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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Hesperidenhain mit Markierung des Agaventurms; Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe H Karlsruhe 113 a Bild 1
Fürstliche Gartenanlage

Die Orangerie

„Kein fürstlicher Garten kann als vollständig gelten, der nicht Orangerie und Blumengarten aufweist“, nicht nur die Schlossanlage sondern ebenso ihre Gärten repräsentierten früher die Macht und den Reichtum der Herrscher.

Orangen übers ganze Jahr

Die Orangerie diente vor allem der Unterbringung der Orangenbäume, die wertvollsten Pflanzen im barocken Garten. Sie standen symbolhaft für die Äpfel der Hesperiden, die Herkules als eine seiner Prüfungen stehlen musste. Ein Fürst, der sie besaß, konnte sich also mit Herkules vergleichen. Auch ließ sich mit Orangenbäumen die Herrschaft über die Natur demonstrieren. Orangen, die zeitgleich blühen und Früchte tragen, heben die Jahreszeiten auf. Wer sich ihre aufwendige Kultur leisten konnte, war ein wahrer Herrscher. So entstand die Orangeriekultur in Europa, die uns heute noch fasziniert. Aber auch andere Pflanzen waren häufig in Orangerien zu finden, zum Beispiel Hanfpalmen, Agaven, Lorbeerbäume und Granatäpfel.

Agave (Agave americana)

Herkunft: Mittelamerika
Symbolik: Die Agave blüht nur einmal nach vielen Jahren und stirbt nach der Blüte. Ihr Blühen ist deshalb ein besonderes Ereignis, das viel Beachtung fand. Auf dem historischen Plan von Karlsruhe lässt sich sogar ein Turm erkennen, der eigens zum Betrachten der Blüten bis zu 10 Meter hoch errichtet wurde. 

Granatapfel; Illustration: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, unbekannt
Lorbeer; Illustration: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, unbekannt

Nicht nur Orangen, sondern auch Granatäpfel und Lorbeerbäume füllten die Orangerien und bereicherten die fürstliche Tafel.

Granatapfel (Punica Granatum)

Herkunft: südwestliches Asien

Symbolik: Nach der römischen Mythologie wuchs der Granatapfel aus dem Blut des Bacchus. Der Granatapfel symbolisiert Leben und Fruchtbarkeit, aber auch Macht, Blut und Tod.

Lorbeer (Laurus nobilis)

Herkunft: Vorderasien

Symbolik: Die Symbologie des Lorbeerkranzes geht unter anderem auf den Mythos von Apollon und Daphne zurück, der damit endet, dass Daphne sich in einen Lorbeerbaum verwandeln lässt, um den Avancen Apollons zu entgehen. Der unglücklich verliebte Gott trug anschließend einen Lorbeerkranz, im Gedenken an Daphne. Den Kranz trugen außerdem die römischen Kaiser sowie ausgezeichnete Sportler damals wie heute.