Kommen. Staunen. Geniessen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Gartentipp im Januar

Kübelpflanzen im

Winterquartier

Üppig blühende Exoten in schönen Kübeln: die liebt man auch im eigenen Garten und auf der eigenen Terrasse. Was man wissen muss, damit das Überwintern gelingt, berichtet der Leiter des Botanischen Gartens Karlsruhe.

Botanischer Garten Karlsruhe; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Wirkungsstätte von Thomas Huber.

Überwintern – nicht immer ganz einfach

Die Wintermonate sollten die exotischen Kübelpflanzen wie Fuchsie, Oleander, Lorbeer oder Zitrone zum Schutz vor Kälte im Winterquartier verbringen. Doch welches Winterquartier ist das richtige? Oder worauf muss man bei der Ernährung der Pflanzen im Winter achten? Das Überwintern ist nicht immer ganz einfach. Thomas Huber, der Leiter des Botanischen Gartens Karlsruhe, hilft mit einigen Tipps.

Botanischer Garten Karlsruhe, Glashaus; Foto: Stefan Helleckes

Im Glashaus gut untergebracht.

Hell und frostfrei

Schon beim Kauf einer Pflanze sollte an das Winterquartier gedacht werden. Hell, frostfrei und gut zu lüften: Das ist der ideale Raum. Aber vor allem was die Temperatur angeht, sind die Ansprüche der Pflanzen sehr unterschiedlich. Die Temperatur sollte zwischen 8 und 10 Grad liegen. Für Oleander und Lorbeer darf es auch kühler sein, für zitrus oder Cassia dafür etwas wärmer. Grundsätzlich gilt: je wärmer, desto heller. Aber für Pflanzen, die ihr Laub abwerfen, etwa Fuchsien oder Datura, kann der Raum auch dunkel sein.

Botanischer Garten Karlsruhe, Glashaus; Foto: Stefan Helleckes

Ohne Staunässe aufgestellt.

Nicht zu viel Wasser

Die meisten Pflanzen mögen weder Staunässe noch trockene Wurzelballen. Der häufigster Fehler ist: zu viel Wasser bei sinkenden Temperaturen. Zum Gießen nimmt man Wasser mit Raumtemperatur. Düngen muss man erst mit dem zunehmenden Licht und der steigenden Temperatur im Frühjahr, am besten mit einem Flüssigdünger bei jedem zweiten Gießen.

Typische Krankheiten

Schädlinge und Pilze können trotz bester Pflege immer mal vorkommen. Beispielsweise Blattläuse oder Spinnmilben: Dann rollen sich die Blätter zusammen. Bei schnell wachsenden Pflanzen ist ein Rückschnitt sinnvoller als aufwendige Pflanzenschutzmittel. Pilzbefall, also Rußtau oder Mehltau, erkennt man an den schwarzen Flecken auf den Blättern. Rußtau bildet sich vor allem auf den Ausscheidungen von Läusen, deshalb wäscht man die Blätter mit Spülmittel oder einem Gemisch von Kaliseifenlauge und Wasser ab und bekämpft dann die Läuse mit einem chemischen oder biologischen Mittel.

Blick in das Glashaus des Botanischen Gartens Karlsruhe.

Der richtige Schnitt

Bis circa Ende März dürfen die Pflanzen beschnitten werden, denn sobald es wärmer wird, sollte man auf das Schneiden verzichten. Entfernt werden sperrige oder abgestorbene Pflanzenteile. Manche Pflanzen haben aus Lichtmangel schon lange Triebe gebildet, die sollten eingekürzt werden. Wenn nötig, erhält die Pflanze einen Formschnitt.

Zurück ins Freie

Traditionell werden die empfindlichen Kübelpflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie geräumt. Wenn der Wurzelballen ganz trocken ist, sollte zunächst einmal kräftig gewässert werden, damit der ganze Ballen durchfeuchtet ist. Wenn man jetzt umtopft, gilt als Daumenregel: Der neue Topf soll 2–4 cm größer sein als der vorherige – keineswegs größer! Da die Blätter nach der langen Winterzeit sehr zart sind, sollten die Pflanzen windgeschützt und ohne direkte Sonnenbestrahlung stehen. Erst nach zwei Wochen können die Zitruspflanzen an ihren Sommerplatz.

Sommerliche Blütenpracht.

TIPP

Ein Extratipp von Thomas Huber:
Kübelpflanzen mit essbaren Früchten

„Bei uns im Botanischen Garten wachsen Granatapfel, Kaki und Oliven in Kübeln. Meine Empfehlung: der Granatapfelstrauch mit seinen orangeroten Blüten. Er blüht lange, vom späten Frühjahr bis zum Frühsommer. Ab Ende Oktober können die Früchte geerntet werden. Der Strauch kann bis zu 3 m hoch werden und sollte nicht zu viel zurückgeschnitten werden. Es gibt Zuchtformen, die nur blühen oder Ertragssorten mit einfachen Blüten. Der mediterrane Strauch ist anspruchslos und pflegeleicht, erträgt bis 5 bis 8 Grad minus und kann auch in einer dunklen Garage überwintern.“

TIPP

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