Grablege der Staufer mit viel Programm

Kloster Lorch

Rose ohne Dornen auf dem Hohenstaufen

Irene von Byzanz

Sie bot Stoff für tragische Legenden: Irene von Byzanz (um 1180–1208), exotische Gattin des Stauferkönigs Philipp von Schwaben, starb kurz nach der Ermordung ihres Mannes auf dem Hohenstaufen und wurde in Kloster Lorch begraben.

Am Sterbebett Irenes von Byzanz, Gemälde von Hans Kloss; Foto: Ulrich Rund

Sie starb bei der Geburt ihres achten Kindes.

Woher kam Irene?

Irene war die Tochter des Kaisers von Konstantinopel. In erster Ehe war sie mit König Roger von Sizilien verheiratet. Nach seinem frühen Tod wurde sie in den militärischen Wirren eines staufischen Kreuzzuges gefangengenommen: Kaiser Heinrich VI. verheiratete die byzantinische Prinzessin 1197 mit seinem jüngeren Bruder Philipp von Schwaben. Die Braut aus Byzanz erregte Aufsehen an den deutschen Höfen.

Mauerreste der Burg Hohenstaufen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Rolf Schwarz

Irene lebte auf dem Hohenstaufen.

Was weiss man über sie?

Wenig – das ist selbst für hochgestellte Frauen des Mittelalters typisch. Bekannt ist, dass sie sieben Kinder von Philipp zur Welt brachte. Davon erreichten vier Töchter das Erwachsenenalter und heirateten in vornehme Familien Europas ein. Die drei anderen Kinder starben im Kleinkindalter und wurden in Lorch begraben. Irene floh 1208 nach dem Mord an ihrem Mann hochschwanger in die Burg Hohenstaufen und starb dort bei der Geburt ihres achten Kindes.

Walther von der Vogelweide, Darstellung aus der Großen Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse), um 1300; Foto: Universitätsbibliothek Heidelberg

Walther von der Vogelweide widmete Irene von Byzanz ein Gedicht.

Wer schrieb über Irene von Byzanz?

Der berühmteste Dichter ist sicherlich Walther von der Vogelweide, der größte Autor des deutschen Mittelalters. Sein Gedicht über die „Rose ohne Dornen“ ist Irene von Byzanz gewidmet und machte sie schon bald berühmt. Exotische Herkunft, tragische Geschichte, dazu die Ehe mit dem Stauferkönig Philipp: Das waren Zutaten, die für die späteren Jahrhunderte literarischen Stoff lieferten. Irene wurde zu einer Person, an der sich Legenden festmachten.

Warum erhielt sie ein Denkmal in der Klosterkirche?

Irene von Byzanz wurde in Kloster Lorch begraben. Der genaue Ort der Bestattung ging verloren. Vor allem im 19. Jahrhundert hätte man gerne Überreste der verehrten Kaisertochter gefunden. Als bei Grabungen an der Kirche ein mittelalterlicher Fingerring aus Email ans Licht kam, wurde er prompt zu ihrem Ehering erklärt. Als „Irenenring“ wurde er oft kopiert und war als Ehering beliebt. Die Gedenktafel für Irene, entstanden 1898, ist Ausdruck dieser romantischen Verehrung.

Die Verehrung für Irene hielt viele Jahrhunderte an – der Ring und die Gedenktafel sind eindrückliche Zeugnisse dafür.

TIPP

Die Gedenktafel für Irene finden Sie im südlichen Querschiff der Klosterkirche. Und übrigens: Den Irenenring können Sie heute noch kaufen!