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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Gartentipp im März

Formgehölz richtig

schneiden

Ein wichtiges Gestaltungselement im Barockgarten sind formvollendet geschnittene Hecken und Bäumchen. Dem heimischen Garten verleihen sie etwas Nostalgisch-Elegantes. Welche Gehölze sich zum Schnitt eignen und was beachtet werden muss, verrät die Schlossgärtnerin von Weikersheim.

Schlossgarten Weikersheim; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Barbara Erbsen-Haim

Wirkungsvoll platzieren ist wichtig.

Form und Funktion von Zierschnitt

Ein mit Ziergehölzen formal gestalteter Garten wirkt stets gepflegt und elegant. Kugeln oder Quader strahlen durch ihre statische Form Ruhe und Symmetrie aus – wirken aber schnell dominant. Sie sollten eher sparsam eingesetzt werden. Figuren, Spiralen oder kurvig angelegte Hecken sind dynamisch, aber auch schwieriger zu schneiden. Beim Zierschnitt muss manches beachtet werden: Wie man seine Gehölze in Form und zur Geltung bringt, erklärt Sandra Martin, die Schlossgärtnerin von Weikersheim.

Formgehölz im Schlossgarten Weikersheim; Foto: Peter Kessler

Gut in Form gebracht.

Formgehölz für Einsteiger

Kleine Buchshecken als Beetbegrenzung oder schön geformte Kugeln: Der Buchs ist zum Einstieg in die Kunst des Formschnitts genau richtig. Die Pflanze wächst immergrün nach und kann fast beliebig oft geschnitten werden. Durch seinen langsamen, aber dichten und kompakten Wuchs lässt sich der Buchs in diverse und beständige Formen schneiden. Er gedeiht im Schatten wie in der Sonne und braucht außer einem trockenen, durchlässigen Boden keine besondere Pflege. Im Winter sollte man ihn bei Plusgraden gießen.

Eibe im Schlossgarten Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Als Solitär in Szene gesetzt.

Alternativen zum Buchs

Alternativ zum Buchs lassen sich etwa die Japanstechpalme oder die Heckenmyrte gut formen. Als Solitär auch in höherer Form ist die heimische Eibe perfekt. Aber Vorsicht, wenn Kinder im Garten unterwegs sind: Die Eibe ist in allen Teilen giftig. Aus Laubgehölzen wie der Hainbuche, dem Feldahorn oder dem Liguster lassen sich schöne Hecken formen, die auch im Herbst durch ihr Farbenspiel Akzente im Garten setzen. Laubgehölze müssen oft geschnitten werden, damit sie ihre Form behalten.

Im Frühjahr und im Sommer muss geschnitten werden

Im Frühjahr vor dem Austrieb erfolgt der grobe Schnitt: Hier wird die gewünschte Form festgelegt, deshalb darf kräftig geschnitten werden. Im Sommer folgt der Erhaltungsschnitt, bei dem der Austrieb zurückgeschnitten wird. Soll die Pflanze weiter wachsen, kürzt man die Triebe nur etwas. Sind Wunschform und -größe bereits erreicht, schneidet man alle Triebe ab. Je häufiger geschnitten wird, umso dichter wächst die Pflanze. Kräftig wässern und eventuell düngen sorgt für schnelles Wachstum.

Kugelrund geschnittene Baume säumen die Schlossterasse.

Sandra Martin, die Schlossgärtnerin von Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Sandra Martin beim Formschnitt.

In Form gebracht – entscheidend ist der Schnitt

Die Wahl des Werkzeugs ist weniger wichtig als dessen Zustand: Verwenden sollte man nur sehr scharfe und saubere Klingen. So werden Verletzungen an den Trieben vermieden. Wenn möglich, schneidet man bei trübem Wetter oder am Abend, denn an den frischen Schnittflächen tritt Flüssigkeit aus – die bei Sonne zu Verbrennungen führt. Lieber nicht zu viel kürzen, um unschöne Löcher zu vermeiden. Stattdessen in mehreren Schritten, von oben nach unten, die genaue Form herausarbeiten und korrigieren.

TIPP

Extratipp von Sandra Martin
Praktische Hilfen beim Formschnitt
Aus Karton lässt sich leicht eine Schablone für runde und eckige Formen ausschneiden. Auch gespannte Fäden oder Formhilfen aus Draht zeigen, wo geschnitten werden muss. Mit einem großen Tuch, das unter der Pflanze ausgebreitet wird, lassen sich Laub und Astreste auffangen und dann ganz leicht entsorgen. So vermeidet man Schnittabfälle im Garten.

TIPP

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