Barockes Idyll und Grablege Götz von Berlichingens

Kloster Schöntal

Der Umzug ins schöne Tal

Die Gründungssage

Auf Lateinisch „Speciosa vallis“, auf Deutsch „Schöntal“: Kloster Schöntal liegt idyllisch an der Jagst. Bei der Klostergründung galt zunächst Neusaß als Standortfavorit. Das Flusstal als Ansiedlungsort rückte erst durch die Begegnung mit einem alten Mann in den Fokus.

Außenansicht der Wallfahrtskapelle Neusaß in Schöntal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Jürgen Besserer

Über die Gründung des Klosters ist wenig bekannt.

Das Kloster wird an der Jagst errichtet

Die Anfänge vieler Klöster liegen im Verborgenen. Auch über die Gründung von Kloster Schöntal kann die Forschung keine vollständigen Informationen liefern. Klar ist, dass Wolfram von Bebenburg zunächst die Klostergründung in Neusaß südlich von Schöntal veranlasste. Dort steht heute die Wallfahrtskirche Neusaß. Eine Legende besagt, dass der spätere Umzug des Klosters ins Tal der Jagst auf eine ungewöhnliche Begegnung mit einem alten Mann zurückgeht.

Blick ins Tal bei Kloster Schöntal; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Ein unbekannter Mann gab den richtigen Hinweis.

Der weise Rat eines alten Mannes

Als der Stifter Wolfram von Bebenburg und drei Mönche aus Maulbronn sich auf dem vorgesehenen Bauplatz in Neusaß austauschten, stand plötzlich ein unbekannter alter Mann vor ihnen. Dieser wollte wissen, über was sie so eifrig redeten. Als er von ihrer Absicht erfuhr, antwortete der weise Mann ihnen: „Verlasset diesen Platz und sehet Berg abwärts, dort unten ist ein schönes Tal.“ Der alte Mann ließ die vier Geistlichen stehen und war plötzlich verschwunden – sein Satz blieb aber im Gedächtnis.

Außenansicht Kloster Schöntal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Jürgen Besserer

Der Fluss ermöglicht Unabhängigkeit.

Gut gewählte Lage am Fluss

Der Vorschlag des alten Mannes wurde befolgt. Die Adelsfamilie der von Berlichingen stellte ihr Land an der Jagst als Bauplatz zur Verfügung. Dort am Fluss steht das Kloster bis heute. Der Standort ist gut gewählt. Die direkte Wasserversorgung im Kloster ermöglichte die Selbstversorgung und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Außerdem besagten die Ordensregeln der Zisterzienser, dass ein Kloster von einem Gewässer durchflossen werden müsse. Daran hielten sich die Schöntaler Mönche.

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