Werbemotiv zum Themenjahr der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Aktuell im August

Vortrag in Schloss Weikersheim

Unter dem Titel „Evangelisch, aber richtig“ referiert Peter Keßler am 27. August über Graf Wolfgang II., einen reformatorisch gesinnten Herrscher, und liefert neueste Erkenntnisse zu dessen lange verschollenem Lebenswerk, dem Hohenloher Glaubensbekenntnis. Der Vortrag veranschaulicht, wie Glauben und Leben bei diesem Grafen eine Einheit bildeten.

Außenansicht Schloss Weikersheim, Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sonja Wünsch

Das vom Grafen umgebaute Schloss war früher eine Wasserburg.

MENSCHENFREUND UND TOLERANTER HERRSCHER

Graf Wolfgang II. von Hohenlohe war nicht nur neugieriger Wissenschaftler, Bauherr und Liebhaber der Kunst. Er war auch ein moderner, reformatorisch gesinnter Herrscher. Als Landesherr suchte er Recht und Gerechtigkeit umzusetzen, ordnete unter anderem die Verwaltung neu, führte das Beamtenwesen ein und erließ eine neue Schulordnung. Allgemein war Wolfgang II. ein äußerst toleranter Herrscher. Ungewöhnlich für die damalige Zeit ließ er seine katholischen Untertanen ihren Glauben leben und zwang sie nicht zum Wechsel der Konfession. Sie durften sogar bei Hofe dienen.

Bildnis des Grafen Wolfgang II. von Hohenlohe; Foto: Schlossverwaltung Weikersheim

Graf Wolfgang II. von Hohenlohe regierte 42 Jahre lang.

EIN HERR SEINER KIRCHE

Der Erbauer des Weikersheimer Residenzschlosses legte großen Wert auf den „richtigen“, evangelischen Glauben. Dabei geriet der Graf manchmal auch zwischen die Fronten, wenn er sich etwa gegen kirchliche Bräuche wie das Weihen von Glocken oder die Chorhemden der Pfarrer aussprach. Einmal kam es sogar zu einem heftigen Streit mit dem Hofprediger Assum. Aus diesem resultierte das umfangreiche Hohenloher Glaubensbekenntnis, das Graf Wolfgang II. von Hohenlohe selbst verfasst hat und das lange als verschollen galt.

Seite aus der Vorrede des Hohenloher Glaubensbekenntnisses; Foto: Peter Keßler

Vorrede aus dem Hohenloher Glaubensbekenntnis.

DAS HOHENLOHER GLAUBENSBEKENNTNIS

In jahrzehntelanger Arbeit formulierte Graf Wolfgang II. das 200-seitige Glaubensbekenntnis. Im Jahr 1605 ließ er es drucken und von all seinen Pfarrern unterschreiben. Viele Jahre war das Werk verschwunden. Erst vor wenigen Monaten konnte Peter Keßler, Pfarrer im Ruhestand, dieses wertvolle Zeugnis der Hohenloher Reformationsgeschichte in einer Bibliothek auswerten. Neben den Ergebnissen dieser Auswertung präsentiert Peter Keßler beim Vortrag die wesentlichen Inhalte des Glaubensbekenntnisses und macht deutlich, wie Glauben und Leben bei Wolfgang eine Einheit bildeten.


Weitere Informationen

Evangelisch, aber richtig. Graf Wolfgang II. – Toleranter Landesherr und streitbarer Theologe
Vortrag

VERANSTALTUNGSORT
Schloss und Schlossgarten Weikersheim
Säulenhalle

TERMINE
Sonntag, 27. August 2017, 11.00 Uhr
Mittwoch, 11. Oktober 2017, 19.30 Uhr

REFERENT
Peter Keßler, Pfarrer im Ruhestand

EINTRITT
2,00 €

DAUER
60 Minuten

HINWEIS
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich

KONTAKT UND INFORMATION
Schloss und Schlossgarten Weikersheim
Marktplatz 11
97990 Weikersheim
Telefon +49(0)79 34.9 92 95-0
Telefax +49(0)79 34.9 92 95-12
info@schloss-weikersheim.de

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