Kommen. Staunen. Geniessen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Nicht nur für Spaziergänge

Wege im Garten

Ob zur Erschließung der verschiedenen Gartenbereiche oder als Sichtachsen für das Auge: Wege prägen einen Garten ebenso wie die Pflanzen darin und lenken den Besucher an wirkungsvolle Orte. Die Weggestaltung verändert sich mit der aktuellen Mode und damit auch die Wegeführung.

Pomeranzengarten von Schloss Leonberg; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Cornelia Lindenberg

Geometrisch angelegte Wege.

Zur Gliederung der Fläche

In der Renaissance legte man großen Wert auf Proportionen und ideale Maße. So dienten Wege nicht mehr nur der Erschließung der Gärten, sondern immer stärker seiner Gliederung. Die Gartenarchitekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis. Gerne wählte man für einen Renaissancegarten eine Hanglage, in die sich die Wege und Treppen einordnen konnten. Oft sind die Wege von Hecken oder Büschen umrahmt und führen zu einem romantischen Tempel oder anderen verwunschenen Orten.

Residenzschloss Ludwigsburg; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Eva Kobelt

Von weit her zu sehen.

Alle Wege führen zum Schloss

Im Barock trumpfte der Garten mit einer zentralen Sichtachse zum Schloss auf. Am besten schon von Punkten weit außerhalb des Gartens aus der umgebenden Landschaft. Meist wird die zentrale Sichtachse umgeben von einem System paralleler und sich in regelmäßigen Abständen rechtwinklig und sternförmig schneidender Wege. Geometrische Formen dominieren weiterhin in der Gestaltung der schnurgeraden Wege .

Schlossgarten Schwetzingen;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ursula Wetzel

Wege durch dichte Hecken.

Irrwege zur Belustigung

Die zahlreichen Wege im Garten dienten für Kutschfahrten, Spaziergänge oder dem Freizeitvergnügen. So waren Irrwege zur Belustigung der Hofgesellschaft nicht wegzudenken. Diese waren durch hohe und dichte Hecken gekennzeichnet und führten oft zu einem Ziel in der Mitte. Der Drang zum Unbegrenzten stellte sich in langen Wegen dar, die der Illusion nach bis zum Horizont führen. Dieses Phänomen lässt sich im Schwetzinger Schlossgarten am „Ende der Welt“ beobachten.

Das „Ende der Welt“ im Schwetzinger Schlossgarten.

Schlängelwege durch die Landschaft

Die Wegeführung im Englischen Garten wendet sich von der mathematischen Strenge ab. Auf geometrisch-symmetrische Formen der Barockzeit folgen Schlängelwege. Die Wege werden nicht mehr über die Topografie hinweg angelegt, sondern im Einklang mit der Natur.

Ein Beispiel für einen Englischen Garten: der Schlossgarten Favorite Rastatt.

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