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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Fürsorge und Gelehrsamkeit

Mediziner

Die Geschichte der Arzneikunde ist eng mit der Pflanzenkunde verbunden. Erst in der Neuzeit begann man zwischen beiden Berufsgruppen zu unterscheiden. Wer im Mittelalter Mediziner war, bei dem war ein fundiertes Wissen über die pharmakologische Wirkung der Pflanzen unabdingbar.

Ofenkachel mit einer malerischen Darstellung Walahfrid Strabos; Foto: Tourist-Information Reichenau

Darstellung Walahfrid Strabos.

Walahfrid Strabo (um 809–849)

Der karolingische Mönch Walahfrid Strabo war mehr als ein Dichter und Diplomat: Mit seinem Lehrgedicht „De cultura hortorum“, kurz „Hortulus“ oder Gärtlein, verfasste er eine der bedeutendsten botanischen Schriften des Mittelalters. In diesem Gedicht werden in 444 Hexametern 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen beschrieben, die noch heute die Gärten bereichern. Er prägte damit die Grundlagen für die Gestaltung von Klostergärten. 2008 wurde im Kloster Maulbronn ein Kräutergarten nach seinem Modell angelegt.

Kräutergarten in Kloster Maulbronn, nach dem Modell von Walahfrid Strabo angelegt.

Dreharbeiten in Kloster Maulbronn zum Spielfilm “Vision”; Foto: Concorde Filmverleih GmbH

Szene aus einem Spielfilm über Hildegard von Bingen.

Hildegard von Bingen (1098–1179)

Als bedeutende Dichterin, Komponistin und Universalgelehrte ihrer Zeit gilt die Benediktinerin Hildegard von Bingen. Sie verfasste mehrere medizinische Schriften. In diesen Abhandlungen verband sie das aus der Antike überlieferte Wissen über Krankheiten mit zeitgenössischer Volksmedizin. Darüber hinaus entwickelte Hildegard von Bingen eigene Ansichten über die Entstehung von Krankheiten, Körperlichkeit und Sexualität. Eine der bekanntesten Abschriften ihres Erstlingswerkes „Liber Scivias“ entstand unter anderem 1220 im Kloster Salem.

Portrait von Magdalena von Nassau-Katzenelnbogen; Foto: Hohenlohe Zentralarchiv

Magdalena von Nassau-Katzenelnbogen.

Magdalena von Nassau-Katzenelnbogen (1547–1633)

In der Heilkunde fachlich außergewöhnlich bewandert war Gräfin Magdalena von Hohenlohe-Weikersheim aus dem Hause Nassau-Katzenelnbogen. Wie in ihrer Familie üblich, kultivierte sie Arzneipflanzen und erforschte deren medizinische Anwendung. Großes Interesse zeigte sie an den Schriften von Paracelsus. Sie legte in Weikersheim einen Garten mit Heilkräutern an, betrieb eine Apotheke und verfasste ein Arzneibuch mit Rezepten gegen „beschwerliche Leibsschmertzen und Zustand“. Wegen ihrer Kenntnisse in der Heilkunde wurde Gräfin Magdalena mehrmals der Zauberei bezichtigt.

Der geheimnisvolle Hexengarten an der Weikersheimer Schlossmauer.

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