Kommen. Staunen. Geniessen.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Das unersetzliche Element

Wasser im Garten

Ausdruck von Reichtum oder überlebenswichtiges Element? In Zeiten, in denen Wasser besonders teuer war, waren Brunnen, Teiche und zierliche Wasserwege ein wichtiges Mittel zur Repräsentation in barocken Gärten. Und auch für die Klöster im Mittelalter galt Wasser als unverzichtbare Quelle – jedoch für das tägliche Leben!

Arionbrunnen im Schlossgarten Schwetzingen;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

15 Meter hohe Wasserfontäne.

Barocker Glanz

Majestätische Brunnen, die schon damals eine unglaubliche Kraft hatten –  viele von ihnen spiegeln den Prunk des Hofes wider. Sie waren ein fester Bestandteil in einem Barockgarten und somit wichtiges Gestaltungselement. Feine und dünne Strahlen sorgen für ein Funkeln der Wassertropfen im Sonnenlicht – das gefiel nicht nur dem vornehmen Hof. Zahlreiche Brunnen in Schwetzingen, darunter der Arionbrunnen mit seiner 15 Meter hohen Fontäne, locken auch heute interessierte Besucher in den prächtigen Schlossgarten.

Schloss und Schlossgarten Favorite Rastatt;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Romantisch gelegen.

Selbstversorgung statt schöne Kulisse

Idyllische Teiche zum Spazieren und Entspannen: Der Schwanenweiher im Landschaftsgarten von Favorite Rastatt bietet eine traumhafte Kulisse. In Maulbronn aber gibt es viele kleine Seen in der Umgebung, die nicht der Freizeitbeschäftigung dienten. Vielmehr nutzten die Zisterzienser sie als wichtige Nahrungsgrundlage und zur Wasserversorgung im Kloster. Ein Beispiel dafür ist der Tiefe See, in dem es nahrhafte Fische gab. Er liegt direkt am Kloster und dient heute zur Erfrischung an heißen Sommertagen.

Flurkarte von Kloster Maulbronn und Umgebung.

Schlossgarten Bruchsal;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Schlossgarten Bruchsal.

Wasser an allen Stellen

Ausgeklügelte Systeme von Wasserwegen bringen das wertvolle Gut an etliche Stellen in den Schlossgärten. Doch unterirdische robuste Rohrsysteme gab es im 18. Jahrhundert noch nicht: Also pumpte man das Wasser in ein höher gelegenes Wasserreservoir, von wo es in verschiedene Teile des Gartens fließen konnte, z. B. in verwunschene Wasserläufe in Schwetzingen. War der Tank allerdings leer, dann floss auch kein Wasser mehr durch den Garten. Deswegen wurde das kühle Nass nur zu üppigen Festen in den Garten geleitet.

Schlossgarten Schwetzingen, Unteres Wasserwerk; Foto: Landesamt für Denkmalpflege, Bernd Hausner

Schwetzingen, Unteres Wasserwerk.

Aufwendige Technik bis heute erhalten

Wie eine solche Pumpanlage funktioniert, kann man in Schwetzingen beobachten. Dort hat sich das Untere Wasserwerk erhalten. Aus einem Nachbarort wurde eine Wassermühle genutzt, mit deren Kraft Wasser in eine Pumpe geleitet wurde. Von dort aus konnte das Wasser in Tanks geleitet werden, von wo es dann seinen Weg in den Garten nahm. Damals gab es zwei Wasserwerke – das Untere besitzt noch heute seine alte mit Wasser betriebene Knochenmühle, die damals für die Herstellung von Leim und Dünger genutzt wurde.

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