Enfilade in Schloss ob Ellwangen, Foto: Tourist-Information Ellwangen

Prunk und Zeremoniell

Das Appartement der Fürstpröpste

Das repräsentative Staatsappartement bot eine standesgemäße Unterbringung: Die Räume spiegeln das barocke Hofzeremoniell wider. Die prunkvolle Ausstattung wurde von Fürstpropst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg 1720 bis 1727 begonnen und von seinen beiden Nachfolgern fortgeführt.

Porträt des Fürstpropsten Franz Ludwig von der Pfalz-Neuburg, Foto: Tourist-Information Ellwangen

Initiator der Räume: Fürstpropst Franz Ludwig.

Jeder Schlossflügel hat eine Funktion

Der Südflügel des Schlosses ob Ellwangen beherbergte im zweiten Obergeschoss die repräsentativen Staatsgemächer und einen großen Fest- und Speisesaal. Im Verbindungsbau vom Südflügel, dem sogenannten Vorschlösschen, lagen schließlich noch ein Kabinett, das herrschaftliche Schlafzimmer und die Hofbibliothek. Im angrenzenden Ost- und Nordflügel lagen die privaten Wohnräume des Fürstpropstes. Gäste hingegen bezogen im Westflügel ihr Quartier. 

Treppenhaus von Schloss ob Ellwangen, Foto: Tourist-Information Ellwangen

Das Treppenhaus spiegelt den fürstlichen Prunk wider.

Der feierliche Weg zum Fürsten

Der sogenannten Beletage – hier nicht im ersten, sondern ausnahmsweise im zweiten Obergeschoss gelegen – kam nach höfischer Bautradition eine besondere Bedeutung zu. Sie war der Ort fürstlicher Prachtentfaltung und dem damit in Verbindung stehenden Hofzeremoniell. Die Abfolge der einzelnen Zimmer im Südflügel war bedingt durch den zeremoniellen Weg der Besucher. Er begann mit dem Aufstieg im Treppenhaus und setzte sich nach einem kurzen Gang über den Korridor mit dem Betreten der Repräsentationsräume fort.

Thronsaal von Schloss ob Ellwangen

Der Thronsaal des Schlosses.

Die offiziellen Empfangsräume

Die anschließenden Zimmer dienten den Fürstpröpsten als offizielle Empfangsräume. Den Auftakt bildete das Vorzimmer, dann folgten Audienz- und Konferenzzimmer. Dem Audienzzimmer kam der höchste Rang zu, denn hier stand das Thronensemble aus Baldachin und Sessel. Alle Zimmer im zweiten Obergeschoss sind durch Doppelflügeltüren verbunden und bilden eine sogenannte Enfilade: Die Türöffnungen liegen in einer Flucht und ermöglichen so eine Blickachse durch sämtliche Räume des Appartements. 

Detail der Decke im Thronsaal von Schloss ob Ellwangen, Foto: Tourist-Information Ellwangen

Noch erhalten: Detail der Decke im Thronsaal.

Ausstattung ging verloren

Spätere Umnutzungen und zwei öffentliche Versteigerungen in den Jahren 1849 und 1853 verursachten den nahezu vollständigen Verlust der originalen Ausstattung. Elf Räume des ehemaligen fürstpröpstlichen Appartements mit hervorragenden Stuckaturen und Deckenmalereien beherbergen heute das Schlossmuseum.

Im Schlossmuseum erleben Sie spannende Aspekte der reichen Geschichte des geistlichen Fürstentums Ellwangen.

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