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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Belebte Natur als Handwerk

Botaniker

Die Geschichte der Botanik vereint Wissenschaft mit Handwerk. Mit ihrer Forschung ermöglichten die Botaniker eine deutlich ertragreichere Kultivierung von Nutzpflanzen. Gleichzeitig schenkten sie der Welt durch neue Kreuzungen ungeahnte Schönheiten der belebten Natur.

Gästeführer von Schloss Solitude als Johann Caspar Schiller;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Norbert Stadler

Gästeführer als Johann Caspar Schiller.

Johann Caspar Schiller (1723-1796)

Johann Caspar Schiller trat 1753  als Soldat in die Dienste des Herzogs Carl Eugen. Aufgrund seines großen Interesses an der Landwirtschaft wurde er 1775 zum Intendanten der herzoglichen Hofgärten von Schloss Solitude ernannt. Er gilt als Pionier der damals modernen Landwirtschaft und förderte vor allem den Obstbau. So gab es bei Schloss Solitude ausgedehnte Obstplantagen. Seine dortige Baumschule zählte zu den größten in Süddeutschland. Aber auch viele der heutigen Streuobstbestände im mittleren Neckarraum gehen auf ihn zurück.

Joseph Gottlieb Kölreuter; Foto: Wikipedia gemeinfrei

Joseph Gottlieb Kölreuter.

Joseph Gottlieb Kölreuter (1733-1806)

Markgraf Karl Friedrich von Baden holte Joseph Gottlieb Kölreuter 1763 nach Karlsruhe und ernannte ihn zum Direktor der fürstlichen Gärten mit dem Titel und Rang eines Professors der Naturgeschichte. Der promovierte Mediziner führte zahlreiche Experimente zur Kreuzung von Pflanzen durch. Da seine Forschungen dem Gartenpersonal missfielen, gab er das Amt wenig später auf und führte seine Experimente im Privaten fort. Der Markgraf hielt weiterhin große Stücke auf ihn und zog ihn häufig für Planungen und Gutachten hinzu.

Karl Christian Gmelin; Foto: Wikipedia gemeinfrei

Karl Christian Gmelin.

Karl Christian Gmelin (1762-1837)

Gmelin wurde 1786 zum Direktor des Botanischen Gartens Karlsruhe und des markgräflichen Naturalienkabinetts (heute: Staatliches Museum für Naturkunde) ernannt. Als Karl Friedrich von Baden 1808 den Botanischen Garten an seiner heutigen Stelle anlegen ließ, war Gmelin maßgeblich beteiligt. Privat begeisterte Gmelin sich für die Arbeit von Hofgärtner Schweyckert; von ihm stammen die Worte: „Wer Schweyckert … kannte, wird gewiß mit mir ausrufen: Es giebt viele Gärtner, Garten-Inspectoren und Directoren, aber für Baden und ganz Deutschland nur einen Schweyckert!“

Botanischer Garten Karlsruhe, die Wirkungsstätte von Joseph Gottlieb Kölreuter und Karl Christian Gmelin.

Schloss Heidelberg;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Der Heidelberger Schlossgarten.

Johann Christian Metzger (1789-1852)

Nach der Gärtnerlehre in Karlsruhe arbeitete Johann Christian Metzger zunächst als Gärtner in Schwetzingen, bevor er als Obergärtner nach Karlsruhe zurückkehrte. 1812 wurde er zum Universitätsgärtner des Heidelberger Schlosses berufen. Ab 1831 leitete er von Heidelberg aus den Landwirtschaftlichen Versuchsgarten. Auch als Gelehrter und Politiker machte er sich einen Namen und setzte eine gelungene Landwirtschaft mit dem gelingenden Glück eines konstitutionellen Staatswesens gleich.

Tor zum Arboretum im Schwetzinger Schlossgarten;  Foto: Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Bernd Hausner

Tor zum Arboretum.

Johann Michael Zeyher (1770-1843)

Johann Michael Zeyher trat 1804 in Schwetzingen die Nachfolge des Hofgärtners Friedrich Ludwig von Sckell an. Er legte im Schwetzinger Schlossgarten unter anderem das Arboretum und das Herbarium an. 1806 wurde er zum Gartendirektor ernannt und hatte damit die oberste Aufsicht über alle herrschaftlich-badischen Gärten. So plante Zeyher die öffentlichen Anlagen in Mannheim und die Wasserableitung des Karlsruher Schlossplatzes. Zusammen mit Friedrich Weinbrenner plante er auch für Karlsruhe die neuen Parkanlagen.

Bereich im Schlossgarten Schwetzingen.

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