaion abgebildet wie er die Göttin der Jagd, Diana, beim Baden beobachtet. Er nähert sich zwischen den Bäumen, worauf ihre Begleiterinnen sie zu schützen versuchen. Zwei halten ihr ein Tuch bereit, eine Dritte hebt ihre Hand Aktaion zur Abwehr entgegen. Hinter ihm im dichten Wald warten drei seiner Jagdhunde. Aus Wut verwandelt Diana Aktaion in einen Hirsch. Er wird von seinen eigenen Jagdhunden nicht erkannt und selbst zum Gejagten. Nicht mehr dargestellt ist das Ende Aktaions, der von seinen Hunden gerissen wird.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Hirschbrunnen im Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ursula Wetzel

Die bekanntesten Skulpturen im Schlossgarten Schwetzingen sind die wasserspeienden Hirsche im Mittelparterre. Der flämische Bildhauer Peter Anton von Verschaffelt (1710–1793) schuf sie zwischen 1766 und 1769. Dargestellt sind Hirsche, die von Hunden niedergerungen werden.

Der Mythos von Venus und Adonis

Auf der zweiten Vase ist die Geschichte von Venus und Adonis dargestellt. Beide sitzen auf einem Felsen und halten sich in den Armen. Daneben ist der Wagen der Venus abgebildet, der zusammen mit den beiden Tauben, die den Wagen ziehen, als ihr Erkennungsmerkmal gilt. Eine Szene weiter ist Adonis als Jäger zu sehen, erkennbar an der Kleidung, den Waffen und dem Jagdhund, den Venus von der Jagd abhalten möchte. Auch diese Geschichte endet mit dem Tod. Ares, der eifersüchtige Nebenbuhler, tötet als Eber getarnt Adonis auf der Jagd.

Schaugarten der Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg auf der Bundesgartenschau 2019; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Katharina Gagel

Die Vasen sollen umrundet werden.

Jagd und Götter als bewusste Themenwahl

Bei der Auswahl der Vasenmotive spielt das Thema Jagd eine große Rolle, da die jeweiligen Landesherren begeisterte Jäger waren. Außerdem setzten sich die Fürsten gerne der Götterwelt gleich, in die der normale Bürger keinen Zutritt hatte. Zu dieser Selbstdarstellung gehörte auch die Auseinandersetzung mit den skulptural umgesetzten Themen aus der Mythologie.