Der Arkadenhof von Schloss ob Ellwangen, Foto: Tourist

Flair des Südens

Der Arkadenhof

Der Arkadenhof des Schosses ob Ellwangen bildet eines der dekorativsten Bestandteile der Schlossanlage. Neben ihrer repräsentativen Schaufunktion dienten die Arkadengänge vor allem der Erschließung der einzelnen Appartements in den Etagen.

Innenhof von Schloss ob Ellwangen

Typisch für die Renaissance: die Arkaden.

Spätes Beispiel für Renaissancearchitektur

Mit seinem Baubeginn im Jahre 1603 gilt der Arkadenhof des Schlosses ob Ellwangen als ein sehr spätes Beispiel unter den deutschen Schlössern der Renaissance. Meist entstanden derartige Höfe bereits im 16. Jahrhundert. Sie haben ihre Vorläufer in den Loggien italienischer Palazzi und wurden in Deutschland zu einem festen Bestandteil von Residenzen. Arkadengänge finden sich unter anderem noch heute am Alten Schloss in Stuttgart und am Gläsernen Saalbau in Schloss Heidelberg.

In der Barockzeit erweitert

Dass der Arkadenhof trotz seines unregelmäßigen Grundrisses so einheitlich erscheint, ist den Umbauten von 1720 bis 1727 zu verdanken. Sie wurden von Fürstpropst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg in Angriff genommen. Bis dahin waren nur der West- und ein Teil des Nordflügels des Innenhofes mit Arkadengängen versehen. Mit ihrer Fortführung am Nord- und Ostflügel entscheiden sich Auftraggeber und Baumeister dafür, einen längst veralteten Baustil aufzugreifen.

Detail vom Innenhof von Schloss ob Ellwangen, Foto: Tourist-Information Ellwangen

Blätter zieren die Kapitelle im Erdgeschoss.

Verschiedene Säulenformen

Während der Südflügel mit seinem vorgelagerten Treppenhaus eine geschlossene Fassade aufweist, werden die Fassaden auf den übrigen drei Hofseiten in allen drei Geschossen durch Rundbögen aufgelockert. Sie ruhen im Erd- und ersten Obergeschoss auf toskanischen, im zweiten Obergeschoss hingegen auf ionischen Säulen. Zusätzlich werden die beiden oberen Etagen durch eine umlaufende Balustrade gegliedert.

Nützlicher Korridor

Nach außen vorwiegend als Zierde gedacht, übernahmen die ursprünglich unverglasten Arkadengänge die Funktion eines Korridors. Neben einer Erschließung der einzelnen Appartements von außen durch seitliche Treppenaufgänge, dienten sie vor allem dazu, die Stubenöfen heizen und reinigen zu können. 

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